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Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin

von Gabriel Weber

Mehr als einen Koffer hat Karl Jochum in Berlin, nämlich ein ganzes Hotel. Jenny Glanfield erzählt in ihrem historischen Roman Hotel Quadriga die Geschichte von Karl und seinem Hotel.

Karl Jochum, Sohn eines aus Wien stammenden Zuckerbäckers, wächst im Berlin der Zeit nach der Reichsgründung auf. In der Armee wird er Ordonnanz des Oberleutnants Ewald Graf von Biederstedt, der ihm trotz des Standesunterschieds bald ein guter Freund wird und Karl so manche Tür öffnet. Nach dem Militärdienst macht sich Karl, mit Unterstützung von Ewald und dem Bankier Isaak Arendt, an die Verwirklichung seines Traums: Er eröffnet 1883 am Potsdamer Platz ein Café, in dem schon bald die bessere Gesellschaft Berlins ein- und ausgeht. Einige Jahre später folgt eine entscheidende Vergrösserung – gleich beim Brandenburger Tor entsteht das Nobelhotel Quadriga, in das Karl und inzwischen auch seine Frau Ricarda nicht nur sehr viel Geld, sondern auch sehr viel Herzblut investieren. Alles läuft bestens; Kaiser Wilhelm II. ist begeistert und sorgt zusammen mit der Familie von Biederstedt und dem Schwerindustriellen Heinrich Kraus dafür, dass das Quadriga das erste Haus am Platz wird. Mit den beiden Töchtern Viktoria und Luise ist das Glück der Jochums vollkommen. Doch wird dieses Glück anhalten? Spätestens 1914 ist der Spass vorbei…

Wenn einem das Ganze auch manchmal wie eine Seifenoper vorkommt, so bietet der Roman doch ein überwältigendes Panorama einer längst vergangenen Epoche. Es gibt auch noch zwei weitere Bände über das Hotel Quadriga und die Familie Jochum. Als Vorbild für das Quadriga diente übrigens das real existierende Hotel Adlon.

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