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Wenn einer eine Reise tut

von Gabriel Weber

In eine Zeit, als es noch keinen Massentourismus und keine Billigfluglinien gab, entführt einen der Bildband Legendäre Reisen von Marc Walter.

Mit dem Siegeszug der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Ära der Vergnügungsreisen, wenn auch vorläufig nur für die wohlhabende Oberschicht. In ganz Europa entstanden Zugsverbindungen und grosse, luxuriöse Hotels (auch in der Schweiz!). Und da damals ein grosser Teil der Welt von Europa regiert wurde, dehnte sich die Reise-Industrie bald auf den ganzen Globus aus. Man fuhr im Sommer in die Schweizer Alpen oder in die deutschen oder böhmischen Kurbäder, im Winter an die Côte d’Azur oder nach Italien (Jawohl, richtig gelesen: in den Süden reiste man im Winter, nicht etwa im Sommer), aber dank des technischen Fortschritts rückten auch Reiseziele wie die Pyramiden, die Chinesische Mauer oder die Rocky Mountains immer näher. Und selbstverständlich reiste man nicht einfach nur mit einer Reisetasche oder einem Rucksack, sondern mit einer ganzen Wagenladung von Koffern. Ausserdem logierte man zuweilen wochenlang in ein und demselben Hotel. Doch die Zeit von Baedeker und Cook, von Luxuszügen, Ozeanriesen und Grandhotels ist nun längst vorbei; nur in Romanen und Spielfilmen ist sie noch präsent.

Das waren noch Zeiten, als man sich Zeit liess für das Reisen und nicht mal eben für ein Wochenende nach New York düste… Als Jules Vernes Romanheld Phileas Fogg seinerzeit in 80 Tagen rund um die Welt reiste, galt das als sensationell schnell. Heute müsste man diese Reise wohl in 80 Minuten machen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen…

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