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Heinrich, mir graut vor dir!

von Gabriel Weber

Da wir gerade (Blog vom 14. Juli) von Ehefrauen sprechen: Ein Herrscher, der bis heute berühmt ist für seine Frauengeschichten, ist König Heinrich VIII. von England. Er und seine Damen sind die Hauptpersonen in Die sechs Frauen Heinrichs VIII. von Chris Stadtländer.

  1. Des achten Heinrich erste Gemahlin war eigentlich gar nicht für ihn bestimmt. Katharina von Aragon sollte Heinrichs älteren Bruder Arthur heiraten. Doch dieser starb nur fünf Monate nach der Hochzeit. Heinrich erbte nicht nur die Position als Thronfolger, sondern auch die Frau seines Bruders. Sie brachte mehrere Kinder zur Welt, doch nur eine Tochter überlebte.
  2. Dann kam Anne Boleyn. Sie wies Heinrichs Avancen so lange zurück, bis der König Katharina unter einem Vorwand verstiess; zu diesem Zweck gründete er sogar die anglikanische Kirche. Doch weil Anne statt eines Sohnes „nur“ eine Tochter zur Welt brachte und Heinrich ihrer auch sonst bald überdrüssig wurde, liess er sie als angebliche Ehebrecherin enthaupten.
  3. Als Anne den Kopf verlor, stand Heinrichs Dritte schon bereit: Jane Seymour. Sie erfüllte ihrem Gatten seinen grössten Wunsch: Sie brachte einen Sohn zur Welt,  starb aber kurz darauf. Dadurch blieb ihr immerhin das Schicksal ihrer Vorgängerinnen erspart.
  4. Heinrichs vierte Ehe war eine rein politische Angelegenheit. Anna von Cleve war eine deutsche Prinzessin, die der König nur von Holbeins Porträt kannte. Nach wenigen Monaten trennte er sich wieder von ihr.
  5. Als nächstes fiel der Blick des Königs auf Catherine Howard. Sie war eine Cousine von Anne Boleyn und erlitt ein ähnliches Schicksal: Auch Heinrichs Fünfte endete auf dem Schafott.
  6. Catherine Parr sollte schliesslich das Kunststück vollbringen, die Witwe Heinrichs VIII. zu werden. Sie pflegte ihn bis zu seinem Tod am 28. Januar 1547.

Heinrich muss eine Seele von einem Menschen gewesen sein; dem Autor dieses Buches ist er jedenfalls überhaupt nicht sympathisch. Ob er wohl jemals eine Frau wirklich geliebt hat?

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