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Da ist etwas im Busch

von Gabriel Weber

Ach was muss man oft von bösen / Kindern hören oder lesen!! / Wie zum Beispiel hier von diesen / Welche Max und Moritz hiessen“ Wer kennt sie nicht, die beiden Lausebengel, welche die Witwe Bolte, den Lehrer Lämpel und andere Zeitgenossen quälen und schliesslich ein gar schröckliches Ende nehmen? Wilhelm Busch (1832-1908) und seine Werke sind im Katalog von buchplanet.ch zahlreich vertreten.

Es ist ein Brauch von Alters her / Wer Sorgen hat, hat auch Likör!“ „Einszweidrei, im Sauseschritt / Läuft die Zeit; wir laufen mit.“ „Ich warne dich als Mensch und Christ: / Oh, hüte dich vor allem Bösen! / Es macht Pläsier, wenn man es ist, / Es macht Verdruss, wenn man’s gewesen!“ „Das Schlüsselloch wird leicht vermisst, / wenn man es sucht, wo es nicht ist.“ „Musik wird oft nicht schön gefunden, / weil sie stets mit Geräusch verbunden.“ „Vater werden ist nicht schwer / Vater sein dagegen sehr.“ „Der Künstler fühlt sich stets gekränkt / Wenn’s anders kommt, als wie er denkt.“ Berühmte und witzige Zitate. Schlichte und leicht zu merkende Verse. Aber warum lacht man eigentlich über diese brutalen und grausamen Geschichten, deren Autor auch schon des Sadismus bezichtigt wurde? Max und Moritz lassen ihr Leben im Mahlwerk einer Mühle; Der Rabe Hans Huckebein erhängt sich versehentlich mit Tante Lottes Strickzeug; Der Affe Fipps wird erschossen; Die fromme Helene verbrennt bei lebendigem Leib – überhaupt wird bei Wilhelm Busch gestorben und verwundet, was das Zeug hält. Aber gerade dieses makabere Schadenfreude amüsiert die Menschen. Wahrscheinlich ist man erleichtert, dass es einem selber besser ergeht.

Manchmal schimmert in Buschs ach so humoristischen Werken durch, wes‘ Geistes Kind er war. So spottet er zum Beispiel gern über die Katholiken. Und einen Vers aus Die fromme Helene finde ich wirklich höchst bedenklich: „Und der Jud mit krummer Ferse, / Krummer Nas‘ und krummer Hos‘ / Schlängelt sich zur hohen Börse, / Tiefverderbt und seelenlos.

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