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Wo Tschaikowski Strauss begegnete

von Gabriel Weber

Das erste Haus am Platz in St. Petersburg (einer Stadt, über die ich übrigens bereits am 28. August 2014 geschrieben habe) ist das Grand Hotel Europa.

Eröffnet wurde dieses erste Haus am Platz 1875, zu einer Zeit, als man in ganz Europa (unter Anderem auch in der Schweiz) massenweise Eisenbahnlinien und Hotels für eine gut betuchte Klientel baute, die sich Vergnügungsreisen leisten konnte. Da konnte und wollte die Hauptstadt des Zarenreichs natürlich nicht zurückstehen. Das Grand Hotel Europa (auch Evropeyskaya genannt) setzte Massstäbe (es hatte von Anfang an eine Zentralheizung!) und gewann bald eine internationale Kundschaft. Grossfürsten gingen ein und aus, Rasputin zechte hier, Prinz Hiroyashu von Japan kam und Antiquitätenhändler trafen sich in diskreten Räumen mit Aristokraten, die heimlich Familienerbstücke versilbern wollten… Krieg und Revolution machten natürlich auch hier nicht Halt. Das Ausbleiben der Adligen, Wirtschaftsmagnaten und Künstler aus der ganzen Welt bedeutete eine jahrelange Durststrecke für das Hotel, das zeitweise als Waisenhaus verwendet wurde, bevor es 1933 wiedereröffnet wurde, und zwar als Gästehaus für prominente Besucher der Sowjetunion, die natürlich nur das Beste vom Besten zu sehen bekommen sollten. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Hotel als Spital. 1991 wurde das Europa wiederum neu eröffnet, als erstes Fünf-Sterne-Haus Russlands, und sicherte sich bald erneut einen Platz unter den führenden Luxushotels der Welt.

Johann Strauss, Peter Tschaikowski, Dimitri Schostakowitsch, George Bernhard Shaw, Enrico Caruso, Elton John, Michail Gorbatschow, Peter Ustinov, Bill Clinton, Harrison Ford … die prominente Gästeliste ist fast endlos. Jetzt bei buchplanet.ch: Grand Hotel Europe St Petersburg von Andreas Augustin und Igor Bogdanov.

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