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Die königliche Krankheit

von Gabriel Weber

1904 kam der russische Zarewitsch Alexei zur Welt, der lange ersehnte Thronfolger. Russland freute sich. Doch wenig später stellte sich heraus, das der Kleine an einer unheilbaren Erbkrankheit litt: Hämophilie, die Bluterkrankheit. Diese schlichte Tatsache begünstigte (indirekt) wesentlich den Ausbruch der Russischen Revolution. Über die „königliche Krankheit“, wie die Hämophilie ihrer Verbreitung in Herrscherhäusern wegen auch genannt wurde, und ihre zuweilen welthistorischen Folgen schreibt Jürgen Thorwald in seinem Buch Blut der Könige, einer Mischung aus Sachbuch und Roman.

Am Anfang stand die britische Königin Victoria (1819-1901). Woher sie das defekte Gen hatte, weiss man nicht genau. Tatsache ist, dass sie es an ihre zahlreiche Nachkommenschaft weitervererbte. Im Zentrum stehen drei Bluter: Prinz Alexei von Russland (1904-1918), Prinz Alfonso von Spanien (1907-1938) und Prinz Waldemar von Preussen (1889-1945), alle drei Urenkel Victorias.

  • Miami (USA), 1938: Alfonso, ältester (und einer unstandesgemässen Heirat wegen enterbter) Sohn des Ex-Königs Alfonso XIII. von Spanien, erzählt seiner Geliebten aus seinem unglücklichen Leben.
  • Tutzing (Bayern), 1945: In einem Lazarett sucht ein Arzt verzweifelt nach einem Blutspender für einen alten Mann – den im Sterben liegenden Neffen Kaiser Wilhelms II. Doch wer schert sich so kurz vor Kriegsende schon noch um einen Hohenzollern?
  • Ein Chirurg aus St. Petersburg berichtet in seinen Memoiren davon, wie er 1904 die Krankheit des russischen Thronfolgers diagnostizieren musste und später miterlebte, wie diese Diagnose dem Einfluss eines sibirischen Wunderheilers namens Rasputin Tür und Tor öffnete.

Eine Ironie des Schicksals wollte es , dass Zarewitsch Alexei tatsächlich noch vor seinem 14. Geburtstag starb – allerdings nicht an den Folgen seiner Krankheit, sondern im Kugelhagel der Bolschewiken…

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