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Der Sohn des Leibarztes

von Gabriel Weber

Innsbruck, Anno Domini 1803: Ein junger Medizinstudent verliebt sich. Und zwar in eine Kunstreiterin namens Wilma. Das ist ja eigentlich nichts Besonderes. Aber dieser Medizinstudent gibt sein Studium auf (zum Entsetzen seines Vaters, eines angesehenen Arztes) und schliesst sich der Zirkustruppe an. Aus der Beziehung mit der Kunstreiterin wird nichts, aber dies ist der Ursprung eines Schweizer Mythos. Denn der verliebte Student heisst Friedrich Knie.

Statt der Kunstreiterin Wilma heiratet Knie 1807 die Innsbrucker Baderstochter Antonia Stauffer (nachdem er sie zuvor aus einem Kloster entführt hat) und begründet mit ihr eine Dynastie von Zirkuskünstlern. Die Seiltänzergesellschaft Knie hat bald internationalen Erfolg, tritt sogar vor Fürsten auf und kommt auch immer wieder gern in die Schweiz. 1901 werden die Knies (die sich in einer Zeit, als Zirkusleute noch einen sehr schlechten Ruf haben, stets bemühen, makellos solid und gesetzestreu zu sein) Bürger von Gerlikon TG. Wenig später verbringen sie erstmals den Winter in Rapperswil. 1919 kaufen die Brüder Friedrich, Rudolf, Carl und Eugen (und zwar auf Pump) ein Zirkuszelt und gründen ganz bescheiden den „Schweizer National-Circus“. Doch was heisst national – international sind sie erfolgreich, die Knies, zum Beispiel Fredy Knie senior, der durch seine humane Pferdedressur zu Weltruhm gelangt.

2003 feierte man das 200jährige Jubiläum jenes Ereignisses in Innsbruck. Seither steht bereits die achte Generation in der Manege. Zum 97. Mal ist der Zirkus Knie auf Tournee durch die Schweiz – ein fester Bestandteil des nationalen Bewusstseins, die Familie so etwas wie das „Königshaus“ unserer Republik. Jetzt bei buchplanet.ch: Knie – die Geschichte einer Circus-Dynastie von Alfred A. Häsler.

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