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(Un)ordnung um sieben

von Gabriel Weber

Ich hatte einmal einen Deutschlehrer, zu dessen Lieblingsbüchern neben Michael Endes Momo und Wolfgang Borcherts Draussen vor der Tür auch Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung von Eric Malpass gehörte. Und ehrlich gesagt, ich verstehe das.

Hauptperson ist der kleine Gaylord, ein sehr gewitzter und aufgeweckter Bengel. Er hört und sieht alles, was im Haus seiner Grossfamilie vor sich geht – ganz besonders das, was eigentlich gar nicht für ihn bestimmt ist. Ob die Eltern mit ihrer Ehekrise, ob der knorrige Grossvater, ob die je nach Situation mehr oder weniger taube Grosstante Marigold, ob die beiden Tanten Rosa und Becky (die eine sehr lebenslustig, besonders puncto Männer, die andere hingegen schüchtern und gehemmt) – vor Gaylord und seinen geistreichen Kommentaren ist niemand sicher. Und auch nicht davor, dass der Junior des Hauses einmal gewonnene Informationen über das Privatleben seiner lieben Verwandten fröhlich in die Welt hinausposaunt… Sonntags bringt der Bengel schon früh am Morgen durch einen gut gemeinten Weckrundgang mit Teelieferung die ganze Sippschaft auf Trab – doch diese weiss das eigentümlicherweise gar nicht so recht zu schätzen.

Kein Wunder, das der erste Kommentar seines Vaters, als die Mutter ihn über ihre erneute Schwangerschaft aufklärt, lautet: Nicht noch einen Gaylord!

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