Blog von buchplanet.ch | gebrauchte Bücher zu unschlagbaren Preisen

Der berühmteste Jodler der Welt

von Gabriel Weber

…ist nicht etwa ein Schweizer. Er lebt im afrikanischen Dschungel: Tarzan. 1912 „geboren“ als „Sohn“ von Edgar Rice Burroughs, ist er bis heute eine feste Grösse in der Populärkultur.

Norbert Bernhard untersucht in Tarzan und die Herrenrasse den rassistischen Unterton in Burroughs‘ Werken. Tarzan, eigentlich ein englischer Lord, vereinigt in sich die besten menschlichen und die besten tierischen Eigenschaften. Doch so gut, edel und tapfer er auch ist: das hält ihn nicht davon ab, zu stehlen und zu morden, denn seine Opfer sind ja „nur“ Schwarze, über deren angebliche „Minderwertigkeit“ (in jeder Hinsicht) Burroughs gar nicht genug herziehen kann. Tarzan ist den Schwarzen und allen anderen Nicht-Weissen nur schon aufgrund seiner Herkunft haushoch überlegen. Doch auch unter den Weissen gibt es grosse Unterschiede. Am Schlimmsten sind (welche Überraschung!) die Deutschen.

In dem Buch Göttliche Kerle wird das Phänomen Tarzan im Film gewürdigt. Bereits 1918 kam Tarzan erstmals auf die Kinoleinwand. Und in den 30er Jahren folgten dann sechs Filme mit dem Tarzan par excellence:  Johnny Weissmuller, Olympiasieger im Schwimmen (Goldmedaille Paris 1924). Erstmals wurde nicht nur dem männlichen, sondern auch dem weiblichen Publikum ein sexueller Traum vorgesetzt – wobei Tarzans unverhüllter Bauchnabel beinahe einen Skandal auslöste und Tarzans leiblicher Sohn mit dem sprechenden Namen „Boy“ der Sittenpolizei wegen durch ein adoptiertes Findelkind ersetzt werden musste.

Übrigens: Ich liebe die Tarzan-Filme der 30er Jahre. Dieses leicht groteske Familienidyll mitten im Urwald mit Tarzan, Jane (Maureen O’Sullivan), Sohnemann Boy (Johnny Sheffield) und dem gewissermassen ebenfalls zur Familie gehörenden Schimpansen Cheeta bringt mich immer wieder zum lachen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.