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Am Golde hängt, zum Golde drängt…

von Gabriel Weber

Banken haben für die Schweiz bekanntlich eine ganz spezielle Bedeutung, besonders seit der Finanzkrise und den verschiedenen internationalen Streitigkeiten wegen Steuerhinterziehung. Doch auch in der „Scheibenwelt“ von Terry Pratchett spielt eine Bank eine nicht unwesentliche Rolle, nämlich in seinem Roman Schöne Scheine (jetzt bei buchplanet.ch).

Feucht von Lipwig hat es geschafft, der Aufstieg ist ihm geglückt. Früher war er Berufsgangster,  ein Dieb und Betrüger, jetzt ist er Postminister (Wichtige Anmerkung: In der Scheibenwelt ist nichts so absurd, dass es nicht passieren könnte). Doch nun wechselt Feucht die Branche: Er wird von einer reichen und ziemlich exzentrischen alten Frau, die er erst seit kurzem kannte, als Erbe ihres Hundes (der übrigens auf den schönen Namen „Herr Quengler“ hört) eingesetzt, der wiederum von seinem Frauchen 51% der Bank von Ankh-Morpork geerbt hat. Doch das ist noch lange nicht das Seltsamste an dem Finanzinstitut, das Feucht jetzt, in Vertretung des vierbeinigen Hauptaktionärs, leiten soll…

Ein Literaturmagazin hat einmal geschrieben, Pratchetts Geschichten seien in ihrer ganzen Verrücktheit sehr nahe an der Realität. Das stimmt, finde ich. Wenn bei ihm auch die ganze Hochfinanz ebenso wie die Politik eine einzige Bande von Schwindlern und Auftragsmörder-Auftraggebern ist (besonders die habgierige Verwandtschaft von Frau Üppig, der Erblasserin), so stiess ich doch auch immer wieder auf Sätze, die mich frappierend an unsere hiesigen Grossbanken erinnerten. Die Tatsache, dass man ausgerechnet jemanden, der nach eigener Aussage überhaupt nichts vom Finanzwesen versteht (ausser dass er weiss, wie man Banken ausraubt), an die Spitze einer Bank stellt, lässt schon ziemlich tief blicken.

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