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Archiv vom April, 2015

28. April 2015

Wie aus dem Unglück eines Einzelnen ein Glück für Millionen wurde

by Gabriel Weber

Es ist wieder einmal Zeit für eines meiner „wahren Märchen“:

Es war einmal vor langer Zeit ein französischer Sattler, der einen Sohn hatte. Eines schönen Tages im Jahre 1812 spielte das damals dreijährige Bübchen in der Sattlerwerkstatt des Vaters – und stach sich dabei versehentlich mit einer Feile ins Auge. Die Wunde entzündete sich, die Entzündung griff auch auf das andere Auge über und führte schliesslich zur vollständigen Erblindung des Kleinen. Weil er aber sehr intelligent und wissbegierig war, durfte er trotzdem die Dorfschule besuchen (was für einen Blinden damals alles andere als selbstverständlich war). 1819 kam er nach Paris in die Blindenschule St Victor. Dort lernte der Sohn des Sattlers aus Coupvray nicht nur sehr gut Klavier spielen, sondern leistete auch etwas, wofür er bis heute weltberühmt ist: Noch als Jugendlicher entwickelte er eine Schrift für Blinde, die man mit den Händen ertasten kann. Später wurde er selber Lehrer in St Victor und nebenberuflich Organist an der Kirche Saint Nicolas-des-Champs (er konnte nämlich nicht nur Klavier und Orgel spielen, sondern erfand auch eine Notenschrift für Blinde).

Dieser bemerkenswerte Mann namens Louis Braille starb 1852 zwei Tage nach seinem 43. Geburtstag an einer Lungenkrankheit, die er sich vermutlich durch seinen jahrelangen Aufenthalt in dem feuchten, schlecht geheizten Blindenheim zugezogen hatte. Die nach ihm benannte Blindenschrift verbreitete sich rasch in aller Herren Länder und wird heute noch weltweit angewandt. Anlässlich seines 100. Todestages wurde Louis (dessen bester Freund übrigens Gabriel hiess) 1952 von seinem Heimatort Coupvray nach Paris umgebettet und dort nach einer Gedenkfeier in der Kathedrale Notre-Dame im Pantheon, Frankreichs berühmter Ruhestätte für besonders prominente Leute, beigesetzt. Was für ihn persönlich ein Unglück war, nämlich jener Unfall in der väterlichen Sattlerwerkstatt, führte letztlich zu einem Glück für unzählige blinde Menschen in aller Welt. Jetzt bei buchplanet.ch: Louis Braille. Ein blinder Junge erfindet die Blindenschrift von Jakob Streit.

27. April 2015

(Un)ordnung um sieben

by Gabriel Weber

Ich hatte einmal einen Deutschlehrer, zu dessen Lieblingsbüchern neben Michael Endes Momo und Wolfgang Borcherts Draussen vor der Tür auch Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung von Eric Malpass gehörte. Und ehrlich gesagt, ich verstehe das.

Hauptperson ist der kleine Gaylord, ein sehr gewitzter und aufgeweckter Bengel. Er hört und sieht alles, was im Haus seiner Grossfamilie vor sich geht – ganz besonders das, was eigentlich gar nicht für ihn bestimmt ist. Ob die Eltern mit ihrer Ehekrise, ob der knorrige Grossvater, ob die je nach Situation mehr oder weniger taube Grosstante Marigold, ob die beiden Tanten Rosa und Becky (die eine sehr lebenslustig, besonders puncto Männer, die andere hingegen schüchtern und gehemmt) – vor Gaylord und seinen geistreichen Kommentaren ist niemand sicher. Und auch nicht davor, dass der Junior des Hauses einmal gewonnene Informationen über das Privatleben seiner lieben Verwandten fröhlich in die Welt hinausposaunt… Sonntags bringt der Bengel schon früh am Morgen durch einen gut gemeinten Weckrundgang mit Teelieferung die ganze Sippschaft auf Trab – doch diese weiss das eigentümlicherweise gar nicht so recht zu schätzen.

Kein Wunder, das der erste Kommentar seines Vaters, als die Mutter ihn über ihre erneute Schwangerschaft aufklärt, lautet: Nicht noch einen Gaylord!

23. April 2015

Die Nummern Eins bis Dreizehn

by Gabriel Weber

Tenzing Gyatso ist weltberühmt – Friedensnobelpreisträger und eine angesehene moralische Autorität. Bekannt ist er als Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama, geistliches und weltliches Oberhaupt der Tibeter. Aber wenn er der 14. Dalai Lama ist, wer waren dann die dreizehn anderen? Karl-Heinz Golzio und Pietro Bandini sind in ihrem Buch Die vierzehn Wiedergeburten des Dalai Lama dieser Frage nachgegangen.

Als I. Dalai Lama (erst posthum anerkannt) gilt der Mönch Gedün Drup (1391-1475), Oberhaupt des Gelugpa-Ordens. Ein grosser Gelehrter und Autor religiöser Schriften, übrigens stets bescheiden und tolerant, war er einer der einflussreichsten Lamas von Tibet. Erst der III. Dalai Lama Sonam Gyatso (1543-1588) erhielt diesen Titel 1578 von dem Mongolenfürsten Altan Khan offiziell verliehen. Der Herrscher hatte sich nämlich zum tibetischen Buddhismus bekehrt. Wie bestellt war Yöntan Gyatso, der IV. Dalai Lama (1589-1617) keine Tibeter, sondern Mongole – ein Ururenkel von Altan Khan. Der V. Dalai Lama war der erste in dieser Reihe, der nicht nur geistliches, sondern auch weltliches Oberhaupt seines Volkes war – die Mongolen proklamierten ihn nach einem blutigen Bürgerkrieg und dem gewaltsamen Ende des bisherigen Herrscherhauses 1642 zum Souverän. Sein Tod wurde 14 Jahre lang mit Hilfe eines Doubles verheimlicht, während man seinen Nachfolger klammheimlich vorbereitete. Der IX., X., XI. und XII. Dalai Lama starben alle noch vor ihrem jeweiligen 21. Geburtstag. Der XIII. Dalai Lama proklamierte 1913 die formelle Unabhängigkeit Tibets, das bis zu diesem Zeitpunkt immer mehr oder weniger unter chinesischer Oberhoheit gestanden hatte.

Es ist faszinierend, wie jedes, aber auch wirklich jedes Mal nach dem Tod eines Dalai Lama irgendwo ein Junge entdeckt wurde, der die Voraussetzungen einer Reinkarnation erfüllte. Denn ein Dalai Lama wird weder durch Wahl noch durch Abstammung bestimmt – er ist immer eine Wiedergeburt von Gedün Drup.

21. April 2015

„Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, …

by Gabriel Weber

…keine Angst, keine Angst, Rosemarie!“ Moby Dick, Free Willy und Flipper, der Weisse Hai und der Fliegende Holländer,  Neptun und die kleine Meerjungfrau, Klabautermänner und Seeungeheuer –  das Meer hat die Menschen seit jeher ebenso erschreckt wie fasziniert. Dies ist das Thema des Buches Mythos Meer von Monika Rössiger und Claus-Peter Lieckfeld.

Den Fliegenden Holländer (oder zumindest sein Vorbild) hat es tatsächlich gegeben. Er hiess Bernard Fokke und war berühmt für seine für damalige Verhältnisse atemberaubend schnellen Fahrten. Ausserdem war er ein hässlicher, unentwegt fluchender Mann – und als er eines Tages nicht mehr nach Hause kam, war für viele Leute klar, dass Fokke vom Teufel geholt worden war… In vielen Mythologien rund um die Welt findet man eine grosse Flut. Die Angst, das Meer könnte die Welt verschlucken, scheint universell zu sein. Eines der prominentesten Opfer einer solchen Flut war Atlantis… Kap Horn ist keine Legende; an der Südspitze von Südamerika treffen tatsächlich so viele für die Segelschifffahrt ungünstige Faktoren zusammen, dass etliche Schiffe sanken und unzählige Seeleute umkamen… Ein geradezu unbesiegbarer Mythos ist das legendäre Bermuda-Dreieck. Die Geschichten über spurlos verschwundene Schiffe und Flugzeuge bringt das Unbehagen vieler Menschen gegenüber den Weiten der Ozeane sehr gut auf den Punkt.

Aber fast noch faszinierender als alle Sagen und Legenden ist das, was die See wirklich zu bieten hat. Zum Beispiel der Narwal, dessen Stosszahn früher oft für das Horn eines Einhorns gehalten wurde. Quallen, die zwar zart und filigran wirken, aber zu den giftigsten Tieren der Welt gehören. Der Riesenkalmar Architeuthis, der wohl das Vorbild aller legendären Riesenkraken sein dürfte. Und erst die skurrilen Bewohner der tiefsten Meerestiefen, die perfekt an Kälte und Dunkelheit angepasst sind! Nicht zu vergessen die unermesslichen (nicht essbaren) Schätze wie Bernstein, Korallen oder Perlmuscheln.

Jules Vernes Kapitän Nemo hat den Ozean sogar zu seiner Wahlheimat gemacht.

16. April 2015

Vater Staat

by Gabriel Weber

„Der Soldat, der Soldat / ist der erste Mann im Staat!“ „Etwas ist faul im Staate Dänemark.“ „Der Staat bin ich!“ Was ist eigentlich ein Staat? Und wie funktioniert er? Funktioniert er überhaupt? Für Leute, die sich dafür interessieren, hat buchplanet.ch Allgemeine Staatslehre von Thomas Fleiner und Lidija Basta Fleiner im Angebot.

In diesem dicken Buch (674 Seiten) wird einem alles ganz genau erklärt. Zum Beispiel die Entstehung, Reifung und Entwicklung des modernen Staatsgedankens bei Aristoteles, Jean-Jacques Rousseau, John Locke und Charles de Montesquieu. Viele kluge Köpfe haben sich nämlich schon mit der Frage befasst, wie das Zusammenleben der Menschen am besten organisiert werden könnte. Ebenfalls erläutert werden Begriffe wie Demokratie, Souveränität, Multikulturalität oder Völkerrecht – gerade heute aktueller denn je. Da kann es nicht schaden, sich zu informieren. Ein ganzes Kapitel im Umfang von 92 Seiten ist dem Thema Menschenrechte und Menschenrechtsschutz gewidmet.

Gerade heute, nämlich in Zeiten, in denen immer mehr Probleme auftauchen, die über einzelne Staaten hinausgehen (Terrorismus, Klimawandel, Euro-Krise usw.), befindet sich der „Vater Staat“ (übrigens ein Ausdruck, den es meines Wissens nur in der deutschen Sprache gibt) in einer schweren Sinnkrise. Wer Zeit und Lust hat, sich mit der Materie zu befassen, kann sich stundenlang der Allgemeinen Staatslehre widmen.

14. April 2015

Monomachs Kappe

by Gabriel Weber

1896 fand in Kreml in Moskau eine Zeremonie statt, wie sie schon damals selten geworden war: Zar Nikolaus II. und seine Frau Alexandra wurden in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale feierlich gekrönt. Wer hätte damals gedacht, dass die russische Monarchie nur noch 21 Jahre existieren sollte! Die Revolution 1917 bedeutete nicht nur das Ende des einst glamourösesten Herrscherhauses Europas, sondern auch das Ende einer jahrhundertealten Tradition. Jetzt im Angebot von buchplanet.ch: The Regalia of the Russian Empire von Irina Polynina und Nikolai Rachmanow.

In diesem Bildband kann man die ganze Pracht der Zarenherrschaft bewundern: den Elfenbeinthron Iwans des Schrecklichen (Seite 38); Zepter und Reichsapfel von Zar Alexei (Seite 77); den Doppelthron, den Peter der Grosse und sein Halbbruder Iwan V. benutzten (Seite 106); die Kutsche, die Friedrich der Grosse der Zarin Elisabeth schenkte (Seite 133); das Krönungskleid von Katharina der Grossen (Seite 155); die Uniform, die Alexander II. bei seiner Krönung getragen hat (Seite 180);  Taschentücher mit Motiven der Krönung 1896 (Seite 232); die Malteserkrone des Zaren Paul (Seite 158); die Kaiserkrone, die 1896 verwendet wurde (Seite 145); und natürlich die aus Gold, Edelsteinen und Zobelfell bestehende Kappe des Grossfürsten Monomach, mit der bis 1682 alle russischen Herrscher gekrönt wurden (Seite 27).

Bemerkenswert viele dieser Gegenstände haben die Russische Revolution überstanden und können heute noch im Kreml besichtigt werden.

9. April 2015

Der berühmteste Jodler der Welt

by Gabriel Weber

…ist nicht etwa ein Schweizer. Er lebt im afrikanischen Dschungel: Tarzan. 1912 „geboren“ als „Sohn“ von Edgar Rice Burroughs, ist er bis heute eine feste Grösse in der Populärkultur.

Norbert Bernhard untersucht in Tarzan und die Herrenrasse den rassistischen Unterton in Burroughs‘ Werken. Tarzan, eigentlich ein englischer Lord, vereinigt in sich die besten menschlichen und die besten tierischen Eigenschaften. Doch so gut, edel und tapfer er auch ist: das hält ihn nicht davon ab, zu stehlen und zu morden, denn seine Opfer sind ja „nur“ Schwarze, über deren angebliche „Minderwertigkeit“ (in jeder Hinsicht) Burroughs gar nicht genug herziehen kann. Tarzan ist den Schwarzen und allen anderen Nicht-Weissen nur schon aufgrund seiner Herkunft haushoch überlegen. Doch auch unter den Weissen gibt es grosse Unterschiede. Am Schlimmsten sind (welche Überraschung!) die Deutschen.

In dem Buch Göttliche Kerle wird das Phänomen Tarzan im Film gewürdigt. Bereits 1918 kam Tarzan erstmals auf die Kinoleinwand. Und in den 30er Jahren folgten dann sechs Filme mit dem Tarzan par excellence:  Johnny Weissmuller, Olympiasieger im Schwimmen (Goldmedaille Paris 1924). Erstmals wurde nicht nur dem männlichen, sondern auch dem weiblichen Publikum ein sexueller Traum vorgesetzt – wobei Tarzans unverhüllter Bauchnabel beinahe einen Skandal auslöste und Tarzans leiblicher Sohn mit dem sprechenden Namen „Boy“ der Sittenpolizei wegen durch ein adoptiertes Findelkind ersetzt werden musste.

Übrigens: Ich liebe die Tarzan-Filme der 30er Jahre. Dieses leicht groteske Familienidyll mitten im Urwald mit Tarzan, Jane (Maureen O’Sullivan), Sohnemann Boy (Johnny Sheffield) und dem gewissermassen ebenfalls zur Familie gehörenden Schimpansen Cheeta bringt mich immer wieder zum lachen…

7. April 2015

Am Golde hängt, zum Golde drängt…

by Gabriel Weber

Banken haben für die Schweiz bekanntlich eine ganz spezielle Bedeutung, besonders seit der Finanzkrise und den verschiedenen internationalen Streitigkeiten wegen Steuerhinterziehung. Doch auch in der „Scheibenwelt“ von Terry Pratchett spielt eine Bank eine nicht unwesentliche Rolle, nämlich in seinem Roman Schöne Scheine (jetzt bei buchplanet.ch).

Feucht von Lipwig hat es geschafft, der Aufstieg ist ihm geglückt. Früher war er Berufsgangster,  ein Dieb und Betrüger, jetzt ist er Postminister (Wichtige Anmerkung: In der Scheibenwelt ist nichts so absurd, dass es nicht passieren könnte). Doch nun wechselt Feucht die Branche: Er wird von einer reichen und ziemlich exzentrischen alten Frau, die er erst seit kurzem kannte, als Erbe ihres Hundes (der übrigens auf den schönen Namen „Herr Quengler“ hört) eingesetzt, der wiederum von seinem Frauchen 51% der Bank von Ankh-Morpork geerbt hat. Doch das ist noch lange nicht das Seltsamste an dem Finanzinstitut, das Feucht jetzt, in Vertretung des vierbeinigen Hauptaktionärs, leiten soll…

Ein Literaturmagazin hat einmal geschrieben, Pratchetts Geschichten seien in ihrer ganzen Verrücktheit sehr nahe an der Realität. Das stimmt, finde ich. Wenn bei ihm auch die ganze Hochfinanz ebenso wie die Politik eine einzige Bande von Schwindlern und Auftragsmörder-Auftraggebern ist (besonders die habgierige Verwandtschaft von Frau Üppig, der Erblasserin), so stiess ich doch auch immer wieder auf Sätze, die mich frappierend an unsere hiesigen Grossbanken erinnerten. Die Tatsache, dass man ausgerechnet jemanden, der nach eigener Aussage überhaupt nichts vom Finanzwesen versteht (ausser dass er weiss, wie man Banken ausraubt), an die Spitze einer Bank stellt, lässt schon ziemlich tief blicken.

2. April 2015

Der kleine Bruder des Phantoms

by Gabriel Weber

Gaston Leroux (1868-1927) ist bis heute berühmt als Verfasser von Le phantome de l’opéra (Das Phantom der Oper). Er hat aber auch noch andere Bücher geschrieben, zum Beispiel Le mystère de la Chambre Jaune (Das Geheimnis des Gelben Zimmers, erschienen 1908).

Mathilde, Tochter und Mitarbeiterin von Professor Stangerson, einem bekannten Wissenschaftler, wird Opfer eines Mordversuchs. Sie wird blutüberströmt in ihrem Schlafzimmer (eben dem „Gelben Zimmer“) aufgefunden, nachdem ihr Vater und der Diener Jacques die einzige Tür des Raumes, die von innen verriegelt war, eingetreten haben. Schreie aus dem Gelben Zimmer, die einzige Tür verriegelt, das einzige Fenster unversehrt, von einem Täter keine Spur, das Opfer nicht vernehmungsfähig, dann obendrein noch das Tier Gottes, eine geheimnisvolle Katze, die markerschütternd miaut… Der junge Journalist Joseph Rouletabille macht sich auf, um das Geheimnis zu lüften.

Es handelt sich hier um ein Exemplar der sogenannten locked-room mystery, einer klassischen Form des frühen Kriminalromans: In einem (wenigstens scheinbar) hermetisch abgeriegelten Raum findet ein Verbrechen statt. Die Frage, die es zu klären gilt, ist nicht nur „Wer war es?“ sondern auch „Wie hat er es gemacht?“ Edgar Allan Poe (der im Buch übrigens namentlich erwähnt wird) hat dieses Genre begründet. Auch der allererste Sherlock-Holmes-Krimi war ein locked-room mystery; eine weitere Parallele ist die Konstellation der Personen mit Rouletabille als „Holmes“ (der brillante Ermittler, der in der Regel schon viel mehr weiss, als er sagt) und dem Ich-Erzähler Sainclair als „Watson“ (der etwas begriffsstutzige Begleiter, dem alles erklärt werden muss). Klassisch ist auch die Tatsache, dass es sich bei dem Detektiv nicht um einen Polizeibeamten handelt, sondern um eine interessierte Privatperson. Leroux‘ Chambre Jaune ist also in vielerlei Hinsicht ein Klassiker der Kriminalliteratur.