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Brüderlein fein

von Gabriel Weber

Am 5. September 1836 erlag in Pottenstein (Niederösterreich) der Dichter und Schauspieler Ferdinand Raimund einer Verletzung, die er sich eine Woche zuvor durch einen Pistolenschuss in den Mund selber zugefügt hatte. Seine gesammelten Werke in zwei Bänden sind jetzt bei buchplanet.ch erhältlich.

Ferdinand Jakob Raimann, wie der Dichter ursprünglich hiess, kam am 1. Juni 1790 in der Wiener Vorstadt Mariahilf zur Welt, und zwar als Sohn eines Drechslers. Früh verwaist, kam er als Zuckerbäckerlehrling und Süssigkeitenverkäufer im Burgtheater erstmals mit der Bühne in Berührung. Nach eher mühsamen Anfängen in der Provinz erlebte Raimunds Karriere in Wien dann einen enormen Aufschwung; auf den Vorstadtbühnen in der Josefstadt und in der Leopoldstadt wurde er bald einer der Stars des Wiener Volkstheaters. 1823 wurde sein erstes eigenes Stück uraufgeführt, Der Barometermacher auf der Zauberinsel. Der Erfolg steigerte sich mit Der Diamant des Geisterkönigs, dann mit Der Bauer als Millionär, Der Alpenkönig und der Menschenfeind und Der Verschwender. Das Publikum liebte diese Mischung aus Märchenelementen und Wiener Posse. In Raimunds Stücken (in denen er auch selber auftrat) gibt es neben gesprochenem Text auch Musik und Gesang. Besonders zwei Gesangsstücke aus seiner Feder sind bis heute sehr populär: Brüderlein fein und das Hobellied.

Trotz seines Erfolgs muss Ferdinand Raimund ein sehr unglücklicher Mensch gewesen sein. Seine grosse Liebe Antonie „Toni“ Wagner durfte er nicht heiraten, weil deren Eltern, wohlhabende Kaffeehausbesitzer, keinen Komödianten in der Familie haben wollten. Stattdessen geriet er an eine etwas zweifelhafte Kollegin namens Luise Gleich, von der er nach zwei Jahren wieder geschieden wurde. Nachdem Raimund sein Leben lang immer wieder an schweren psychischen Problemen gelitten hatte, gab ihm der Gedanke, von einem möglicherweise tollwütigen Hund gebissen worden zu sein, den Rest.

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