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Schimpfwörter sind Glückssache

von Gabriel Weber

Die alten Römer waren ein Kulturvolk. Und wie alle Kulturvölker hatten sie auch eine besondere Schimpf-Kultur. Für Interessierte hält buchplanet.ch Schimpf und Schande. Eine vergnügliche Schimpfwortkunde des Lateinischen von Gerhard Fink bereit.

Tiervergleiche waren in Rom populär, zum Beispiel simia (Affe), canis (Hund, bei den alten Römern sehr negativ assoziiert), pecus (Schaf) oder cuculus (Kuckuck, besonders für einen Mann, der fremdgeht). „Rindvieh“ oder „Hornochse“ haben interessanterweise keine direkte Entsprechung im Latein. Aus dem Bereich „Verbrechen“ gab es u. a. den veneficus (Giftmischer), den parricida (Vatermörder, für Römer etwas ganz besonders schlimmes), den gladiator (Gladiatoren hatten selten eine weisse Weste) und allgemein den fur (Schuft, Schurke). Letzteres wurde durch die Blume auch mit homo trium litterarum, also mit „Dreibuchstabenmensch“ (f-u-r) ausgedrückt. Natürlich war auch geistige Beschränktheit ein beliebtes Thema: codex (Holzklotz bzw. Holzkopf), garrulus (Schwätzer), demens (Spinner), stultissimus (Vollidiot). Die Sexualität kam ebenfalls nicht zu kurz: amasiuncula („kleine Geliebte“, die Bedeutung kann man sich denken), flagitium (kaum übersetzbar, bedeutet eine lasterhafte Handlungsweise).

Das Satyricon von Petron ist eine besonders ergiebige Quelle. Auch in den derben Komödien von Plautus wimmelt es nur so von Beschimpfungen. Und selbst der Klassiker Cicero konnte, besonders wenn es um seinen Gegner Catilina ging, so richtig loslegen.

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