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Zu grosse Schuhe

von Gabriel Weber

Um noch einmal auf das Thema zurückzukommen: Das Papsttum ist wirklich ein sonderbares Ding. Der Papst regiert bloss über 44 Hektaren mitten in Rom. Aber kaum ein Staatsoberhaupt hat soviel Wirkung auf die Öffentlichkeit wie er. Der Papst ist nach katholischer Lehre der Nachfolger des Apostels Petrus, er geht quasi In den Schuhen des Fischers. So heisst auch ein Roman von Morris L. West.

Der Papst ist tot. Ordnungsgemäss treten die Kardinäle zum Konklave zusammen, das mit einer faustdicken Überraschung endet. Gewählt wird nämlich ausgerechnet der Russe Kyrill Lakota, der erst vor kurzem Kardinal geworden ist, nachdem er zuvor 17 Jahre lang in sowjetischer Gefangenschaft war. Der neue Papst Kyrill I. sieht sich gleich mit verschiedenen Problemen konfrontiert; eines davon ist der Jesuit Pater Jean Télémond mit seinen ungewöhnlichen Ansichten, ein anderes der Kalte Krieg. Wieder einmal droht der Konflikt zwischen Ost und West zu eskalieren und alle Welt erwartet vom Papst, dass er eingreift. Kyrill hat da einen Vorteil: Er kennt den sowjetischen Ministerpräsidenten Kamenew persönlich, dieser war nämlich früher Gefängnisaufseher…

Übrigens wurde der Roman auch verfilmt: The Shoes of the Fisherman mit Anthony Quinn als Kyrill Lakota, Laurence Olivier als Kamenew und John Gielgud als Kyrills Vorgänger auf dem Papstthron.

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