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Nijinskis letzter Tanz

von Gabriel Weber

Die Schweiz lebt bekanntlich u. a. auch vom Tourismus. Und zwar kommen seit jeher nicht nur ordinäre Pauschaltouristen zu uns, sondern auch die künstlerische, politische und wirtschaftliche Elite. Ein Blick in das Buch Literarische Grandhotels der Schweiz von Silke Behl und Eva Gerberding beweist dies.

Vladimir Nabokov hatte seinen festen Wohnsitz im Palace in Montreux; Die Frage nach dem Warum beantwortete er schlicht mit „Weil ich es verdiene!“ Leo Tolstoj war Gast im Schweizerhof in Luzern und verewigte das Hotel in einer Erzählung wenig schmeichelhaft als Bühne seiner Gesellschaftskritik. Im Quellenhof in Bad Ragaz konnte man Rainer Maria Rilke erleben, der sich mit solcher Hingabe seiner Freundin, der Fürstin von Thurn und Taxis, widmete, dass er aus Angst vor Überanstrengung auf eine Badekur verzichten musste. Das Baur au Lac in Zürich (zu dessen Stammgästen ein halbes Jahrhundert lang auch Thomas Mann zählte) war der Ort, wo Bertha von Suttner mit Alfred Nobel über die Stiftung eines internationalen Friedenspreises sprach – und übrigens ein Zimmer bewohnte, in dem kurz zuvor Kaiserin Elisabeth von Österreich logiert hatte.

Der legendäre Ballettänzer Vaslav Nijinski trat im Winter 1918/19 im Suvretta House in St. Moritz zum letzten Mal vor Publikum auf – dann fiel er in geistige Umnachtung…

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