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Nicht nur am Nil…

von Gabriel Weber

…sondern auch mitten im Ruhrgebiet gibt es Krokodile. Und zwar eine ganz besondere Sorte, nämlich solche mit zwei Beinen. Ach, das glauben Sie nicht? Max von der Grün hat schon 1976 mit seinem Kinderbuchklassiker Die Vorstadtkrokodile den Beweis geliefert.

Das jüngste von diesen zweibeinigen Krokodilen ist der zehnjährige Hannes. Es hat ihn einiges gekostet; bei der obligatorischen Mutprobe wäre er beinahe abgestürzt und musste von der Feuerwehr gerettet werden. Aber jetzt ist er dabei! Und er ist dafür, dass auch Kurt in den Verein aufgenommen wird. Doch die übrigen Krokodiler (Olaf, Maria, Theo, Peter, Willi, Otto, Rudolf und Frank) sind nicht gerade begeistert, Kurt ist nämlich querschnittgelähmt. Was sollen die Vorstadtkrokodile mit so einem „Krüppel“ anfangen, dem sie ausserdem womöglich auch noch beim Wasser lassen helfen müssten? Doch schon bald stellt sich heraus, dass Kurt auch seine Qualitäten hat. Wegen seiner eingeschränkten Mobilität hat er zum Beispiel viel Zeit zum Nachdenken und zum Beobachten. Das erweist sich als äusserst nützlich, als es darum geht, eine mysteriöse Serie von Einbrüchen in der Nachbarschaft aufzuklären. Heikel wird die Sache jedoch, als sich herausstellt, dass möglicherweise Egon, der ältere Bruder des Krokodilers Frank, in diese Einbrüche verwickelt ist. Den kann man doch nicht verraten, oder?…
Wie es im Leben eben manchmal so geht: Zuerst muss Hannes die Krokodiler beinahe zwingen, sich überhaupt mit dem Gelähmten abzugeben – und irgendwann würden sie nicht mehr auf ihn verzichten wollen. Max von der Grün hat dieses Buch übrigens seinem Sohn gewidmet, der, wie Kurt, auch im Rollstuhl sitzt.

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