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Was Wille will

von Gabriel Weber

Niklaus Meienberg war so etwas wie das enfant terrible der Schweizer Literatur, ein kontroverser, polarisierender, hochgradig umstrittener Autor. Eines seiner berühmtesten und kontroversesten Bücher ist Die Welt als Wille & Wahn (gemünzt auf Schopenhauers Die Welt als Wille und Vorstellung). Es handelt sich um ein Meisterwerk der Polemik und Provokation.

In seinem Buch zerlegt Meienberg die umfangreiche Familie von General Ulrich Wille, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweizer Geschichte eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat. General Wille, der Grobian, der Bundesräte und Parlamentarier seine Verachtung fühlen liess (so ungefähr „Diese dämlichen Zivilisten haben doch keine Ahnung vom Militär, also sollen sie gefälligst die Klappe halten!“) und in seinen Briefen seelenruhig Staatsgeheimnisse ausplauderte… Oberstkorpskommandant Ulrich Wille junior, närrisch verliebt in alles Deutsche, war ein guter Bekannter von Rudolf Hess, lud 1923 Adolf Hitler nach Zürich ein und intrigierte während des 2. Weltkrieges fleissig gegen General Guisan (und befürwortete als Präsident der Pro Juventute die staatlich legitimierte Kindesentführung bei Fahrenden)… Renée Schwarzenbach-Wille, für die Erika Mann die Einführung der Prügelstrafe für Schweizer Damen empfahl… Doch nicht nur einzelne Mitglieder, auch die Familie als solche kommt dran: Man bewunderte die Preussen und verachtete die Demokraten. Der grösste Schmerz war, dass die eigene Armee, die man quasi als Familienbetrieb betrachtete, in beiden Weltkriegen nur Aktivdienst spielen, aber nicht wirklich mittun durfte. Und man war, persönlich und verwandtschaftlich, auf vielfältige Weise mit dem Nationalsozialismus verflochten…

Die Welt als Wille & Wahn ist jetzt bei buchplanet.ch in Form eines vom Autor signierten Exemplars erhältlich.

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