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Archiv vom Oktober, 2014

30. Oktober 2014

Gott erhalte, Gott beschütze

by Gabriel Weber

Am 1. April 1989 wurde in Wien eine Dame mit dem klangvollen Namen Zita Maria delle Grazie (es folgen noch diverse weitere Vornamen) von Habsburg-Lothringen geb. von Bourbon-Parma zu Grabe getragen – einstmals die letzte Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. 70 Jahre nach der Abschaffung der Monarchie gedachte die Republik Österreich der Grand Old Lady mit einem Staatsbegräbnis in alter k. u. k. Pracht. Sogar der historische Leichenwagen, mit dem schon Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Elisabeth und Kronprinz Rudolf beerdigt worden waren, wurde wieder eingesetzt.

Geboren wurde Zita am 9. Mai 1892 im italienischen Lucca, und zwar als 17. von insgesamt 24 Kindern des ehemaligen (1860 entthronten) Herzogs von Parma. Trotz des Thronverlustes in Wohlstand aufgewachsen (ihrer Familie gehörte u. a. das Château de Chambord an der Loire), heiratete Prinzessin Zita am 21. Oktober 1911 in Schwarzau Erzherzog Karl, den Grossneffen Kaiser Franz Josephs, der, ebenso wie der unglückliche Thronfolger Franz Ferdinand, bei der Hochzeit persönlich anwesend war. Karl wurde 1914 durch Franz Ferdinands Tod Thronfolger und schliesslich 1916 durch Franz Josephs Tod Kaiser von Österreich und König von Ungarn. Kaiserin und Königin Zita war eine wichtige Beraterin ihres Gatten, doch dieser regierte nicht lange. 1919 begann die Odyssee der Kaiserfamilie im Exil – zunächst die Schweiz (Rorschach und Prangins), dann Madeira, wo Karl 1922 starb. Zita, damals dreissig Jahre alt, erwartete gerade ihr achtes Kind und musste nun allein für die Familie sorgen. Weitere Stationen waren Spanien, Belgien, die USA und Luxemburg. 1962 liess sich Zita im bündnerischen Zizers nieder und starb dort, erblindet, am 14. März 1989 (sie hinterliess übrigens sieben überlebende Kinder und über 30 Enkelkinder). Immerhin hatte sie 1982 nach jahrzehntelanger Verbannung erstmals wieder österreichischen Boden betreten dürfen.

Man braucht nicht unbedingt Monarchist zu sein, um sich für diese Dame zu interessieren. Kaiserin Zita war auf jeden Fall eine bedeutende Zeitzeugin. Interessierten ist der Bildband Kaiserin Zita. Kronzeugin eines Jahrhunderts von Erich Feigl zu empfehlen.

28. Oktober 2014

Oh schaurig ist’s, übers Moor zu gehn…

by Gabriel Weber

Jetzt bei buchplanet.ch: Die Kreuze im Nebel von Rodney Bennett.

Die beiden dreizehnjährigen Freunde William Davies und Tom Newcombe würden sich Annette von Droste-Hülshoffs Meinung wohl anschliessen (siehe Titel). Auf einer Wanderung durch das Moor verirren sie sich im Nebel und stossen auf mehrere alte Steinkreuze, die offenbar einen Weg durch das Moor kennzeichnen. Doch als die beiden Jungen bei klarem Wetter wiederkommen, sind die Kreuze spurlos verschwunden. Der kühl-rationale Logiker William und der sensible, verträumte Tom wollen der Sache auf den Grund gehen und stossen dabei auf verschiedene interessante Details. Offiziell gibt es die Kreuze gar nicht; Verschiedene Leute scheinen etwas darüber zu wissen, wollen aber nichts sagen; Vor Jahrzehnten ging einmal ein Junge auf die Suche nach den Steinkreuzen und wurde wenig später tot aufgefunden – ermordet; Dann ist da noch ein anderer Junge, einer in Mönchskutte, den aber offenbar nur Tom sehen kann; Und warum bloss beginnt Tom plötzlich so altertümlich zu reden?…

Besonders witzig an dem Buch ist die Art, wie sich der wissenschaftliche Skeptiker William (so sehr er sich auch dagegen sträubt) irgendwann doch zu der Einsicht bequemen muss, dass man in diesem Fall eben nicht alles rational erklären kann… Oh schaurig war’s in der Heide!

23. Oktober 2014

Angst, grosse Angst

by Gabriel Weber

Die grosse Schwedin Astrid Lindgren (1907-2002) wird wohl immer unvergessen bleiben. Pippi Langstrumpf, Die Brüder Löwenherz und Ronja Räubertochter erfreuen Generationen. Mein besonderer Favorit unter ihren Werken ist Mio, mein Mio.

Der Stockholmer Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson, genannt Bosse, leidet unter der Strenge und Kälte seiner Pflegeeltern. Doch alles ändert sich, als er mit Hilfe eines Flaschengeistes in das Land der Ferne reist, wo sein Vater König ist. Dort findet Bosse, oder Prinz Mio, wie er eigentlich heisst, all das, wonach er sich immer gesehnt hat: Liebe, Wärme, Geborgenheit. Doch dieses Paradies ist bedroht, nämlich durch den bösen Ritter Kato. So macht sich Bosse, beziehungsweise Mio, begleitet von seinem besten Freund Jum-Jum und seinem Pferd Miramis (Astrid Lindgren liebte Pferde; sie spielen in vielen ihrer Bücher eine wichtige Rolle), auf den Weg, um Kato zu vernichten…

Der Kampf gegen das Böse – ein Thema, so alt wie die Menschheit. Astrid Lindgren verpackt es in eine einfache, poetische Sprache. Und sie bringt eine interessante Moral ins Spiel: dass nämlich das Böse sich selbst der grösste Feind ist. Auffallend sind ständig wiederkehrende Formulierungen. So spricht der Ich-Erzähler Mio von seinem Vater stets per Mein Vater, der König und wird von diesem wiederum nie anders als mit Mio, mein Mio angeredet. Und was die Kinder im Land der Ferne gegenüber Kato empfinden, ist Angst, grosse Angst (ein Gefühl, das ich mit meiner Angsterkrankung gut nachvollziehen kann).

Übrigens: Wie viele andere Werke Astrid Lindgrens fand auch Mio, mein Mio den Weg auf die Kinoleinwand. Doch während die meisten anderen Lindgren-Filme rein schwedische Produktionen sind, wurde Mio in the Land of Faraway von einem Russen inszeniert, unter anderem in Schottland und in der heutigen Ukraine gedreht und ist im Original englisch gesprochen, was die Muttersprache sämtlicher Hauptdarsteller (darunter Sir Christopher Lee und der junge Christian Bale) war.

21. Oktober 2014

Einigkeit und Recht und Freiheit

by Gabriel Weber

1945 war bekanntlich der Zweite Weltkrieg beendet und mit ihm Nazi-Deutschland. Doch die zwölf Jahre der braunen Diktatur konnten natürlich nicht so einfach ausgelöscht werden. Die Schatten der Vergangenheit blieben und suchen Deutschland bis heute immer wieder heim. 1961 veröffentlichte Bertram Otto in Bonn einen kleinen Bildband mit dem vielsagenden Titel: Hitler marschiert in der Ostzone. Anhand von Fotografien will der Autor beweisen, dass die Ostzone (sprich die DDR) im Grunde nichts anderes sei als ein Drittes Reich mit anderen Vorzeichen.

Der Autor stellt Bilder aus der Nazi-Zeit solchen aus der DDR gegenüber. Und das Resultat ist recht frappierend: Hüben und drüben Pompöse Massenaufmärsche. Exzessiver Führerkult. Keine Opposition. Wahlen ohne Auswahl. Polizeilicher Terror gegen Regimegegner. Eine Parteidoktrin so quasi als Religions-Ersatz. Kunst als Mittel der Propaganda. Hasspredigten gegen einen erfundenen Feind. Sogar die Uniformen sind sich nicht unähnlich.

Aber es ist meiner Meinung nach in einem solchen Fall wichtig, beide Seiten zu sehen. Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie wohl ein entsprechendes DDR-Werk über West-Deutschland aussehen würde. Alle die alten Nazis in den Chefetagen der Bundesrepublik, alle die Wehrmacht- und SS-Kaderleute in der Bundeswehr, alle die zu Gefängnisstrafen Verurteilten der Nürnberger Prozesse, von denen kaum einer seine Strafe wirklich vollständig abgesessen hat…

16. Oktober 2014

Das Morden ist der Agatha Lust…

by Gabriel Weber

Ich habe zwar schon einmal über Dame Agatha Christie DBE geschrieben (nämlich am 27. Januar 2014), aber eine der meistverkauften Schriftstellerinnen aller Zeiten gibt genug her für mehrere Blogs. Meine Empfehlung für Fans: Das Agatha Christie Lesebuch. Darin erfährt man einiges über die Queen of Crime und ihre Arbeitsweise.

Eine seltsame Fantasie muss sie ja schon gehabt haben, die Agatha. Man braucht nur mal die Methoden durchzugehen, mit denen bei ihr die Mordopfer um die Ecke gebracht werden. Die „traditionellen“ Varianten wie Gift, Messer oder Schusswaffen kommen natürlich auch vor. Daneben gibt es wesentlich originellere Mordinstrumente: Ein Nylonstrumpf; ein Giftpfeil aus einem Blasrohr; ein zweckentfremdeter Tennisschläger; ein Briefbeschwerer in einer Wollsocke; ein Fleischspiess; eine Ukulelensaite; und nicht zu vergessen (mein persönlicher Favorit) ein elektrisch präpariertes Schachbrett…

Ein eigenes Kapitel behandelt Dame Agathas Giftküche. Auch hier gibt es die Klassiker wie Zyankali oder Strychnin; Ausserdem verwenden Agathas Giftmörder u. a. aber auch Morphium, Nikotin und teilweise sogar ganz exotische Wässerchen wie das Gift der südafrikanischen Baumschlange. Verabreicht wird das Gift meistens wahlweise in Wasser, Kaffee, Tee oder sogar Champagner.

Was die Opfer betrifft, hatte Agatha anscheinend keine besonderen Vorlieben. Ermordet werden Frauen und Männer, reiche Leute und arme Leute, Adlige und Nicht-Adlige, Verbrecher und Unschuldige, sympathische und unsympathische Zeitgenossen. In dieser Hinsicht waren für Agatha alle Menschen gleich.

Die beiden Ereignisse in ihrem Leben, die Dame Agatha nach eigener Aussage am meisten beeindruckten, waren erstens ihr erstes eigenes Auto und zweitens ihr Dinner mit der Königin im Buckingham Palace ein halbes Jahrhundert später.

14. Oktober 2014

Eine trügerische Idylle

by Gabriel Weber

Ein Klassiker der Schauerliteratur ist Bis zum Äussersten (im Original The Turn of the Screw, wörtlich „Die Drehung der Schraube“) von Henry James.

Eine junge Pfarrerstochter tritt eine Stelle als Gouvernante an. Ein reicher Junggeselle hat sie eingestellt, um auf seine beiden Mündel aufzupassen. Wichtigste Bedingung: Er will unter allen Umständen in Ruhe gelassen werden, sie soll alles allein machen. Die junge Frau reist also nach Bly, einem hochherrschaftlichen Landsitz in Essex. Es gefällt ihr dort gut; ihre beiden Schützlinge, Flora und Miles, erweisen sich als hübsche, brave und wohlerzogene Kinder – fast ein bisschen zu hübsch, brav und wohlerzogen. Doch im Laufe der Zeit gelangt die Gouvernante zu der Ansicht, dass hinter der idyllischen Bilderbuchfassade Abgründe lauern… Die eigentümlichen Dinge, die sie beobachtet, lassen nur einen Schluss zu: Quint, der einstige Kammerdiener des Hausherrn, und Miss Jessel, die frühere Gouvernante, zwei zutiefst schlechte Menschen, haben Miles und Flora verdorben,  ihnen das Schlechte eingeimpft. Zwar sind Quint und Miss Jessel inzwischen beide tot; aber die Gouvernante ist überzeugt, dass sie die Kinder immer noch heimsuchen. Und dass es irgendwann zu einer Katastrophe kommen wird, wenn sie nichts unternimmt. Aber was soll sie unternehmen?

Das besonders Faszinierende an der Geschichte besteht in der Subjektivität. Alles wird aus der Sicht der Gouvernante erzählt; so wird nie recht klar, ob das alles eigentlich real ist oder ob sie es sich nur einbildet. Die Erzählung war ein grosser Erfolg; sie wurde bis heute mehrmals verfilmt und diente Benjamin Britten sogar als Vorlage für eine Oper.

9. Oktober 2014

Das Haus und seine Torte

by Gabriel Weber

Wer kennt nicht die Sachertorte? Und wer kennt nicht das Haus, wo sie herkommt: Das Hotel Sacher an der Philharmonikerstrasse in Wien? Jetzt bei buchplanet.ch: Hotel Sacher. In deinen Betten schlief Österreich von Ernst Hagen.

Franz Sacher, der Erfinder von Sachertorte und Tafelspitz, in jungen Jahren Hilfskoch im Haushalt des Fürsten Klemens von Metternich, war ursprünglich Inhaber eines Delikatessengeschäfts, bevor er 1876 gleich hinter der Staatsoper sein Hotel eröffnete. Später übergab er die Leitung seinem Sohn Eduard und seiner Schwiegertochter Anna. Nach dem frühen Tod ihres Mannes führte Anna Sacher den Betrieb alleine weiter und wurde, als zigarrenrauchende Geschäftsfrau, ihrerseits ein Teil der Legende. Das Hotel Sacher wurde bald zur ersten Adresse Wiens, die oberen Zehntausend von Österreich-Ungarn gingen ein und aus (besonders die Séparées im Sacher waren sehr gefragt, namentlich für diskrete Rendezvous) – nur einer kam nie: Seine apostolische Majestät Kaiser Franz Joseph I.

Das Hotel Sacher ist bis heute eine Legende geblieben, ebenso seine Torte. Die Angestellten sind immer noch so diskret wie einst der legendäre Kellner Franz Wagner, der durch seine Verschwiegenheit und seine Menschenkenntnis zu k. u. k. Zeiten so manchen Skandal vermied. Das Hotel ist nach wie vor eines der ersten Häuser am Platz und beherbergt zahlungskräftige Gäste aus aller Welt, insbesondere Künstler der nahen Staatsoper. Nichts konnte das Sacher auf die Dauer erschüttern, weder der Erste Weltkrieg, noch der Zusammenbruch der Donaumonarchie (bei dem Anna Sacher erklärte, ihr komme kein Präsident ins Haus), noch der „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland – ja nicht einmal der drohende Konkurs nach Frau Sachers Tod 1930.

Übrigens: Eines frühen Morgens wurden im Prater vier Herren wegen Nacktbadens in einem Teich von einem Polizisten verhaftet – oder doch zumindest beinahe. Es waren Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn, der Prince of Wales (später König Eduard VII. von Grossbritannien), König Milan von Serbien – und Hoteldirektor Eduard Sacher.

7. Oktober 2014

Dr. Placheta von der Uniklinik

by Gabriel Weber

Am 8. Juni 1918 brachte Therese Placheta, Gattin des Oberleutnants der k. u. k . Artillerie Hugo Placheta, im heute rumänischen Marosheviz ihren ersten und einzigen Sohn Gunther zur Welt (52 cm, 3350 g). Der Junge sollte später eine sehr vielfältige Begabung an den Tag legen.

In Wien aufgewachsen, wo sein Vater als Tierarzt tätig war, entdeckte Gunther schon früh seine Begeisterung für den Schwimmsport. Er hatte grossen Erfolg als Brustschwimmer, nahm an mehreren internationalen Wettkämpfen teil und wäre 1936 beinahe für Österreich bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin angetreten. Hauptberuflich studierte er Medizin und wurde Arzt. Nachdem er während des Krieges in der Wehrmacht erste praktische Erfahrungen gesammelt und nach dem Krieg einige Zeit in Kriegsgefangenschaft verbracht hatte, kam Gunther als Stationsarzt an die psychiatrische Universitätsklinik in Wien. Es sollte seine letzte Station in diesem Beruf sein; Ende 1949 hängte Dr. med. Gunther Placheta den weissen Kittel an den Nagel – und wurde Schauspieler.

Gunther machte sich bald einen Namen als Komiker, zunächst auf der Bühne, dann auch vor der Filmkamera. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Werken in seiner Filmographie gehören Die Deutschmeister, Der BettelstudentKaiserjäger, Unsere tollen Tanten sowie über ein Dutzend Filme, in denen Gunther mit Peter Alexander zusammen auftrat, darunter Im weissen Rössl, Die Abenteuer des Grafen BobbyDie Fledermaus und Schwejks Flegeljahre. Ausserdem schrieb Gunther aber auch Theaterstücke und Drehbücher und betätigte sich als Autorennfahrer. Der Wunsch seines Vaters, Gunther solle Geige spielen lernen, erwies sich jedoch als Reinfall (man kann eben nicht für alles Talent haben).

Zu Beginn seiner Karriere als Schauspieler legte Gunther sich einen Künstlernamen zu, da er nach der Meinung von Fachleuten (besonders nach der Meinung von Fräulein Cech, der Sekretärin des Max-Reinhardt-Seminars) auf der Bühne unmöglich Placheta heissen konnte. Er nannte sich fortan Gunther Philipp und veröffentlichte 1989 seine Memoiren Mir hat’s fast immer Spass gemacht (jetzt bei buchplanet.ch).

2. Oktober 2014

Aus dem Krankenbett direkt in die Höhle des Löwen

by Gabriel Weber

Friedrich Dürrenmatt schrieb u. a. auch Kriminalromane. Einer davon ist Der Verdacht (jetzt bei buchplanet.ch).

Kriminalkommissar Hans Bärlach (bekannt aus Der Richter und sein Henker) liegt schwer krank im Berner Salemspital. Sein Fall ist praktisch hoffnungslos und obendrein steht Bärlach auch noch kurz vor der Pensionierung. Aber die Katze lässt bekanntlich das Mausen nicht; Bärlach entwickelt vom Krankenbett aus eine waghalsige Theorie, wonach Dr. Nehle, während des Holocausts Arzt im Konzentrationslager Stutthof, und Dr. Emmenberger, angesehener Chefarzt einer Privatklinik in Zürich, ein und dieselbe Person seien. Die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering, auf den ersten Blick scheint es sogar ausgeschlossen, aber Bärlach lässt nicht locker. Schliesslich lässt er sich sogar als Patient in Emmenbergers Klinik einliefern…

Der Verdacht ist kein klassischer Krimi. Was die Handlung spannend macht, ist weniger die Frage: Wer ist der Mörder? (auch wenn es einen Toten gibt) als viel mehr die Frage: Wird Kommissar Bärlach lebend wieder aus der Klinik herauskommen? Mich erinnert das Ganze ein bisschen an James Bond, wenn er in das Hauptquartier eines Oberbösewichts vorstösst. Und wie bei Auric Goldfinger oder Ernst Stavro Blofeld geistern auch bei Dr. Emmenberger verschiedene skurrile bis unheimliche Figuren herum. Eine geheimnisvolle Ärztin, eine bigotte Krankenschwester und ein Zwerg…