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Ich wollt‘, ich wär ein Huhn

von Gabriel Weber

ist nur einer der Hits, mit denen die Comedian Harmonists berühmt wurden und die heute noch bekannt sind. Andere sind beispielsweise „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Das ist die Liebe der Matrosen“. Die Geschichte dieser sechs Herren aus Deutschland erzählt Tilo Köhler in seinem Roman Comedian Harmonists.

Harry Frommermann, Robert Biberti, Roman Cycowski (Pole), Erich A. Collin und Ari Leschnikoff (Bulgare) sowie der Pianist Erwin Bootz haben sich 1927 in Berlin kennengelernt, und zwar aufgrund eine Anzeige, die Frommermann aufgegeben hatte zwecks Gründung eines „einzig dastehenden Ensembles“. Und einzig stand es wirklich da, das Vokalensemble, das nach monatelanger Probenarbeit an die Öffentlichkeit trat und in kurzer Zeit zu Weltruhm gelangte. Konzerte und Plattenaufnahmen führten die Herren in aller Herren Länder, bis nach Australien. Das Besondere daran war, dass sie nur alle zusammen funktionierten und keiner das Ensemble dominierte. Köhler beschreibt die kurze, aber eindrucksvolle Karriere, die nach acht Jahren brutal und abrupt zu Ende ging, detailliert und eindringlich. Zentrale Hauptfigur ist Harry Frommermann, der durch jene Anzeige einst den Anstoss für die Gruppe gab und, ironischerweise, als Jude auch „mitverantwortlich“ für ihr Ende war.

Das Ende der Erfolgsgeschichte kam mit den Nazis. Für so etwas „Undeutsches“ wie Komidiän Harmonisten, die Lieder von Nichtariern vortrugen, war im Dritten Reich kein Platz. Und nicht nur die Autoren der Lieder, auch die Sänger waren teilweise nichtarisch! Die jüdische Hälfte des Sextetts rettete sich 1935 in die Emigration, die legendären Comedian Harmonists waren Geschichte. Die Herren traten nie wieder gemeinsam auf.

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