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Die schwarze Venus

von Gabriel Weber

Momentan ist in Ferguson, einem Vorort von St Louis im amerikanischen Bundesstaat Missouri, die Hölle los. Auch die in St Louis geborene afroamerikanische Tänzerin und Sängerin Josephine Baker (1906-1975) hat in ihrer Kindheit so einiges erleben müssen.

Josephine Freda MacDonald (Baker war der Name ihres zweiten Ehemannes) kam als Kellnerin in einem Tanzclub zum Showbusiness. In den 1920er Jahren kam sie nach Paris – und eroberte es im Sturm! Josephine verzauberte ganz Europa durch ihre exotischen Tänze (insbesondere denjenigen, bei dem sie nur ein Röckchen aus Bananen und sonst nichts trug) und durch ihre Chansons. Da sie jedoch in Amerika als Schwarze trotz ihres Erfolges immer unter der Rassentrennung zu leiden hatte, liess sie sich schliesslich dauernd in Frankreich nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg (in dem sie sich grosse Verdienste um die Résistance erwarb) begann Josephine ihr grosses Experiment, mit dem sie der Welt beweisen wollte, dass ein friedliches Zusammenleben aller Völker und Religionen möglich ist: Sie adoptierte ein Dutzend Kinder, jedes mit einer anderen Nationalität. Zur Ruhe setzte sie sich nie; da sie offenbar nicht besonders gut mit Geld umgehen konnte und daher ständig in finanziellen Schwierigkeiten steckte, blieb sie bis zu ihrem Tod auf der Bühne aktiv.

Josephine Baker, die Kämpferin für Toleranz und Menschenrechte, starb im Alter von 69 Jahren und wurde in Paris mit einem Staatsbegräbnis in der Madeleine-Kirche geehrt. Vermutlich würde sie sich im Grab umdrehen, wenn sie wüsste, was sich heute in Ferguson abspielt…

Der erste schwarze Weltstar überhaupt ist im Magazin von buchplanet.ch gleich mehrfach vertreten.

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