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„Kein Laster und kein Verbrechen“

von Gabriel Weber

sei die Homosexualität, heisst es schon 1897 in der Gründungserklärung des Wissenschaftlich-Humanitären Komitees, einer der ersten Organisationen, die sich für die Rechte der Homosexuellen einsetzten. In ihrem Buch Out! führen Karen-Susan Fessel und Axel Schock 500 homo- oder bisexuelle Persönlichkeiten der Weltgeschichte auf.

Da sind zum einen die üblichen Verdächtigen, deren Homosexualität allgemein bekannt ist (Oscar Wilde, Harvey Milk, Liberace, Thomas Mann). Interessant fand ich aber ganz besonders die Einträge über Personen, bei denen es mir neu war (Selma Lagerlöf, Coco Chanel, John Maynard Keynes, Benjamin Britten). Diese wie auch weitere Namen (Peter Tschaikowsky, Jean Cocteau, Gertrude Stein, Vita Sackville-West, Leonard Bernstein, Greta Garbo, Hans Christian Andersen, André Gide, Andy Warhol, Sokrates, Michelangelo, Judy Garland) sollten jenen Leuten zu denken geben, die Schwule und Lesben immer noch als perversen Abschaum betrachten. „Addiert“ man den Inhalt von Out!, so stellt man fest, dass homo- und bisexuelle Menschen insgesamt einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Welt- und Kulturgeschichte geleistet haben.

Übrigens werden in dem Buch auch Personen von entschieden negativem Ruhm erwähnt, etwa Ernst Röhm, der Gründer der SA, oder der Serienmörder Fritz Haarmann. Es geht nicht darum, zu beweisen, dass Homosexuelle gewissermassen „bessere Menschen“ seien, denn das sind sie nicht; aber auch keine schlechteren!

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