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Tiere aller Länder, vereinigt euch!

von Gabriel Weber

Ich habe seinerzeit im Englischunterricht am Gymnasium ganz verschiedene Bücher gelesen. Aber kaum eines hat mich so beeindruckt wie George Orwells Klassiker Animal Farm (Farm der Tiere).

Auf einer Farm in England bricht eines Tages die Revolution aus. Die Pferde, Schweine, Hühner, Schafe und anderen Tiere verjagen den Bauern Jones und übernehmen die Farm selbst. Sie haben es nämlich satt, von den Menschen ausgebeutet zu werden! Sie wollen frei und ihre eigenen Herren sein – und von ihrer Farm aus wird sich die Revolution ausbreiten, bis alle Tiere der Welt ihre Freiheit erlangt haben! Tiere, hört die Signale! Das klingt gut; und am Anfang läuft auch alles bestens mit den Genossen. Aber mit der Zeit bildet sich doch eine neue „herrschende Klasse“ heraus, nämlich die Schweine. Besonders der Eber Napoleon versteht es, die Macht auf der Farm an sich zu reissen. Denn wenn auch alle Tiere gleich sind, so sind doch einige immer noch gleicher als die anderen…

In dieser genialen Satire auf die Russische Revolution und ihre Folgen ist vieles enthalten: die revolutionäre Begeisterung, die Hoffnung auf ein besseres Leben, Streitigkeiten und Machtkämpfe innerhalb der Führungsriege, der Wert der Propaganda, Manipulation der Massen, Einschüchterung der Gegner durch Terror und Schauprozesse… und irgendwann stellt man sich die Frage, ob die Tiere durch ihre „Revolution“ nicht vom Regen in die Traufe gekommen sind. Diese Dinge haben nicht nur für die Russische Revolution Gültigkeit, sondern sind leider auch heute immer noch aktuell – und mit ihnen Orwells Buch (der Autor hatte übrigens gestern Geburtstag).

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