Erdnüsse aus Amerika

Erdnüsse heissen auf englisch peanuts. Und ebenso heisst auch der vermutlich erfolgreichste Comicstrip der Welt, kreiert von Charles M. Schulz: Peanuts. Schulz zeichnete über Jahrzehnte hinweg unzählige Vier-Bilder-Geschichten über die mehr oder weniger alltäglichen Erlebnisse einer Gruppe von Kindern.

Charlie Brown, der schüchterne, herumgestossene, stets vom Pech verfolgte kleine Junge; Lucy, die ständig an Allem und Jedem herumnörgelnde Miesmacherin; Linus, Lucys kleiner Bruder (und, neben Charlie Brown, ihr Lieblingsopfer); Schroeder, der Klavierspieler und Beethoven-Fan, der sich ständig Lucys Avancen erwehren muss; Pig Pen, der Dreckspatz; Peppermint Patty, die resolute Draufgängerin mit Schulproblemen. Der zweifellos populärste Peanuts-Charakter überhaupt ist Charlie Browns Hund Snoopy. Dieser Tausendsassa von einem Beagle reüssiert (zumindest in seiner Phantasie) unter Anderem als Rechtsanwalt, als Schriftsteller und als Jagdflieger des Ersten Weltkriegs, immer unterstützt von seinem besten Freund, dem kleinen Vogel Woodstock. Snoopy spielt Tennis und Baseball, leitet eine Pfadfindertruppe und schläft nie in seiner Hundehütte, sondern immer auf deren Dach.

Charlie Brown ist Captain einer notorisch erfolglosen Baseball-Mannschaft. Seine kleine Schwester Sally ist unglücklich in Linus verliebt. Snoopy versucht erfolglos, seine Romane irgendeinem Verlag anzudrehen. Peppermint Patty will ihrer Freundin Marcie abgewöhnen, sie dauernd „Sir“ zu nennen. Im Grunde sind die Peanuts eine einzige Geschichte von Misserfolgen – aber Misserfolgen mit Charme und Humor. Ich finde diesen Mikrokosmos grossartig; voller liebevoller Details und pfiffiger Pointen.

Charles Schulz‘ Einfallsreichtum scheint nahezu unerschöpflich gewesen zu sein. Im Katalog von buchplanet.ch finden sich (und zwar sehr günstig) Peanuts auf französisch: La vie est un rêve, Charlie Brown und Imbattable Snoopy.

One Reply to “Erdnüsse aus Amerika”

  1. In regelmäßigen Abständen lese ich den Blog von Gabriel Weber und bin beeindruckt. Erstens, dass man überhaupt so viel lesen kann (ich dachte bisher, ich wäre darin auch nicht schlecht) und zweitens, dass die Besprechungen so treffend, humorvoll und persönlich sind. Man bekommt gleich Lust auf die Bücher. So dieses Mal die „Peanuts“. Ich habe mir vorgenommen, sie jetzt wieder hervorzuholen. Sorry, dass ich nicht die französische Ausgabe erwerbe. Ich nehme dafür was Anderes.

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