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Näher, mein Gott, zu dir

von Gabriel Weber

Am Montag, dem 15. April 1912, um ca. 2.20 Uhr bot sich im Nordatlantik ein Bild, das zu einer der „Ikonen“ des 20. Jahrhunderts werden sollte:  Ein gigantisches Schiff stand fast senkrecht im Meer, bevor es krachend entzwei barst und die beiden Teile auf Nimmerwiedersehen im Ozean verschwanden. Bilanz: rund 1500 Tote. Eine Blamage der fortschritts- und technikgläubigen Belle Epoque. Der persönliche Ruin des Reeders. Ein fast unerschöpfliches Thema für Bücher und Filme. Abenteuerliche Legenden und Verschwörungstheorien. Und eine ungeheure Faszination, die bis heute anhält. Für Interessenten hat buchplanet.ch Titanic: Der Mythos des „unsinkbaren“ Luxusliners von Geoff Tibballs im Angebot. Der Autor berichtet darin nicht nur von jener denkwürdigen Nacht, sondern auch davon, was davor und danach geschah.

Nach dem Desaster entstanden natürlich sofort allerhand Gerüchte, unter anderem war von einer absichtlichen Versenkung zwecks Versicherungsbetrug die Rede. Geradezu unheimlich muten im Nachhinein die Berichte von Menschen an, die regelrechte Vorahnungen hatten… und die Geschichte von jenem sterbenden schottischen Mädchen, das in der fraglichen Nacht von einem untergehenden Schiff phantasierte… Natürlich suchte die Öffentlichkeit nach Schuldigen. Da Kapitän Edward Smith mit seinem Schiff untergegangen war (ein höchst standesgemässer Tod für einen Seemann), entlud sich der Volkszorn über dem anderen „Chef“ an Bord, dem Verwaltungsratspräsidenten der White Star Line, J. Bruce Ismay. Dieser wurde das Image des fahrlässigen Katastrophen-Verursachers zeitlebens nicht mehr los. Selbstverständlich bleiben in dem Buch auch die vielen bewegenden Szenen nicht unerwähnt, die sich auf dem sinkenden Schiff abspielten; die Postbeamten, die bis zum bitteren Ende bei ihren Postsäcken ausharrten; die Ehepaare, die lieber gemeinsam in den Tod gingen, als dass nur einer von beiden gerettet worden wäre; der amerikanische Millionär Benjamin Guggenheim, der sich im Smoking in seine Kabine zurück zog und erklärte, „wie ein Gentleman“ zugrunde gehen zu wollen…

Die Aussagen darüber, welche Melodie das Orchester zuletzt spielte, sind widersprüchlich. Aber die Legende, es sei der Choral „Nearer, my God, to thee“ (siehe Titel) gewesen, ist so schön, dass sie sich bis heute hält. Ach ja, übrigens: Die Wäschekammern der Titanic enthielten u. a. 45’000 Servietten, in den Gastrobetrieben an Bord waren genau 400 Zuckerzangen im Gebrauch und das Schiff hatte 2’750 kg Tomaten geladen.

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