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Hie gut Württemberg alleweg

von Gabriel Weber

Die Gegend jenseits des Bodensees hat zahlreiche bedeutende Poeten hervorgebracht: Friedrich von Schiller, Ludwig Uhland, Eduard Mörike, Friedrich Hölderlin… und, nicht zu vergessen, Wilhelm Hauff. Letzterer verfasste neben bekannten Kunstmärchen wie Die Geschichte vom kleinen Muck, Zwerg Nase oder Kalif Storch auch den historischen Roman Lichtenstein (ohne ie, da hier nicht vom Fürstentum Liechtenstein die Rede ist).

Herzogtum Württemberg, anno 1519: Das Land befindet sich mitten im Krieg. Der Schwäbische Bund besiegt und vertreibt den regierenden Herzog Ulrich. In diesem ganzen Getümmel bewegt sich, neben vielen anderen Abenteurern, der verarmte Ritter Georg von Sturmfeder, allerdings weniger von persönlichem Interesse angetrieben als von seiner Zuneigung zu einer jungen Dame namens Marie von Lichtenstein, die er in Tübingen kennengelernt hat und später in Ulm wiedersieht. Er steht jedenfalls auf der gleichen Seite wie seine geliebte Marie – ganz egal, welche Seite das ist, württembergisch oder bündisch. Aber die Zeiten sind äusserst verworren und der junge Georg muss erkennen, dass romantische Liebe einem in der Politik oft nicht weiterhilft…

Wenn man sich erst einmal an die altmodische und umständliche Ausdrucksweise gewöhnt hat (und wenn einem die romantische Liebesgeschichte zwischen Georg und seiner Marie nicht allzu sehr auf die Nerven geht), ist der Roman ganz spannend und interessant. Die Burg Lichtenstein, die in dem Roman eine wichtige Rolle spielt, existiert tatsächlich; auch sonst spart Hauff nicht mit Worten über die herrliche Landschaft Schwabens. Der Lichtenstein gehört zu dieser (meiner Ansicht nach) schönsten Gegend Deutschlands wie der Wilhelm Tell von Hauffs Landsmann Schiller zur Schweiz.

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