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Grosse Klappe und etwas dahinter

von Gabriel Weber

Kein Aprilscherz: Jonathan Strouds Bartimäus: Die Pforte des Magiers, dritter Band einer mehrteiligen Saga, macht Spass.

Das Buch spielt in einem pessimistisch gezeichneten zukünftigen Grossbritannien, in dem eine Minderheit (die Zauberer) autoritär über die Mehrheit (die „gewöhnlichen“ Leute) herrscht. Auch Dämonen, Kobolde und andere magische Wesen werden von den Zauberern unterdrückt. Der Dämon Bartimäus zum Beispiel (einst einer der bedeutendsten und mächtigsten seiner Art überhaupt) steht schon seit Jahren unter der Fuchtel des jungen Zauberers John Mandrake und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Eines Tages macht ihm die Widerstandskämpferin Kitty Jones einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Gewöhnliche“ Menschen und  Dämonen sollen sich verbünden, um die autoritäre Regierung der Zauberer zu stürzen. Bartimäus weist diesen Gedanken entrüstet zurück; für ihn sind die Menschen allesamt brutale Sklaventreiber. Nur einen einzigen Menschen hat er im Lauf der Jahrtausende wirklich gemocht, den jungen Prinzen Ptolemäus aus dem Ägypten des 2. Jahrhunderts v. Chr. Doch irgendwie und obwohl er das nie zugeben würde sind auch Kitty und sogar Mandrake (übrigens zwei alte Bekannte) Bartimäus nicht völlig gleichgültig. Als schliesslich einige Dämonen auf eigene Faust zum Aufstand gegen die Zauberer blasen, steht Bartimäus vor einer schwierigen Entscheidung…

Zugegeben, die Handlung ist Geschmacksache. Der Hauptgrund, warum mir dieses Buch so viel Spass gemacht hat, sind die Dialoge. Bartimäus hat nämlich das, was man auf gut Schweizerdeutsch ä grossi Röhrä nennt. Er ist masslos von sich selbst  überzeugt und prahlt gern mit seinen früheren Grosstaten. Ausserdem ist er ein Zyniker reinsten Wassers und wenn er Mandrake auch gehorchen muss, so heisst das noch lange nicht, dass er diesen auch mit Respekt behandelt… Das beste sind die Fussnoten, in denen Bartimäus das Geschehen süffisant kommentiert.

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