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Archiv vom März, 2014

27. März 2014

A girl’s best friends

by Gabriel Weber

Edelsteine sind legendär. Aber keiner ist so legendär wie der Diamant, der Stein der Steine. Bei Buchplanet.ch findet man dazu ein hochinteressantes Büchlein: Berühmte Diamanten und ihre Geschichte(n).

Als einziger Edelstein besteht der Diamant nur aus einem einzigen Element, nämlich Kohlenstoff (C). Die ersten nachweisbaren Diamanten kamen aus Indien, erst im 18. Jahrhundert wurden auch in Brasilien Diamantvorkommen entdeckt, im 19. Jahrhundert dann in Südafrika. In fast allen Kulturen und zu fast allen Zeiten galten Diamanten als etwas ganz besonderes, so wurden ihnen zum Beispiel oft heilende Kräfte nachgesagt. Andere Eigenschaften waren hingegen weniger positiv: Manche Diamanten, besonders solche, die von Europäern in Indien geraubt wurden, galten als „verflucht“ und sollten ihrem Besitzer Unglück bringen. Es gab zwar im Zusammenhang mit Diamanten immer wieder unnatürliche Todesfälle. Es bleibt aber offen, ob diese mit dem Fluch einer Gottheit zusammenhingen oder eher mit der Habgier der Menschen…

Einige besonders prominente Diamanten erhielten sogar Namen und damit fast so etwas wie eine „Persönlichkeit“. Der „Koh-i-noor“ zum Beispiel, der heute Teil einer der britischen Kronen ist (und zwar der Krone von Queen Elizabeth The Queen Mother, genannt „Queen Mum“, da angeblich nur Frauen den „Koh-i-noor“ tragen dürfen, ohne Schaden zu nehmen). Der „Régent“ wurde von einem Inder gefunden, der sich selbst eine Wunde zufügte, um den Stein unter dem Verband verstecken zu können. Später trug Ludwig XV. den „Régent“ in seiner Krone. Und als einmal ein Juwelier die bayrischen Kroninsignien überholen sollte, stellte man fest, dass die Krone anstatt des „blauen Wittelsbachers“ nur eine Kopie enthielt…

25. März 2014

Wuff!

by Gabriel Weber

Wieder einmal eine Trouvaille bei buchplanet.ch: Der Mitternachtshund von Katherine Allfrey.

Familie Quendel – Vater Martin, Mutter Elisabeth sowie die drei Kinder Steffi (12), Jonas (11) und Julian (7) – hat soeben ihr neues Heim auf dem Land bezogen und feiert dort zum ersten Mal Weihnachten. Eines der Kinder lässt versehentlich die Haustür offen (obwohl in dieser Gegend jedermann weiss, dass man an Weihnachten Türen und Fenster fest verschlossen halten sollte) und plötzlich sitzt ein Hund in der guten Stube; genauer gesagt eine Hündin unbestimmter Rasse. Die Kinder sind entzückt, die Eltern weniger. Herr und Frau Quendel wollen den Hund eigentlich nicht behalten, doch es erweist sich als unmöglich, das Tier, dem die Quendels den Namen Alma geben, wieder loszuwerden. Egal wo man Alma hinbringt – wenn man dann nach Hause zurückkehrt, ist sie unweigerlich auch wieder da. Und das Schlimmste: die ganze Nacht macht der Hund Radau, ohrenbetäubenden Krach, den aber seltsamerweise nur die Eltern hören, während die Kinder friedlich schlafen… Die Erkenntnis, das Alma alles andere als ein gewöhnlicher Hund ist, wird schliesslich zu einer ernsthaften Zerreissprobe für die Familie. Die Kinder sind von Anfang an vernarrt in sie, während Vater Quendel wild entschlossen ist, dieses Was-immer-es-auch-ist zu vertreiben.

Mir gefällt an diesem Buch besonders das wohltuende Gruseln, der Schauer durch die Atmosphäre, ohne billige Schockeffekte. Im Grunde passiert fast nichts – jedenfalls fast nichts ungewöhnliches. Aber der Leser fühlt eine Beklemmung. Schon recht bald wird klar, dass Alma weit mehr ist als einfach nur irgendein Hund; aber ist dieses Wesen nun gut oder böse?…

20. März 2014

Der Raucher vom Mississippi

by Gabriel Weber

Samuel Longhorne Clemens (1835-1910), besser bekannt als Mark Twain, wächst am Mississippi auf, in einem Milieu, das er später in seinem Roman Tom Sawyer beschreiben wird. Aus seiner Zeit als Schiffs-Lotse stammt sein Pseudonym: Mark Twain bedeutet nämlich Zwei Faden Wassertiefe.

Mein persönlicher Lieblings-Twain ist der historische Roman Prinz und Bettelknabe (The Prince and the Pauper). 1537 kommen in London zwei Jungen zur Welt.  Der eine, Edward Tudor, ist der lange ersehnte Sohn und Erbe König Heinrichs VIII. Der andere, Tom Canty, ist ein ganz ohne Enthusiasmus begrüsstes weiteres hungriges Maul in einer Bettlerfamilie. Zehn Jahre später lernen sich die beiden Jungen per Zufall kennen und tauschen im Privatgemach des Prinzen spasseshalber die Kleider. Dann machen sie vor dem Spiegel eine erstaunliche Entdeckung: Sie ähneln sich derart wie ein Ei dem anderen, dass man sie unbekleidet kaum auseinander halten könnte. Gleich darauf wird Edward in Toms Lumpen als angeblicher Bettler in hohem Bogen auf die Strasse geworfen, während Tom in Samt und Seide als angeblicher Prinz von Wales im Palast zurückbleibt… An dieser Geschichte fasziniert mich der Gedanke, dass im Grunde alles nur Schein, nur Äusserlichkeit ist – und wie leicht man unseren Begriff von „Normalität“ hinterfragen kann. Edward (der sich in der Gosse als Prinz zu erkennen gibt) und Tom (der im Palast darauf besteht, ein Bettler zu sein) werden beide für verrückt gehalten, obwohl sie doch nichts als die reine Wahrheit sagen…

1878 unternimmt Mark Twain eine Reise nach Europa – teils zu Fuss, teils per Eisenbahn. Davon berichtet er in Bummel durch Europa (A Tramp abroad). In Frankreich wird er Zeuge eines Duells, in Deutschland lernt er Richard Wagners Musik kennen und hassen. Auch die Schweiz gehört zu seinen Reisezielen. Twain besucht das Löwendenkmal in Luzern, wandert vom Berner Oberland über den Gemmipass ins Wallis und möchte vor allem das Nonplusultra erleben: Einen alpinen Sonnenaufgang auf der Rigi. Aber das erweist sich als gar nicht so einfach. Schon während des Aufstiegs geht alles schief, was schief gehen kann; und selbst nach der Ankunft im Hotel Rigi-Kulm sind mehrere Anläufe nötig, bis es (vielleicht) klappt… Auch die Besteigung des Riffelbergs bei Zermatt hat ihre Tücken. Diese Besteigung ist eigentlich ganz einfach und dauert nur einige Stunden; Aber Twain, ausgerüstet wie für eine mehrmonatige Polarexpedition, bringt es fertig, das Unternehmen auf eine Woche auszudehnen. (Wichtiger Hinweis: Diese Reiseerlebnisse sind übertrieben, überspitzt und ausgeschmückt. Ich bezweifle, dass Mark Twain sich wirklich so dumm angestellt hat.)

18. März 2014

The Importance of being Oscar

by Gabriel Weber

Oscar Fingal O’Flaherty Wills Wilde (1854-1900), kurz Oscar Wilde, war ein irischer Schriftsteller, der zweifellos zu den bekanntesten und bedeutendsten Literaturgrössen englischer Sprache gehört. Nach seinem Studium in Oxford wurde er in London ansässig. Bekannt als Dandy und Provokateur, amüsierte er die viktorianische High Society durch seine geistreichen Komödien, erschreckte sie aber zugleich auch durch unbürgerliche, gesellschaftskritische, teilweise gewollt „unmoralische“ Werke. 1895 wurde Wilde wegen homosexueller Praktiken (die in Grossbritannien, wie auch anderswo, damals illegal waren) zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung war er ein gebrochener Mann und schrieb nur noch ernste Texte. Am 30. November 1900 starb er in Paris – zwar pleite, aber in einem Nobelhotel. Wildes Kommentar dazu: „Ich sterbe über meine Verhältnisse.“

Für mich war Oscar Wilde ein Genie. Nur schon seine Komödien wie The Importance of being Earnest (Ernst sein ist alles, auch bekannt unter dem Titel Bunbury) oder An Ideal Husband (Ein idealer Gatte) – jeder Satz eine Pointe, jede Zeile ein Seitenhieb auf die ebenso heuchlerischen wie oberflächlichen „besseren Herrschaften“. Auch die Prosa – von dem ernsthaften Horrorroman The Picture of Dorian Gray (Das Bildnis des Dorian Gray; ein eitler Schönling erreicht, dass statt seiner sein Porträt altert – mit grässlichen Folgen.) bis zu der parodistischen Schauergeschichte The Canterville Ghost (Das Gespenst von Canterville; ein echtes britisches Schlossgespenst zieht zwar alle Grusel-Register, beisst sich aber an der modernen, aufgeklärten amerikanischen Familie, die in sein Schloss gezogen ist, trotzdem die Zähne aus.) – zeugt von Wildes Begabung. Aber er war bei weitem nicht nur Humorist. So beschreibt er zum Beispiel in seinen Erzählungen Teleny und Der Priester und der Messnerknabe (jetzt bei buchplanet.ch) die Tragik des Homosexuellen, der durch kleinliche gesellschaftliche Konventionen und die Vorurteile engstirniger Mitmenschen zerstört wird – ein Schicksal, das Wilde selber nur allzu gut kannte. Seine Beziehung zu Lord Alfred Douglas wurde ihm, dem verheirateten Familienvater, schliesslich zum Verhängnis.

13. März 2014

Jässodu!

by Gabriel Weber

Kein Schweizer Musiker war bisher international so erfolgreich wie Paul Burkhard. Und auch über 30 Jahre nach seinem Tod ist er unvergessen: Die kleine Niederdorfoper im Zürcher Bernhardtheater ist ein riesiger Erfolg – und das mittlerweile schon in der zweiten Saison. Buchplanet.ch hält natürlich auch hierzu Literatur bereit: „Oh mein Papa… Paul Burkhard. Leben und Werk“ von Philipp Flury und Peter Kaufmann.

1911 in Zürich geboren, war “ Päuli“ ein musikalisches Wunderkind, seine erste Komposition datiert aus dem Jahr 1918. Nach dem Besuch des Konservatoriums (das er übrigens mit Auszeichnung abschloss) war er zunächst Korrepetitor am Berner Stadttheater – hier schrieb er mit der Operette Hopsa sein erstes grosses Bühnenwerk – , anschliessend Hauskomponist am Schauspielhaus Zürich – in dieser Funktion schrieb er u. a. die Musik für die Uraufführung von Brechts Mutter Courage – , dann Leiter des Unterhaltungsorchesters von Radio Beromünster, bevor die Operette Der Schwarze Hecht (und vor allem der darin enthaltene Hit Oh mein Papa) es ihm ermöglichte, sich als freischaffender Musiker nach Zell im Tösstal zurückzuziehen. Dort komponierte der fromme Burkhard für die Dorfjugend religiöse Singspiele (u. a. die Zäller Wienacht). 1977 erlag er einem Krebsleiden.

Ach Gott, noch erinnere ich mich an meine ersten Burkhard-Erfahrungen mit den Schallplatten meiner Eltern. Seine Ohrwürmer wie Dä Heiri hät äs Chalb verchauft, Mir mag halt niemer öppis gunnä oder Das isch dä Schtärn vo Betlehem sind mir heute noch geläufig. Die eingängigen Melodien, teils beschwingt, teils betrübt, teils besinnlich, sind für mich immer wieder ein Genuss. Um es mit dem Bauern Heiri aus Hausen am Albis zu sagen: Jässodu!

11. März 2014

Der Herrenabend

by Gabriel Weber

Ich verehre Friedrich Dürrenmatt sehr. Zu meinen Lieblingswerken von ihm gehört Die Panne. Dieses Werk existiert nicht nur als Roman, sondern auch als Theaterstück und als Hörspiel.

Alfredo Traps, Generalvertreter einer Textilfirma, hat eines Abends eine Panne und ist daher gezwungen, in einem Dorf zu übernachten. Da im Gasthof kein Zimmer frei ist, quartiert er sich in einer Villa ein. Deren gastfreundlicher Besitzer, Richter im Ruhestand, lädt Traps zu einem Abendessen mit drei alten Freunden ein – und zu einem kleinen Spiel. Die alten Juristen spielen nämlich Gericht – einer ist der Richter, einer der Staatsanwalt, einer der Verteidiger; dem Gast wird die Rolle des Angeklagten zugeteilt. Traps amüsiert sich köstlich, da er sich keines Verbrechens bewusst ist. Doch im Verlauf des mehrgängigen Abendessens, das immer mehr zur feucht-fröhlichen Fress- und Sauforgie ausartet, entdeckt der Staatsanwalt beim Verhör doch tatsächlich einen dunklen Punkt in der Vergangenheit des Gastes. Wie wird das Ganze enden? Der fünfte Herr am Tisch ist der Scharfrichter…

Die Mischung aus Humor und Groteske, für die Dürrenmatt berühmt ist, zeigt sich auch hier deutlich. Alfredo Traps, Selfmademan aus einfachen Verhältnissen, jetzt erfolgreicher Geschäftsmann, sitzt vier Greisen gegenüber und lässt sich von ihnen „richten“. Das Menü umfasst zahllose Gänge, dazu wird getrunken, bis zuletzt alle sternhagelvoll sind… und Traps, der das alles schlicht als Jux betrachtet, erzählt freimütig aus seinem Leben. Streitet er zunächst noch vehement ab, seinen einstigen Vorgesetzten auf dem Gewissen zu haben, so ist er zu guter Letzt sogar enorm stolz darauf – und will unbedingt verurteilt werden.

10. März 2014

El Ateneo Grand Splendid

by Sara Grob

REISEERINNERUNG VON SARA GROB

Dies ist der zweite Bericht meiner Argentinienreise. Passenderweise hat eine Mitarbeiterin von buchplanet.ch diesen Beitrag in die spanische Sprache übersetzt. Herzlichen Dank!

Die Buchhandlung „El Ateneo Grand Splendid“ in Buenos Aires wollte ich unbedingt besuchen, sie gilt als eine der bekanntesten von Buenos Aires. Die Buchhandlung befindet sich im Barrio Norte, an der 1860 Avenida Santa Fe. Das Besondere an dieser Buchhandlung ist das Gebäude in dem sie untergebracht ist. Das Gebäude wurde von den Architekten Peró und Torres Armengol im Auftrag von Max Glücksman erbaut. Im Mai 1919 fand die Eröffnung statt. Das Gebäude war als Theater geplant, wurde aber bereits in den späten 1920ern in ein Kino umgewandelt. 1929 wurden hier die ersten Tonfilme in Argentinien gezeigt.

Im Jahr 2000 wurde das Gebäude von der Buchhandelskette El Ateneo übernommen und in eine Buchhandlung umgewandelt (Architekt: Fernando Manzone). Die Umwandlung wurde aber sehr feinfühlig ausgeführt, man erkennt immer noch gut, dass es sich um ein ehemaliges Theater / Kino handelt. In den ehemaligen Logen findet man gemütliche Sessel zum Schmökern und die ehemalige Bühne wurde in ein Café verwandelt.

Es ist eine wunderschöne Buchhandlung und ich empfehle sie anderen Reisenden auch weiter (Als Buchliebhaber muss man das einfach gesehen haben!), doch das Angebot an Büchern von kleinen und speziellen Verlagen ist, wie in allen Buchhandelsketten, leider sehr bescheiden. Es ist erlaubt, dass man im Café in den Büchern schmökert, die Preise im Café sind aber für argentinische Verhältnisse ziemlich hoch.

An der Avenida Santa Fe befinden sich weitere interessante Gebäude und Sehenswürdigkeiten: Edificio Kavanagh (Art-Deco-Stil), Olivetti-Gebäude (eines der ersten Gebäude im Internationalen Stil in Buenos Aires), Teatro Regina (Art-Deco-Stil), Botanischer Garten, Zoo, Plaza Italia mit Denkmal für Giuseppe Garibaldi.

 

Fresken von Nazareno Orlandi, nehmen Bezug auf den Waffenstillstand zur Beendigung des Ersten Weltkrieges.

Fresken von Nazareno Orlandi, nehmen Bezug auf den Waffenstillstand zur Beendigung des Ersten Weltkrieges.

 

Im Hintergrund das Café auf der ehemaligen Bühne.

Im Hintergrund das Café auf der ehemaligen Bühne.

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6. März 2014

Schicksalsjahre einer Königin

by Gabriel Weber

Mit Memoiren ist es so eine Sache.  Einerseits sind sie natürlich sehr subjektiv, das haben Memoiren so an sich. Andererseits ist es famos, Informationen aus allererster Hand zu bekommen. Auch Königin Marie von Rumänien (1875-1938) hat ihre Lebenserinnerungen niedergeschrieben (Traum und Leben einer Königin). Ein Exemplar davon befindet sich momentan im Magazin von buchplanet.ch.

Her Royal Highness Princess Marie of Edinburgh kommt am 29. Oktober 1875 im englischen Eastwell (Grafschaft Kent) zur Welt. Ihr Vater ist der zweite Sohn von Königin Victoria, ihre Mutter die Tochter Alexanders II., des russischen Zaren. Mit vier Geschwistern wächst Marie zwischen Eastwell, London, St. Petersburg, Coburg und Malta auf. Auf Beschluss der Familie heiratet die erst 17jährige 1893 in Sigmaringen Ferdinand „Nando“ von Hohenzollern, den Thronerben von Rumänien, übersiedelt mit ihm nach Bukarest und bringt wie auf Bestellung neun Monate später den Stammhalter Carol zur Welt, dem noch fünf weitere Kinder folgen werden. Doch Marie hat Schwierigkeiten damit, in Rumänien heimisch zu werden. 1914 besteigt Nando den Thron und Marie wird Königin. Der erste Weltkrieg steht bevor…

Maries Autobiografie ermöglicht einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen europäischer Fürstenhöfe im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es „menschelt“ bei Königs… Übrigens: 1924 kamen König Ferdinand und Königin Marie auf Staatsbesuch in die Schweiz.

4. März 2014

Guter Rat ist teuer

by Gabriel Weber

Es mangelt an Lehrpersonen, es mangelt an Pflegepersonal, der bengalische Tiger ist vom Aussterben bedroht… nur von einer Sorte Lebewesen gibt es immer mehr als genug. Der „Homo experticus“, normalerweise „Experte“ genannt, erfreut sich einer stetig wachsenden Population weltweit. Und nirgends begegnet man mehr Exemplaren dieser Gattung als im Buchhandel.

Der Durchschnittsmensch ist bekanntlich ein sehr unperfektes Wesen. Seine Ernährung ist komplett verkehrt, er quält sich mit den falschen Diäten, er erzieht seine Kinder nicht richtig, beruflich kommt er nicht weiter, seine Kommunikation ist im Eimer und von Zweierbeziehungen hat er erst recht keine Ahnung. Aber glücklicherweise sind da die „Homines expertici“, die im Allgemeinen nur zu gerne helfen. Deshalb gibt es (auch bei buchplanet.ch) Ratgeber für alle Lebenslagen. Da kann man alles genau nachlesen; was man essen, trinken oder sonstwie konsumieren soll, um zwar möglichst lange zu leben, aber gleichzeitig nicht alt zu werden; wie man seine Vorgesetzten becircen muss, um möglichst schnell Karriere zu machen; und wie man seine Kinder erziehen muss, damit sie dereinst CEOs, Popstars oder Spitzenpolitiker werden. Ich kann nur sagen: Lest Ratgeber!! Für den Fortschritt der Menschheit!!

Meine Lieblingsratgeber sind übrigens die, mit denen einem beigebracht werden soll, wie man im Leben glücklich wird.