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Marienbader Elegien und Münchner Abkommen

von Gabriel Weber

Den meisten Leuten hierzulande dürfte das Sudetenland wohl nur in Zusammenhang mit dem Jahr 1938 ein Begriff sein. Für solche, die es genauer wissen wollen, ist beim Buchplanet das „Sudetenland-Lexikon“ von Rudolf Hemmerle erhältlich.

Sudetendeutsche ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Bezeichnung für die deutschsprachige Bevölkerung von Böhmen, Mähren und Schlesien (heute Teile von Tschechien und Polen). Der Name leitet sich von den Sudeten her, einem Gebirge an der heutigen tschechisch-polnischen Grenze. Im Sudetenland befinden sich unter anderem die berühmten Kurorte Karlsbad und Marienbad, ferner die Stadt Eger (wo Wallenstein ermordet wurde) und der durch Otfried Preussler weltbekannt gewordene Ort Hotzenplotz.

Die Sudetendeutschen sind zwar kein eigener Stamm, aber eine Volksgruppe mit langer Tradition und einem langen gemeinsamen Schicksal. Im „Herzen Europas“ gelegen, sozusagen auf halbem Weg zwischen Frankreich und Russland, haben das Sudetenland und seine Bewohner in der europäischen Geschichte immer wieder eine wichtige Rolle gespielt. Lange Zeit Bestandteil des Königreichs Böhmen bzw. der Donaumonarchie, wurde das Land 1918 Bestandteil der Tschechoslowakei und 1938 von Nazi-Deutschland geschluckt. Heute liegt das Sudetenland wieder hauptsächlich in Tschechien. Sein reichhaltiges kulturelles Erbe hat alle Kriege , die NS-Besetzung und die Zeit des Ostblocks überdauert.

Berühmte Sudetendeutsche waren u. a. Sigmund Freud, Ferdinand Porsche und Oskar Schindler.

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