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S‘ isch znacht am zwölfi

von Gabriel Weber

Schon der gute alte Shakespeare wusste: Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als Schulweisheit sich träumen lässt. Das Übernatürliche, das Unheimliche, das Gruslige ist immer wieder ein beliebtes Thema in der Literatur. Edgar Allan Poe, E. T. A. Hoffmann und Guy de Maupassant sind nur einige Grössen der Weltliteratur, die gelegentlich in die Welt des Grauens eingetaucht sind.

Schon in den alten Sagen und Märchen wimmelt es nur so von Geistern, Hexen usw. Im 18. Jahrhundert kamen dann Schauergeschichten in Mode, in denen es – ganz dem Zeitgeist der Aufklärung entsprechend – zuletzt für alles scheinbar Übersinnliche doch eine völlig natürliche Erklärung gibt. In der folgenden Epoche, der Romantik, kehrte sich die Entwicklung um: Jetzt interessierte man sich für das, was über die menschliche Vernunft hinausgeht – Gefühle, Empfindungen, Geisteskrankheiten und eben auch das Übernatürliche (aber jetzt ohne rationale Erklärung).

Eigentlich seltsam; sich zu gruseln ist ja im Grunde eine unangenehme Empfindung. Aber es gibt Leute, die sich dem freiwillig aussetzen und sogar noch dafür bezahlen. Von der Geisterbahn auf dem Jahrmarkt über die Gespenstergeschichte am Lagerfeuer bis zum Horrorthriller im Kino: Grusel ist beliebt. Vielleicht liegt das daran, dass man auch als moderner, aufgeklärter Mensch nicht alles wissen und begreifen kann, was um einen herum vorgeht. Da tut es gut, das Unbekannte zwischen Buchdeckeln oder auf Filmrollen sicher aufzubewahren. Dann kann man sich immer wieder sagen: Das ist ja alles gar nicht wahr…

Nanu? Was war das eben für ein Geräusch?…

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