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Haut ihn, dass die Fetzen fliegen

von Gabriel Weber

Wir leben hierzulande Gott sei Dank in einer sehr toleranten, aufgeschlossenen Gesellschaft. Doch leider gibt es auch hier und heute Minderheiten, die Schwierigkeiten haben. Zum Beispiel Homosexuelle (man denke nur an die Vorgänge in Frankreich, als die Homo-Ehe eingeführt werden sollte!). Genau damit befasst sich Ingvar Ambjörnsen in seinem Buch „Flammen im Schnee“.

Hobbydetektiv Peter und sein Kumpel, genannt der Prof, stehen vor einem neuen Fall: Leif, der Bruder des Profs, und sein Lebenspartner Gunnar stehen unter Verdacht, Sex mit einem Minderjährigen gehabt zu haben – mit einem minderjährigen Schwulen namens Reidar, den sie aus Solidarität bei sich aufgenommen haben, um ihn vor seinem Stiefvater zu schützen. Dieser Stiefvater verprügelt nämlich gern Schwule. Jetzt sind Leif und Gunnar anonym angezeigt worden und Reidar, der einzige, der sie entlasten könnte, ist spurlos verschwunden. Obendrein ereignen sich in den Wohnhäusern von „Gesinnungsgenossen“ des Stiefvaters rätselhafte Brände…

Homophobie ist nach wie vor eine tragische Realität und es ist Ambjörnsen hoch anzurechnen, dass er auf dieses Thema aufmerksam macht. Meiner Ansicht nach ist es eine Schande, dass es im 21. Jahrhundert immer noch Menschen gibt, die Homosexuelle quasi als Freiwild betrachten, an dem jeder ungestraft seinen Zorn auslassen kann! Was fällt diesen Leuten eigentlich ein? Fühlen sie sich so sehr in ihrer Männlichkeit bedroht? Und wieso gerade Schwule? Warum nicht Bartträger, Radfahrer oder Schwiegermütter? „Flammen im Schnee“ beschreibt eindrucksvoll, wohin das alles einen jungen Menschen treiben kann. Unterwegs räumt der Autor übrigens noch mit verschiedene Klischees auf, zum Beispiel mit dem, das alle Schwulen Schwächlinge seien…

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