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Und ich bin der Kaiser von China!

von Gabriel Weber

Was kann man sich als Schweizer schon unter dem sprichwörtlichen „Kaiser von China“ vorstellen? Am besten fragt man jemanden, der es wissen muss: Pu Yi (1906-1967), von 1908 bis 1912 letzter chinesischer Kaiser. Seine Memoiren mit dem Titel „Ich war Kaiser von China“ sind jetzt besonders günstig beim Buchplanet zu haben.

Im zarten Alter von nur zwei Jahren wird Aisin Gioro Pu Yi von seiner Familie getrennt und in die Verbotene Stadt gebracht. Nach dem Tod seines Onkels, des Kaisers, ist er zum Nachfolger bestimmt worden und besteigt als Kaiser Hsüan Tung den Thron. Als solcher erlebt er „die absurdeste Kindheit, die sich nur denken lässt„. Selbst nach dem Sturz der Monarchie 1912 bleibt der kaiserliche Hof mit seinen Eunuchen, Konkubinen usw. der alte – und der kleine Ex-Kaiser für die Menschen in seiner Umgebung der „Sohn des Himmels“. Von klein auf verzogen und verhätschelt, wird Pu Yi erst 1924 aus der verbotenen Stadt geworfen und lässt sich wenig später mit den Japanern ein, weil er sich davon eine Restauration der Monarchie verspricht. Er wird dann auch tatsächlich von Japans Gnaden Kaiser, doch letztlich landet er 1945 als Kriegsverbrecher vor Gericht…

Geradezu sympathisch ist mir Pu Yi nicht, aber seit der Lektüre dieses Buches empfinde ich Mitgefühl mit ihm. Dieser Mensch war im Grunde von klein auf immer nur ein Opfer der Umstände. Ausserdem muss eine solche Kindheit mit Kotau und Drachenroben längerfristig den besten Charakter verderben. Auf jeden Fall ist Pu Yis Autobiografie, die er während seiner „Umerziehung“ in der Volksrepublik China verfasst hat, allemal lesenswert.

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