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Horch, was kommt von draussen rein

von Gabriel Weber

Bekanntlich war die Schweiz während des zweiten Weltkriegs glücklicherweise kein Kriegsschauplatz. Bei der Lektüre der Thurgauer Zeitung stelle ich allerdings fest, dass der Krieg doch nicht ganz spurlos an der Schweiz vorbeiging.

Freitag, der 13. August 1943 war für zehn Soldaten der US Air Force ganz offensichtlich kein Unglückstag. Sie waren nämlich gerade mit einem Bomberflugzeug im Einsatz, als einer der Motoren zu rauchen begann. Glücklicherweise gelang dem Piloten eine Notlandung – in Österreich, wie er meinte. In Wirklichkeit waren die Amerikaner jedoch in der Thurau bei Wil gelandet. Während das Flugzeug – es handelte sich dabei um einen Liberator-Bomber von ca. 19 Metern Länge und ca. 34 Metern Breite – in Flammen aufging, konnte sich die Besatzung unverletzt in Sicherheit bringen. Später wurde sie in Wil interniert.

Für die Leute von Wil müssen die Amerikaner damals eine Sensation erster Güte gewesen sein. Die Thurgauer Zeitung berichtete jedenfalls detailliert und fast im Stil einer Landung von Ausserirdischen von den zehn Fliegern „von verschiedenem Wuchs und Typ“ (wer hätte das gedacht!) und spricht insbesondere auch von ihrem ausgezeichneten „Notproviant, Bisquits, Schokolade und anderem“ (die Rationierung lässt grüssen!).  Am Mittwoch, dem 18. August, wurden die Besucher aus der Ferne sogar alle zehne mit einem Gruppenbild in der Thurgauer Zeitung verewigt.

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