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Noble Literaten

von Gabriel Weber

Bald ist es wieder soweit: Wie jedes Jahr im Oktober gibt die Schwedische Akademie in Stockholm den Träger oder die Trägerin des diesjährigen Nobelpreises für Literatur bekannt. Wer sich für die Vergangenheit dieses begehrtesten Schriftsteller-Preises der Welt interessiert, sollte das  Nachschlagewerk „Ruhm und Ehre“ (Herausgegeben von Rolf Hochhuth und Herbert Reinoss, 994 Seiten, 2.25 kg) zur Hand nehmen.

Die Lektüre ist ein bisschen ernüchternd; Offenbar ist der Nobelpreis noch lange keine Garantie für Nachruhm. Die meisten Preisträgerinnen und Preisträger vergangener Jahrzehnte sind heute längst vergessen. Oder haben Sie schon einmal etwas von Verner van Heidenstam (Nobelpreis 1916) gehört? Von Iwan Bunin (Preis 1933)? Oder von Gabriela Mistral (1945)? Natürlich gibt es die bis heute prominenten Literaturnobelpreisträger wie zum Beispiel Thomas Mann (1929) oder Ernest Hemingway (1954). Ebenso prominent ist jedoch die Liste derer, die den begehrten Preis nie bekamen: Henrik Ibsen. Franz Kafka. Max Frisch. Graham Greene. Bertolt Brecht. Warum sind diese Leute nie zu Nobel-Lorbeeren gekommen?

Die Herren (und wenigen Damen) vom Preiskomitee sind auch nur Menschen mit Schwächen. Als solche können sie nicht immer die richtigen Entscheide fällen. Ausserdem ist es schwierig, die literaturhistorische Bedeutung eines zeitgenössischen Autors zu beurteilen. Und was man nicht vergessen sollte: persönliche Gründe spielen bei der Preisvergabe auch eine Rolle…

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