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Archiv vom Oktober, 2013

31. Oktober 2013

Der Märchenerzähler aus dem Erzgebirge

by Gabriel Weber

Es war einmal, in einem (nicht allzu) fernen Land namens Königreich Sachsen, ein verkrachter Volksschullehrer. In Armut geboren, hatte er es im Leben nie leicht gehabt; und seitdem er wegen Diebstahls und Betrugs im Gefängnis gesessen hatte, schien seine Zukunft erst recht nicht mehr rosig. Da machte der Lehrer sein Hobby zum Beruf, das heisst, er tat das, was er am besten konnte, nämlich fabulieren. Er schrieb ein Buch; dann noch eines; dann noch eines… und seine Fantasie schien grenzenlos. Er schrieb über Orte, die er gar nicht kannte (Amerika, Arabien, Russland), als ob er dort gewesen wäre, und über Personen, die es gar nicht gab, als wären sie real. Ein Millionenpublikum hielt seine Geschichten für wahr – zum Beispiel den Mythos von der Blutsbrüderschaft, die bei den Indianern in Wirklichkeit völlig unbekannt war. Generationen verschlangen und verschlingen bis heute die Bücher des verkrachten Volksschullehrers und verurteilten Hochstaplers aus dem Erzgebirge. Dieser wurde reich und berühmt, schien jedoch irgendwann selber nicht mehr so recht zwischen sich und seinen Romanhelden unterscheiden zu können…

Ein Märchen? Vielleicht. Aber ein wahres. Der sächsische Volksschullehrer hiess nämlich Karl May. Viele seiner Werke befinden sich im Katalog von Buchplanet – und zwar zu sehr günstigen Preisen!

24. Oktober 2013

Der moderne Prometheus

by Gabriel Weber

Mary Shelleys „Frankenstein“, am Genfer See entstanden, ist zweifellos ein Klassiker. Unzählige Male kopiert, parodiert und karikiert. Besonders seit der Schauspieler Boris Karloff in den 1930er Jahren die Filmrolle des „Monsters“ prägte, ist Frankenstein sozusagen der Inbegriff des billigen Horrors geworden. Zu Recht?

Viktor Frankenstein (der, obwohl sein Name nicht danach klingt, aus Genf stammt) befasst sich während seines Studiums in Ingolstadt mit der Idee, künstliches Leben zu erzeugen. Schliesslich gelingt es ihm, aus Leichenteilen einen Körper zusammenzusetzen und diesen mit der Energie eines Gewitters zum Leben zu erwecken. Doch Frankenstein muss mit Entsetzen feststellen, dass seine Kreation bei weitem nicht der „perfekte Mensch“ ist, der ihm vorschwebte. Enttäuscht und angewidert kehrt er nach Genf zurück, nicht ahnend, dass sein „Kind“ ihm folgt…

Ich glaube, dass man Shelley Unrecht tut, wenn man in ihrem „Frankenstein“ nur die Schauergeschichte sieht. Es geht nicht nur um den Hochmut der modernen Wissenschaft (als Thema heute aktueller denn je), sondern auch um die Rebellion des ungewollten, verstossenen Kindes gegen den sich abwendenden Vater. Insofern sollte man wirklich den Originalroman lesen und sich nicht auf die zahllosen Verfilmungen verlasssen.

23. Oktober 2013

Puppen

by Sara Grob

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Das Brockenhaus Flawil und buchplanet.ch arbeiten sehr eng zusammen, im Brockenhaus entdecke ich immer wieder lustige, interessante und teils auch wertvolle Dinge. Heute habe ich über diesen schönen Puppenwagen gestaunt, den man für CHF 60.00 käuflich erwerben kann. Wäre ich doch nur nochmals Kind…
Ich dachte mir, dass es passen würde Ihnen zu dieser Fotografie noch einige Puppenbücher anzubieten. Mit Klick auf das Buchbild gelangen Sie zur Verkaufsseite.

 

Die Puppe und ich wünschen Ihnen einen schönen Abend.

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21. Oktober 2013

Laki Penan

by Sara Grob

Eine Kindheitserinnerung von mir geht so: Meine Schwester gewann einen Malwettbewerb zum Thema „Regenwald“. Die Prämierung und Ausstellung der eingereichten Werke fand in einem Saal irgendwo in der Region St. Gallen statt. Ehrengast an dieser Veranstaltung war Bruno Manser. Ich kaufte mir eine Postkarte mit einer Zeichnung von Bruno Manser, er signierte mir die Rückseite der Karte.

Diese Erinnerung kam mir immer wieder in den Sinn, wenn ich in den Medien von Bruno Manser hörte oder las. Im Mai 2000 verschwand Bruno Manser im Urwald von Borneo, am 10. März 2005 wurde er offiziell für verschollen erklärt. Im 2007 war Kinostart des Films Bruno Manser – Laki Penan (absolut sehenswert!).

In unserem Angebot befindet sich das Buch Bruno Manser- Ein Leben für den Regenwald. Auszüge aus den Tagebüchern. Das Buch enthält viele Zeichnungen von Bruno Manser und auch Kopien aus seinen Tagebüchern. Man erhält einen ausführlichen Einblick in die Lebensweise und Kultur der Penan.

15. Oktober 2013

Was kommt nach dem Tod in Venedig?

by Gabriel Weber

Die Lagunenstadt Venedig hat Schriftsteller seit jeher fasziniert. Sei es die morbid-dekadente (wie in Thomas Manns „Tod in Venedig“) oder die geheimnisvoll-magische Seite (wie in Friedrich von Schillers „Der Geisterseher“). Nina Blazon hat sich mit ihrem Buch „Laqua. Der Fluch der Schwarzen Gondel“ in diese noble Reihe eingereiht.

Die Geschwister Kristina und Jan aus Deutschland müssen umständehalber zusammen mit ihrer Tante Sara die Weihnachtsferien bei ihrer Urgrossmutter verbringen, die in einem Palazzo in Venedig, dem historischen Familienstammsitz, ein Hotel betreibt. Nicht nur legt die Nonna einen für eine Hotelière geradezu bemerkenswerten Mangel an Gastfreundlichkeit an den Tag; auch der Familiensitz ist den Kindern richtig unheimlich. Bald überstürzen sich die Ereignisse: Kristina und Jan machen die Bekanntschaft von Kindern, die geradezu übernatürliche Fähigkeiten puncto Fortbewegung besitzen und offenbar nur für ganz bestimmte Leuten sicht – und hörbar sind. Ein vermummter Mann in einer uralten Gondel taucht auf und Sara scheint sich auf seltsame Weise zum Wasser der Lagune hingezogen zu fühlen. Offenbar sind die Toten in Venedig weniger tot als anderswo…

Was mir an dem Buch besonders gefällt, ist die meisterhafte Eleganz, mit der die Autorin am Ende alle Handlungselemente unter einen Hut bringt. Es ist ein Buch, das man gerne ein zweites Mal liest – weil einem dann nämlich alle die Details auffallen, die sich später als bedeutungsvoll herausstellen. Sehr interessant sind auch jene Abschnitte, in denen das Geschehen aus der Sicht des Oberbösewichts dargestellt wird, der dadurch auf fast beängstigende Weise greifbar wird. Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich das einmalige venezianische Lokalkolorit, manche Handlungsorte waren mir noch sehr gegenwärtig.

Eines steht fest: Sollte ich jemals wieder nach Venedig kommen, so wird es mir wahrscheinlich mehr als einmal kalt den Rücken runterlaufen.

14. Oktober 2013

Knoblauch – Helfer des Immunsystems

by Sara Grob

Von Juli bis November ist der Knoblauch erntereif in der Schweiz. Er ist auch unter folgenden Namen bekannt: Knobloch, Knoblich, Knublich, Knufloch, Knofel, Knubl, Alterswurzel, Magenwurzel, Windwurzel, Knuflook, Knuflauk oder abschätzend auch Stinkezwiebel. Auf Englisch nennt man ihn garlic, manchmal auch Poor Man’s Treacle (Gegenmittel des armen Mannes).  Von den Franzosen wird er Ail genannt, zuweilen auch Thériaque des pauvres (auch wieder Gegenmittel der Armen, siehe dazu: Theriak in der deutschen Wikipedia).

Der Knoblauch stärkt das Immunsystem und wirkt indirekt gegen Bluthochdruck. Damit das Immunsystem gut auf den Winter vorbereitet wird, sollte man im Oktober viel Knoblauch essen (passt auch zu Halloween). Wie wäre es zum Beispiel mit einer provenzalischen Knoblauchmayonnaise, die man sehr gut mit geröstetem Brot essen kann? (Passt auch zu: hartgekochten Eiern, Schnecken und kleinen Tintenfischen, Artischocken, junge Kartoffeln, Spargeln, lang gekochtes Fleisch aus dem Pot-au-feu)

Aioli (Provenzalische Knoblauchmayonnaise) (aus das Büchlein vom Knoblauch)
6-8 Knoblauchzehen, 1 Prise Salz, 1 Prise Zucker, 2-3 Eidotter, 1/4 l Olivenöl, Saft einer halben Zitrone
Die Knoblauchzehen mit Salz und einer Spur Zucker im Mörser oder mit dem Mixer zerkleinern.
Dann die Eidotter hinzugeben (sollten Zimmertemperatur haben)
Zur dicklichen schaumig gerührten Masse jetzt tropfenweise das Öl geben und rühren, bis es eine Mayonnaise wird.
Die fertige Aioli mit Zitronensaft abschmecken.

Habe ich nun Ihren Appetit und Ihr Interesse für den Knoblauch geweckt? Dann bestellen Sie noch heute das Büchlein vom Knoblauch in unserem Onlineshop.

10. Oktober 2013

Noble Literaten

by Gabriel Weber

Bald ist es wieder soweit: Wie jedes Jahr im Oktober gibt die Schwedische Akademie in Stockholm den Träger oder die Trägerin des diesjährigen Nobelpreises für Literatur bekannt. Wer sich für die Vergangenheit dieses begehrtesten Schriftsteller-Preises der Welt interessiert, sollte das  Nachschlagewerk „Ruhm und Ehre“ (Herausgegeben von Rolf Hochhuth und Herbert Reinoss, 994 Seiten, 2.25 kg) zur Hand nehmen.

Die Lektüre ist ein bisschen ernüchternd; Offenbar ist der Nobelpreis noch lange keine Garantie für Nachruhm. Die meisten Preisträgerinnen und Preisträger vergangener Jahrzehnte sind heute längst vergessen. Oder haben Sie schon einmal etwas von Verner van Heidenstam (Nobelpreis 1916) gehört? Von Iwan Bunin (Preis 1933)? Oder von Gabriela Mistral (1945)? Natürlich gibt es die bis heute prominenten Literaturnobelpreisträger wie zum Beispiel Thomas Mann (1929) oder Ernest Hemingway (1954). Ebenso prominent ist jedoch die Liste derer, die den begehrten Preis nie bekamen: Henrik Ibsen. Franz Kafka. Max Frisch. Graham Greene. Bertolt Brecht. Warum sind diese Leute nie zu Nobel-Lorbeeren gekommen?

Die Herren (und wenigen Damen) vom Preiskomitee sind auch nur Menschen mit Schwächen. Als solche können sie nicht immer die richtigen Entscheide fällen. Ausserdem ist es schwierig, die literaturhistorische Bedeutung eines zeitgenössischen Autors zu beurteilen. Und was man nicht vergessen sollte: persönliche Gründe spielen bei der Preisvergabe auch eine Rolle…

8. Oktober 2013

Naine – Seine Verteidigungsrede

by Josef Beda

Charles Naine wurde am 27. Juni 1874 in der kleinen westlich von Biel gelegenen Berner-Gemeinde Nods geboren. In La Chaux-de-Fonds erlernte er das Handwerk des Uhrmachers. Nach seiner Lehrzeit arbeitet er in einer Uhrenfabrik und studierte daneben Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg. Zusammen mit seinem Schulkollegen – beide bekannten sich zum Pazifismus – war er Mitbegründer der Sozialistischen Partei der französischsprachigen Schweiz. Aufgrund seiner Haltung gegenüber der Wehrpflicht, die er verweigerte, und seinen aktiven Rollen in Streiks und Protestaktionen wurde Charles Naine vom Kriegsgericht der 2. Division am 24. September 1904 verurteilt. Seine politische Karriere entwickelte sich indessen stufenweise weiter, bis er im Jahr 1911 als erster Sozialdemokrat des Kantons Neuenburg in den Nationalrat gewählt wurde. In dieser Kammer politisierte Charles Naine bis zu seinem Tod, der ihn bereits im Alter von 52 Jahren, am 29. Dezember 1926, aus dem Leben riss.

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Die Originalfassung seiner Verteidigungsrede anlässlich seines erwähnten Gerichttermins trägt den Titel: »Plaidoirie devant le tribunal militaire de la IIème division prononcé par Charles Naine«. Wir im buchplanet.ch verfügen über die in Frakturschrift gedruckte – zu einem Preis von CHF 17.00 bestellbare – deutsche Übersetzung.

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Es handelt sich um ein kleines mit Heftklammern zusammengehaltenes 47 Seiten umfassendes Büchlein, dem man das Alter etwas ansieht.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Vorsatz des Heftes
Bild B: Heftumschlag

7. Oktober 2013

Alle Jahre wieder… Weihnachtsbücher

by Sara Grob

Die Tage werden kürzer und die Nächte kälter, Advent und Weihnachten rücken näher. In unserer Rubrik „Weihnachtsbücher“ finden Sie viele Bücher zum Thema.

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Momentan findet sich in unserem Angebot unter anderem

Die schönsten deutschen Weihnachtslieder

 

Festliche Adventsgestecke

 

Der Weihnachtsnarr

 

Weihnachtliches Backen

 

 

Bücher eignen sich sehr gut als Weihnachtsgeschenk!

Bücher eignen sich sehr gut als Weihnachtsgeschenk!

 

 

3. Oktober 2013

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach

by Gabriel Weber

Mühlen sind immer ein interessantes Sujet, von Schuberts „schöner Müllerin“ bis zu „deit unde i dä Tiefi, da schteit es Mülirad“. Aber bei einer Mühle im östlichen Sachsen ist offenbar besonders der Wurm drin.

Otfried Preusslers Romanheld Krabat (dessen Name übrigens von „Kroate“ kommt), ein verwaister Betteljunge, wird zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch einen seltsamen Traum nach Schwarzkollm gelockt, in die „schwarze Mühle“. Der Müller, eine ziemlich unheimliche Figur, nimmt Krabat als Lehrling auf – aber nicht nur für das Müllerhandwerk! Der Müller ist nämlich ein böser Zauberer, der seine Gesellen in schwarzer Magie unterrichtet. Das hat natürlich seine Vorteile; Es ist immer wieder amüsant, andere Leute mit Magie übers Ohr zu hauen (Schadenfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude) und einmal nimmt der Müller Krabat mit nach Dresden, an den Hof Augusts des Starken, um ihm jene Droge zu kosten zu geben, die „Macht“ heisst… Als Krabat erfährt, welchen grässlichen Preis er für das alles zu zahlen hat, ist es schon fast zu spät. Nur die Liebe eines Mädchens kann ihn jetzt noch retten…

Otfried Preusslers Meisterwerk ist nicht umsonst mit Preisen überhäuft worden. Es ist eine grossartige Parabel über die Verführung der Macht, eine Verführung, der leider seit jeher viel zu viele Menschen erliegen. Preussler  (er ruhe in Frieden!) hat diese Geschichte übrigens nicht selber erfunden, sondern eine alte Sage aus der Lausitz verarbeitet. Die Ortschaften, die er erwähnt (Schwarzkollm, Hoyerswerda, Kamenz usw.) existieren alle heute noch. Es gibt sogar einen Radweg, mit dem man die Originalschauplätze besuchen kann.