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Berner und Schweizer Heimatbücher

von Sara Grob

Kennen Sie die Reihen „Berner Heimatbücher“ und „Schweizer Heimatbücher“ des Paul Haupt Verlag? Es sind informative Broschüren, die sich immer einem bestimmten Thema der Schweizer (Berner) Kultur und Geschichte widmen. Zu den Broschüren gehört auch immer ein ca. 20seitiger Bildteil, meist mit s/w Fotografien.

Von den Berner Heimatbüchern gibt es bereits 144 verschiedene Exemplare, einzelne davon sind in unserem Onlineshop für gebrauchte Bücher bestellbar, Sie finden diese hier.
Von den Schweizer Heimatbüchern existieren 199 verschiedene Exemplare, unser Angebot an Schweizer Heimatbüchern finden Sie hier.

Ich habe eine Webseite gefunden, die eine praktische Aufstellung über alle Berner und Schweizer Heimatbücher anbietet. Hier finden Sie diese Liste.

Besonders angetan hat es mir die Nummer 7 der Berner Heimatbücher: Bernische Landsitze aus Rudolf von Tavels Werken. In dieser Broschüre werden mehrere Bernische Campagnen (Landsitz im stadtbernischen Dialekt), die von Rudolf von Tavel in seinen Werken erwähnt worden sind, vorgestellt. Das liest sich dann so:

Rümligen: Im „Verlorne Lied“ findet sich die farbenglühende Schilderung eines Hochzeitsfestes auf Schloss Rümligen: „Dobe, uf der grosse Terrasse, het’s uf länge Tische zwüsche gwaltige Meje vo Rose, Ritterspörli und Ysehuet zwitzeret vo Glas und Silbergschirr. Nah-ti-nah hei sech di Herrschaften a dene Tische gsädlet, und es het afah chlingele, chlefere, tschädere, schwätze, lache, schwadronieren und ufchachle. Uf der dopplete Stäge vor der Hustüre sy wie-n-en Ameissezug d’Dientschten uf der einte Syte mit volle Schüsslen und Platten abecho, uf der andere mit lääre wieder ufe- Und en anderi Chetti isch vo der Tischeten i Chällerhals gloffe. Nume schad, dass niemer sech het chönne Zyt näh, ds Ganze z’überluege… Was da für ne Rychtum vo Farbe binenandere gsi isch!“ (Kap. VI)
Wenn wir durch das Gürbetal aufwärts fahren, so grüsst uns oberhalb des Kirchdorfes Thurnen am Hang des Längenberges der hohe Turm des Schlosses Rümligen als Wahrzeichen eines mittelalterlichen Burgbaus. Nur sein barockes Mansardendach deutet auf eine bauliche Veränderung aus dem 18. Jahrhundert. Eine Darstellung von Albrech Kauw (1671) zeigt den Turm noch zinngekrönt. Die Aussenarchitektur des Wohngebäudes weist ebenfalls auf das 18. Jahrhundert. Sein damaliger Besitzer, Samuel Frisching, liess es nämlich um 1710 gründlich erneuern; aber in seinen Mauern und in seinem Kern ist es viel älter. Im Mittelalter war die Burg Sitz eines einheimischen Freiherrengeschlechtes, der Herren von Rümligen, gewesen. Seine Glanzzeit erlebte dann Rümligen im 17. und 18. Jahrhundert als Herrschaftssitz der Familie Frisching. In Samuel Frisching, dem oben erwähnten Erneuerer des Herrenhauses, tritt uns der bedeutendste Sprosse dieses Geschlechts entgegen. Anno 1712 hatte er in der Schlacht bei Villmergen durch sein Eingreifen die Entscheidung zu Gunsten Berns herbeigeführt. Von 1715 – 1723 stand er als Schultheiss an der Spitze des bernischen Staates. Im ersten Kapitel seines Romans „Ds verlorne Lied“ schildert uns Tavel seine Leichenfeier auf Schloss Rümligen.

Mir gefällt diese Broschüre aber vor allem wegen seiner wunderschönen s/w Fotografien der Berner Campagnen. Ich könnte die Fotos dieser herrschaftlichen Häuser stundenlang betrachten…

Schloss Rümligen

Schloss Rümligen

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Ds Halengut bei Bern

 

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Eichberg bei Uetendorf

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