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Johanna & Co.

von Gabriel Weber

Auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich ruhen die sterblichen Überreste von Johanna Spyri. Johanna Spyri? Ach ja, richtig… die Erfinderin unseres „Nationalmädchens“ Heidi. Aber hat die eigentlich ausserdem noch etwas anderes verfasst?

Sie hat. Aber auf den ersten Blick scheint es ein einziger helvetischer Einheitsbrei zu sein: Gritli. Gritlis Kinder. Rosenresli. Der Toni vom Kandergrund. Vom This, der doch etwas wird. Moni der Geissbub. Was Sami mit den Vögeln singt… da klingt doch eins wie das andere. Auch der hauptsächliche Schauplatz ist immer der gleiche: die Schweizer Bergwelt. Und der Inhalt: es geht um arme Kindlein, oft Voll- oder Halbwaisen, die in der Regel aus sehr bescheidenen Verhältnissen stammen und sich ihren Platz im Leben erst suchen müssen. Das alles garniert mit viel Pathos und viel heimatlichem Kitsch, auch die pädagogische Moral darf natürlich nicht fehlen.

Aber das ist nicht alles. Johanna Spyri ist eine Autorin des sozialen Realismus. Sie zeigt (im Gegensatz etwa zu Ida Bindschedler, Verfasserin der gut bürgerlichen, wohlbehüteten „Turnachkinder“) die Lebensumstände der einfachen Leute in den Bergen. Die bittere Armut und die harten Zeiten in der heute so reichen Schweiz muten heute seltsam an. Insofern lohnt sich die Lektüre von Spyris Werken auch heute noch. Momentan ist eine ganze Reihe davon konkurrenzlos billig beim Buchplanet erhältlich (dies nur so nebenbei bemerkt). Zum Schluss noch eine Quizfrage: Wie hiessen eigentlich Heidis Eltern? Hä? (Antwort: Tobias und Adelheid)

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