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„Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.“ Euphemia von Adlersfeld, deutsche Schriftstellerin 1854-1941

von Simone Gröbli

Geschätzte Blog-Leser

Ein französisches Sprichwort sagt; „Abschied ist immer ein wenig Sterben.“ So dramatisch will ich es nicht sehen, aber Fakt ist, meine Tage im buchplanet sind gezählt.

Und wie es so Usus ist wenn einer geht; derjenige hält meistens eine kleine Abschiedsrede. Das tue ich jetzt, in schriftlicher Form und ich will es nicht lassen, dabei quasi die Keule zu schwingen. Es sind zwei Anmerkungen die ich darlegen will und ich betone mit Nachdruck, dass das, was ich jetzt  anschliessend referiere, meine persönliche Meinung ist.

1.Anmerkung

Meine Einsatzzeit beim buchplanet wird nach einem halben Jahr nicht verlängert. Begründung vom Sozialamt: zu teuer für sie (in der Endabrechnung koste ich ihnen weniger als 200 Fr.) und ich bin kein „Sorgenkind“) Gott sei Dank bin ich das nicht! Mit Sorgenkind meine ich, ich habe keine physische und psychische Herausforderung, die ein langsames und gezieltes Einsteigen in die erste Arbeitswelt erfordert. Oder mit den Worten meines Sozialberaters zu sprechen; „Ich bin eigentlich zu gut für das Sozialamt. Danke für die Blumen, hilft mir aber im Endeffekt auch nicht weiter. Vor allem verwischt es bei mir nicht den Eindruck, dass mein Sozialamt lieber will, dass ich zu Hause bleibe.

2.Anmerkung

In der Schweiz gibt es den Leitsatz; „Niemand muss auf der Strasse leben.“ Dem stimme ich sofort zu. Dafür haben wir ja unter anderem die Sozialhilfe. Die sieht vordergründig wunderbar aus, hat aber für mich Ähnlichkeit mit gewissen Häuserfassaden zur DDR-Zeiten, die Staatschef Erich Honegger auf seinen Inlandsreisen jeweils zu Gesicht bekam. Diese Fassaden wurden, um Erichs Augen nicht zu beleidigen und um ihm zu zeigen wie wohltätig und wundersam der Sozialismus ist ,frisch angestrichen. Das Innere der Häuser blieb aber von dieser Verschönerung ausgeschlossen Sie waren nach wie vor grau und trist und konnten durchaus schon Zerfallserscheinungen zeigen.

Gemäss Bundesverfassung (Artikel 12 BV) soll die Sozialhilfe „ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen.“ Ein hehrer Satz, nur die Crux ist, es wird nicht definiert, welche Mittel dafür notwendig sind. Und wenn in den letzten Tagen  viel von der Armutsgrenze (2200 Fr.) in der Schweiz gesprochen wird; mit Arbeit beim buchplanet komme ich knapp drüber, ohne Arbeit falle ich drunter. Ist das Existenzsicherung und menschenwürdiges Dasein?

Das war meine Motzerei. Aber schliesslich sollte bei einer Abschlussrede, dass Schöne und Positive überwiegen. Also; Es war toll, ein halbes Jahr meiner Liebhaberei nach zu gehen; sprich Bücher und Schreiben.

Aber so wie es manchmal im Leben geschieht, nicht die grosse Liebe ist die beständige, sondern die Vernünftige. Und die Vernünftige wird, Stand jetzt, vorläufig die Oberhand behalten  Also zurück zum Brotberuf. Und da befinde ich mich ja in bester Gesellschaft Denn Franz Kafka, als Beispiel zu nennen, hat neben seiner Schreiberei auch einen Brotberuf (seine Wortschöpfung übrigens) ausgeübt.

Und damit schliesse ich oder wie Theodor Fontane sagte; „Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung.“

In dem Sinn, geschätzte Blog-Leser, alles Gute und ich hoffe dass ich sie mit meinen Beiträgen nicht allzu gelangweilt habe.

 

abschied

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