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Einsteins erste Liebe

von Simone Gröbli

Geneigte Blog Leser

Einsten kennt fast jeder. Damit meine ich nicht das St.Galler Vorzeige-Hotel, sondern Albert Einstein. Man kennt sein grosser Bezug zu der Schweiz  (Staatsbürgerschaft), seine bahnbrechende naturwissenschaftlichen Arbeiten, besonders seine berühmte Formel E=mc2 (Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat, Äquivalenz von Masse und Energie). Dazu gesellte sich der Nobelpreis für Physik und die Unterschrift zur Atombombe und so weiter. und so fort. Das ist also der eine Einstein, der andere Einstein möchte ich Ihnen, geschätzte Blog-Leser, ein bisschen näher bringen.

Der andere Einstein war ein verliebter junger Mann, der gerade seine erste Frau Mileva Maric kennengelernt und lieben gelernt hatte. Wie es um diese Zeit (1897) üblich war schrieb man seiner Angebeteten Liebesbriefe Das tat eben auch Albert Einstein an seine Mileva und zwar insgesamt 54 an der Zahl. Und die kam man im Buch „Am Sonntag küss‘ ich Dich mündlich,“  kennenlernen.

Dabei wird einem bei der Lektüre dieser Briefe sehr schnell klar, dass dieser Einstein durchaus schriftstellerische Fähigkeiten besass.

Aber genauso bewusst wird einem, das auch kommende Genies irdische Herausforderungen und Probleme bewältigen mussten und müssen. Bei Einstein waren es unter anderem Prüfungsängste, finanzielle Sorgen, die Anerkennung Mileva bei seiner Mutter und was erst aufgrund dieser Liebesbriefe bekannt wurde, die Geburt einer unehelichen Tochter.

Wer war eigentlich diese Mileva Maric, die uns den grossen Albert Einstein als einen ganz normalen verliebten jungen Mann aufzeigen liess?

Geboren am 19.Dezember 1875 in Titel, Österreich-Ungarn, heute Serbien, war Mileva Maric die einzige Frau ihres Jahrganges die sich 1896 an der ETH Zürich in Mathematik und Physik  einschrieb. Sie belegte die gleichen Vorlesungen wie Einstein und aus dieser Tatsache entwickelte sich eine sehr enge Freundschaft und Liebe zwischen den beiden. Aber auch eine mit Folgen; 1901 wurde Milena schwanger von ihrem Albert, das hinderte sie aber nicht daran die 1900  verpasste Diplomprüfung, 1903, bereits im Dritten Monat, zu wiederholen. Auch diesmal fiel sie durch.

Die uneheliche Tochter kam dann 1903 bei Marics Familie zur Welt. Das weitere Schicksal von Lieserl wie es hiess, ist nicht bekannt. Trotz heftiger Opposition von Seiten Mutter Einstein wurde 1903 geheiratet, zwei Söhne wurden gezeugt, aber Frau Einstein Senior sollte recht behalten; 1914 wurde getrennt, es brauchte zwei Anläufe und das Versprechen Einsteins an seine Gemahlin, falls er den Nobelpreis gewinne würde, würde sie das Preisgeld erhalten.

So stand es dann auch in der Scheidungsvereinbarung. Die Scheidung selber wurde wegen „natürlicher Unverträglichkeit“ 1919 in Zürich ausgesprochen. Das Nobelpreisgeld floss Mileva Einstein-Maric tatsächlich  1922 zu. Die Mittel gebrauchte sie für einen Erwerb einer Liegenschaft in Zürich und vor allem für die Begleichung der Behandlung ihres Sohnes Eduard, der an Schizophrenie erkrankt war. Bis zu Letzt kümmerte sie sich um diesen Sohn. Sie selber verstarb vereinsamt 1948 in einer Privatklinik in Zürich und fand auch dort auf dem Nordheim-Friedhof ihre letzte Ruhe.

Was heute noch spekuliert und kontrovers diskutiert wird; wie gross Mileva Marics Anteil an den Arbeiten Einsteins, vor allem betreffend des Wunderjahres 1905 war. (In nur drei Monaten schrieb Einstein in diesem Jahr vier bedeutende Arbeiten, die die damalige Physik in Frage stellte und die moderne Physik gleichzeitig auch einleitete. Und das alles am Feierabend; Einstein arbeitete zu dieser Zeit nämlich beim Patentamt in Bern.)

Und damit mein Blog nicht allzu trocken und nüchtern endet, Geschätzte Blog Leser, hier ein paar romantische Auszüge aus dem oben erwähnten und am Schluss des Beitrages vorgestellten Buches des verliebten Einsteins an seine Mileva und umkehrt;

 Albert an Mileva (Zürich, April 1898)

„Geehrtes Fräulein!“

Als ich soeben heimkam, fand ich die Wohnung verschlossen & niemand zuhause, so dass ich wieder schmählicher Weise abziehen musste.“….

Mileva an Albert (1900?)

Mei liebs Johonesl!

„Da ich dich so gern hob und du so weit bist, dass ich dir keins Putzerl kanngeben, schreib ich dir jetzt dieses Brieferl und frag dich, ob du mich auch so gern host, wie ich dich? Antworte mir sofort. Tausend Küsserline von deins“

D(oxer)

Albert an Mileva (Juli 1900?)

Mein liebstes Doxerl

…“Wenn ich nur bald wieder bei Dir in Zürich sein könnte, mein Schätzchen! Sei tausendmal gegrüsst und kolossal gepuzerlinet von deins“

Johannesl

Albert an Mileva (August 1900)

…“wenn ich dich nicht habe, so ist mir gerade zu Mute, wie wenn ich selbst nicht ganz wäre. Wenn ich sitze, so möchte ich gehen; wenn ich gehe, freue ich mich heim, wenn ich mich unterhalte, möchte ich studieren, wenn ich studiere fehlt es mir an Beschaulichkeit und Ruhe, & wenn ich schlafen gehe, bin ich nicht befriedigt über den verlebten Tag.

Sei vergnügt Herzchen, und sei innig geküsst von Deinem“

Albert

Urs

 

 

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