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Archiv vom Mai, 2013

7. Mai 2013

Das Wunder von Waldenburg

Der Monat Mai ist ein dankbarer Monat. Dankbar deshalb, weil er doch einige Feier- und Festtage beinhaltet und somit auch irgendwie als der Startmonat für die kommenden Sommerfeste, die landauf landab, überall – jedes Jahr stattfinden, gewertet werden kann. Zu den Mai-Feiertagen gehören der »Tag der Arbeit«, meistens die »Auffahrt«, das Hochfest der Himmelfahrt Christi, der »Muttertag«, und das »Pfingst-Wochenende«, welches ebenfalls meistens in den Monat Mai fällt.

Als weiteren Gedenktag könnte von und für uns Eidgenossen der 13. Mai eingeführt werden. Nicht deshalb, weil einer der fünf Eisheiligen, der heilige  Servatius, der bei Fussleiden, Frostschäden, Rheumatismus und Rattenplagen angerufen wird, am 13. Mai im Jahr 384 nach Christus gestorben ist, sondern weil unsere Eidgenossenschaft am 13. Mai 1940 durch ein Wunder von einem Einmarsch der unter Hitler befehligten Deutschen Armee verschont blieb.

 

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Im oben abgebildeten kleinen Büchlein lässt sich die Geschichte des Wunders, welches unser Nationalheiliger am 13. Mai 1940 vollbrachte, nachlesen. Und am Schluss steht im Büchlein das Bruderklausengebet: «Heiliger Bruder Klaus, du grosser Freund des Volkes, bewahre uns vor Krieg, Hunger und jeglicher Not. Sichere deinem Vaterland gesegneten Bestand in Frieden und Wohlfahrt. Erflehe der geistlichen und weltlichen Regierung Weisheit und Stärke im Geiste des Glaubens. Erwecke aus deinem Volk recht viele Priester und Laienapostel voll heiligen, klugen Eifers. Erhalte unserem Bauernstand die Liebe zur heimatlichen Scholle, die Freude an christlicher Einfachheit, Sparsamkeit und Opferwilligkeit. Erfülle die Dienstherren und Arbeiter mit christlicher Liebe und Gerechtigkeit, mit Zufriedenheit und Demut. Gib, dass wir alle eins werden in Glaube, Hoffnung und Liebe, um hier Gottes Ehr‘ zu mehren und dort die Heimat des ewigen Glückes zu finden. Heiliger Landesvater bitte für uns! Amen.»

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

 

 

6. Mai 2013

Lesezeichen 25 & 26

Am Montag haben wir immer viele Bestellungen zum verarbeiten, weil unsere Kunden am Wochenende richtig Zeit haben um unser grosses Angebot zu durchstöbern. Deshalb ist der Montag oft ein arbeitsreicher Tag, an dem wir nicht so viele Zeit für andere Arbeiten haben. Auch heute ist dies so und ich erlaube mir deshalb kommentarlos zwei Lesezeichen als heutigen Blog einzustellen.
Lesezeichen (25)

Lesezeichen (26)

 

5. Mai 2013

Eine Redensart – Eine Bewegung

«Mentale Imagination besitzt die Abilität durch Kontinentaldrift kausierte Gesteinsformationen in ihrer lokalen Position zu transferieren.» Dieser Satz, etwas fremdwortartig formuliert, beinhaltet eine These, die ursprünglich auf mehreren Stellen der Bibel beruht und beispielsweise in den Schriften von Hiob, Matthäus und Markus zu nachzulesen ist. Er ist eine Grundlage der Neugeist-Bewegung. Die Übersetzung des etwas »abgehobenen Satzes«: «Mentale Imagination besitzt die Abilität durch Kontinentaldrift kausierte Gesteinsformationen in ihrer lokalen Position zu transferieren» in eine uns meist bekannte Redensart ist schon nicht ganz einfach. Noch schwieriger wird es, wenn man den Inhalt des Satzes ernsthaft analysiert und ihn zu einem Lebensinhalt machen will: «Der Glaube kann Berge versetzen.»

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Unter dem Titel Nacht des Glaubens findet am 17. Mai 2013 in Basel das erste Festival für Kunst und Kirche mit über siebzig verschiedenen Veranstaltungen statt. Mehr zu diesem Event finden Sie, wenn Sie das oben stehende Bild anklicken.

Entstanden ist die Neugeist-Bewegung in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in den USA. Aus der Bewegung entwickelten sich verschiedene Glaubensgemeinschaften, unter denen sich die grössten in der Dachorganisation INTA, der »International New Thought Alliance« zusammengeschlossen haben. Die Lehre der Neugeist-Bewegung basiert einerseits auf der Bibel aber auch auf den Erkenntnissen der Geheimlehren, den mystisch-spirituellen Überlieferungen der Philosophien des Christentums, des Buddhismus und des Hinduismus. Viele Autoren widmen sich der Verbreitung der Neugeist-Bewegung. Einer der ersten und wohl auch bekanntesten Vertreter war Dr. Joseph Murphy.

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Das oben abgebildete 256 Seiten umfassende Buch enthält zwei der Bestseller über aussersinnliche Kräfte und die Macht Ihrer Gedanken die Dr. Joseph Murphy in seiner langen Schaffenszeit in den Vereinigten Staaten von Amerika geschrieben hat.

Joseph Murphy wurde am 20. Mai 1898 in Irland geboren. Er wanderte als 24-jähriger Mann in die USA aus. Dort studierte er Jura, Philosophie und Religionswissenschaften und erlangte drei Doktortitel. Murphy schrieb eine grosse Anzahl Bücher, in denen er immer aufzeigt, wie durch Autosuggestion Einfluss auf das Unterbewusstsein genommen werden kann. Ziel dieser Einflussnahme ist das Leben in eine positive Richtung zu lenken. Seine Bücher gehören zu den meist gelesenen Schriften dieser Art. Der Grund dafür ist vielleicht nicht alleine in seiner Popularität zu suchen, sondern auch in seiner Auffassung zum Tod, der Ablehnung der Reinkarnation. Statt der Seelenwanderung vertrat Dr. Joseph Murphy in seinen Reden und in seinen Büchern stets die Meinung, dass sich der Mensch – sein Geist – nach dem Tod ewig in einer anderen Dimension befindet. Mit dieser seiner Auffassung war er einer der wenigen Gelehrten der Neugeist-Bewegung. Sein erfolgreichstes Buch, welches bereits in 65 Auflagen gedruckt wurde, trägt den Titel »Die Macht Ihres Unterbewusstseins«. Das im Jahr 1962 erschienene Werk ist heute noch ein Bestseller und wurde alleine im deutschsprachigen Raum über drei Millionen mal verkauft. Am 15. Dezember 1981 ist der erfolgreiche Philosoph, Psychologe und Schriftsteller im Alter von 83 Jahren in Kalifornien gestorben.

Zum 25-Jahrjubiläum des vom Ehepaar Aurelia und Heinz Bundschuh in Genf gegründeten Verlags »Ariston« erschienen vier Bände – die vier Hauptwerke – von Dr. Joseph Murphy als Jubiläumsausgabe. Die in einem Kartonschuber untergebrachten Original-Pappbände in goldgeprägter Leinenoptik tragen die Titel: »Die Macht Ihres Unterbewusstseins«, »Die unendliche Quelle Ihrer Kraft«, »Der Weg zu innerem und äusserem Reichtum« und »Joseph Murphys Vermächtnis«.

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Die Abbildung zeigt die vier in einem Schuber eingestellten Hauptwerke des als »Vater des Positiven Denkens« bezeichneten Gelehrten und Schriftstellers Dr. Joseph Murphy. Diese einmalige Jubiläumsausgabe erschien im Jahr 1989 zum 25-jährigen Bestehen des Verlages »Ariston«, einem in der Schweiz gegründeten Verlag, welcher heute mit vielen anderen – deutsch- und englischsprachigen – Verlagen ein Imprint der im Besitz von Bertelsmann stehenden Verlagsgruppe Random House Inc. ist.

In unserem Onlineshop für Gebrauchte Bücher – buchplanet.ch – finden Sie eine grosse Auswahl an Büchern von Dr. Joseph Murphy und anderer Autoren, teilweise in Anlehnung an Murphy, die das Thema »Neugeist« behandeln.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Logo der Veranstaltung (Internet)
Bild B: Buchdeckel
Bild C: Ansicht der Jubiläumsausgaben

 

 

2. Mai 2013

Eine kleine Geschichte

Wissen sie geneigte Leser, was ich in den letzten Tagen im buchplanet gemacht habe?  Klar werden sie jetzt sagen, das ist doch die, die Bücher virtuell in den buchplanet-Shop stellt und anscheinend noch Zeit findet, sich in der Arbeitszeit  mit ihrem Arbeitskollegen vom Schreibtisch gegenüber, über Milchmänner zu unterhalten.

Ist alles richtig, nur wegen den Milchmänner muss ich einwenden, die sind in die kollegiale Unterhaltung eingeflossen, weil ich mich seit Tagen mit Schweizer-Autoren und deren teilweise skurrilen Titel befasse. Und ich sag ihnen; die Frischs, Dürrenmatts, Gotthelfs, Kellers, Glausers, Bichsels, Hohlers, Milena Mosers und was sich sonst noch als Schweizer-Literaten schimpfen, verfolgen mich langsam.

Aber als Auflockerung habe ich ja eben deren Büchertitel. Mein Favorit für den originellsten Titel ist der von Franz Hohler;

„Die Karawane am Boden des Milchkruges“, lautet der;  und beinhaltet allerlei Kurzgeschichten, die pointiert, unsentimental und tragikomisch sind.

Zwar kann ich nicht so schöne Überschriften aus dem Ärmel schütteln wie Franz Hohler. Aber ich kann, neben einem Kriminalroman, den ich ihnen, geschätzte Leser, in der letzten Aprilwoche präsentiert habe, auch Kurzgeschichten schreiben.

Ich soll es ihnen beweisen; bitte sehr, hier ist sie die Geschichte, aber vergessen sie nicht als Vergleich die  „Karawane“ zu lesen.

Urs

 

Bobby

So süß ist keine Liebesmelodie,

so frisch kein Bad,

so freundlich keine kleine Brust wie die,

die man nicht hat.

Geneigte Leser; kennen sie diesen Vers aus dem Gedicht Sehnsucht nach der Sehnsucht? Auf das Papier verewigt hat es der Publizist und Satiriker Kurt Tucholsky. Wieso gerade diese Zeilen aus meinem Gehirntiefen nach oben treiben? Ganz einfach. Weil es genau die einmalige und kurzfristige sehnsuchtvolle Verwirrtheit des Kollegen Z auf poesievoller Weise erfasst.

Genau dieser Kollege  Z  wandelt, um einen etwas altmodischen Ausdruck zu gebrauchen, gerne auf Freiersfüsse. Was, wenn man so von der Natur gesegnet wurden ist, auch eigentlich kein Wunder sein kann. Nur eben, in dem nun folgenden Geschehen folgte auf den Jahrgangs-Champagner der Kamillentee.

Lassen wir jetzt dem erzählenden Lauf ihren Fluss.

Nun also, dieser Z ist auch Bestandteil unserer wöchentlichen Palaverrunde. Neben der Erzählerin gehören noch Kollege Lautsprecher, bei dem der eigentlich blöde Spruch; der könnte noch einem Eskimo einen Kühlschrank aufschwatzen, zutreffend ist und der Kollege Genie, für den Mathematik so einfach ist wie das tägliche Schnürsenkel binden, dazu. die Damen Büromaus, die nur deshalb jeden Tag pünktlich Feierabend macht, um ihre Sehnsüchte mittels der täglichen Telenovelas zu stillen und unser Grace Kelly Verschnitt die sich zwei Selbstkasteiungen unterzog; beruflich weil sie nach wie vor bei der Bank mit dem großen U herumgeistert und privat weil sie sich in stiller Sehnsucht nach Kollege Z verzehrt.

An dem betreffenden vergangenen Abend hatten wir gerade in unserer Runde zum weiß Gott wievielten Mal die Welt verbessert, bzw. gerettet und gewisse Leute durchgehechelt, als Kollege Z in einer kurzen schöpferischen Stille hineinsagte:

„Ich habe in den letzten Tagen gependelt“

Zur Information und Verständnis des nun Folgenden; Kollege Z und sein Auto sind gewissermaßen Seelenverwandte!

Kollege Lautsprecher frotzelte:

„Und dein Bett steht nunmehr in der Küche“

Z nuschelte zum ersten Mal an diesem Abend „Idiot!“

„Nein, ich meinte natürlich mit dem Tram“

Wir Pendlergeschädigten schauten uns fragend an.

Z, unsere Blicke ignorierend, erklärend; „Das Auto musste unerwartet in die Werkstatt. “Und dann wie bei der Eruption eines Vulkans; „da sah ich sie.“

„Eine Frau also“

Diese  Bemerkung, die so trocken daher kam, wie der berühmte Martini von James Bond, kam vom Kollegen Genie. Sie beinhaltete aber auch unterschwellig einen leicht resignierten Unterton;  denn Kollege Z und Frauen dass konnte durchaus von der Länge hergesehen bald mit der chinesischen Mauer in Konkurrenz treten.

Und aus dieser Erkenntnis heraus brach nun über uns Anwesenden eine rhetorische Naturgewalt aus.

Es war nicht  etwa ein profaner Monolog, den Z nun von sich gab, es war gerade zu eine Eloge auf dieses feenhafte, holde und engelhafte Wesen der Weiblichkeit. Darum war es auch nicht verwunderlich, dass die vor Sehnsucht nach Z verzehrende Grace Kelly Verschnitt Kollegin immer zerknitterter wurde. Kollegin Büromaus indes wähnte sich vermutlich schon in einer ihrer heiß geliebten Soaps.

Irritierend war nur, dass Kollege Z nach seiner Lobpreisung auf seinem Stuhl zusammenknickte wie ein Schilfhalm im Sturm.

Das  veranlasste nun Kollege Lautsprecher dazu, die feinfühlige Bemerkung zu platzieren:

„Deiner Reaktion nach hast du bei dieser Dame einen gehörigen Elefantentritt eingefangen.“

„Lautsprecher“ ging, wie wir alle in der Runde davon aus, dass Z schon längstens zur Attacke gegenüber diesem Zauberwesen geblasen hatte.

Und Kollege Genie sekundierte fleißig:

„Mann Z, da hat anscheinend deine Charmeoffensive und Unwiderstehlichkeit einen gehörigen Blechschaden erhalten. Vielleicht solltest du mal deine Anbaggerungstrategie überprüfen.“

Z nahm nun auf seinem Stuhl wieder Haltung an und bedachte seine beiden Kollegen mit einem undefinierbaren Blick.

Grace Kelly Verschnitt wollte es nun genau wissen wie es diese Fee zuwege brachte den Mann ihrer Sehnsüchte abblitzen zu lassen. Und da Kollegin Büromaus, Bezug nehmend auf das Abblitzen, gleiches Ansinnen hegte, war Z nun endgültig dazu verdammt, sein Liebesfiasko preiszugeben.

So als müsse er Anlauf nehmen setzte Z sich noch gerader in den Stuhl, versendete noch einen Hundeblick in die Runde und begann mit seiner Liebesabfuhr:

„Also ich steige in das fast leere Tram, es ist ja erst sechs Uhr morgens, erster Wagen, da sitzt sie in einer Doppelsitzreihe. Ich eigentlich noch im Dämmerzustand, aber bei Ihrem Anblick bin ich urplötzlich hellwach. Ich lasse mich direkt neben ihr in einem Einzelsitz nieder und da geschah es.“

An dieser Stelle legte Kollege Z dramaturgisch gekonnt eine Kunstpause ein. Diese wiederum verleitete Kollegin Büromaus, die nun anscheinend vollends in ihre Telenovelawelt versunken war, zu einem steinerweichenden Seufzer.

Und Kollege Genie gab das von Z verlangte Stichwort:

„Was meinst du mit „es geschah“

„Sie lächelte mich an und sagte Guten Morgen, vertiefte sich wieder in ihre Zeitung und bevor sie eine Haltestelle vor meiner ausstieg wünschte sie mir einen schönen Tag. Am darauf folgenden Morgen das gleiche Spiel. Also bin ich davon ausgegangen, dass von ihrer Seite zumindest ein gewisses Interesse an mir vorhanden sei und bin, obwohl ich das Auto wieder zur Verfügung hatte, demzufolge auch am dritten Tag mit dem Tram gefahren“

Verständnis- und gleichzeitig Beifall heischend für seine Vorgehensweise schaute Z in unsere Runde und bekam mittels Kopfnicken so gleich seinen gewünschten stillen Applaus und damit verbunden die kollektive Absolution für sein Tun übermittelt.

Messerscharf kombinierend und versehen mit einer Portion Schadenfreunde (denn ihre „Z“ Aktien waren ja dem Anschein nach wieder im Begriff zu steigen) urteilte nun Kollegin Grace Kelly Verschnitt:

„Da muss aber etwas gewaltig schief gelaufen sein“

Z wischte diese Bemerkung mit einer wegwerfenden Handbewegung fort und fuhr mit seiner Schilderung fort:

„Also der dritte Tag; das gleiche Ritual lächeln und Begrüßung von ihr, nur der Unterschied jetzt, dass ich mich zu ihr in die Doppelsitzreihe setze und  sie im  Sinne von; „dem Mutigen gehört die Welt„, ohne Federlesens frage, ob sie am  Abend Zeit habe. Sie lächelt noch ein bisschen mehr und antwortete:

Das müsse Telepathie sein, das gleiche habe sie mich fragen wollen.

Und ich, der schon fast damit rechnete mit meiner billigen Anmache Schiffbruch zu erleiden und neben dem Gezeter im schlimmsten Fall noch eine Ohrfeige zu kassieren, zappelte  nun quasi endgültig in ihrem Netz. Die Gunst des Augenblicks nützend, wollte ich sie endlich nach ihrem Namen fragen, um anschließend den abendlichen Treffpunkt vorzuschlagen, da sagte sie, ihr Lächeln um mindestens die doppelte Wattzahl erhöhend, noch:

„„Ich habe zu Bobby gesagt so eine Einladung sei ideal um jemand ungezwungen kennen zu lernen““

Kollege Z ließ sich, da er nun die Lunte namens Bobby zum Brennen gebracht hatte, wieder gegen die Stuhllehne fallen und beäugte uns gespannt.

Wir sorgten für den Knall in dem wir wie das perfektes Bergecho fragend „Bobby“ zurückschallen ließen. Und nach dieser Einigkeitsdemostration hielt das Spekulantentum Einzug:

„Ihr Hund oder ihre Katze; es gibt solche Singles die ihre Haustiere wie menschliche Wesen behandeln.“

Das war die Ansicht von Kolleg Lautsprecher und dafür erntete er von Z einen zweiten genuschelten Idioten.

Da war Büromaus, auftauchend aus ihrer Traumwelt, schon überraschenderweise realistischer denkend:

„Vielleicht ihr Kind, war doch gewisse Zeit richtiggehend chic, allein erziehende Mutter zu sein!“

Kollege Genie war voraus sehbar am vernünftigsten, indem er Z nämlich die entscheidende und wegweisende Frage stellte:

„Wer oder was ist Bobby?“

„Ihr Freund“

Wir konnten uns nicht mehr zurückhalten, ein Orkan schallendes Gelächter erfasste die Runde.

Endlich konnte nach etlichen Minuten unser Grace Kelly Verschnitt dem mit undurchdringlicher Miene dasitzenden Z keuchend entgegenhalten:

„Und da winkst du bereits mit der weißen Fahne, Kollege du lässt aber böse nach“

Das war an diesem Abend der zweite Löffel Schadenfreude für ihren heimlichen Traummann.

Händeringend verteidigte sich Z:

„Weil es der Bobby ist“

„Der Bobby“ betonte er so, als hinge ein Bleigewicht daran.

Von unserer Seite  erntete Kollege Z nur verständnislose Blicke.

Um uns von unserer Begriffsstutzigkeit zu erlösen musste Kollege Z jetzt wohl oder übel das Geheimnis über den – „Keine Angst das Z meine Freundin“ ausspannt“ – Bobby preisgeben.

Er tat es mit Umwegen.

„Kaum hatte sie diesen Bobby ins Spiel gebracht, habe ich natürlich nachgehakt wer das sei.

Und als sie seinen ganzen Vor- und Nachnamen nannte und dazu, eigentlich unnötigerweise, weil ich es bereits ahnte, sie seine Freundin sei, fühlte ich mich als hätte mir Mike Tyson einen Kinnhaken verpasst.“

Kurze dramatische Pause, dann:

„Als sie ihren Bobby einmal in der Firma besucht hatte, hat sie mich aus der Ferne gesehen“

Noch eine dramatische Pause.

“Dank dem Flurfunk in der Firma habe ich gewusst, dass dieser Bobby nicht nur derjenige ist, der mich zwei Tage später auf die Position des neuen Projektleiter bestellen würde, sondern als dessen Konsequenz auch mein unmittelbarer Vorgesetzter werden würde.”

Nach diesen bedeutungsschweren Worten schob Kollege Z seinen Stuhl nach hinten, erhob sich und verschwand ohne Verabschiedung für ganze drei Wochen aus unserem Dunstkreis in die Versenkung.

Verstauchte Freiersfüsse können eine schmerzhafte Angelegenheit sein!

Wir von der Palaverrunde überlegten nach dieser verflossenen Zeit schon in aller Ernsthaftigkeit eine Suchmeldung zu veranlassen, als ich ihn eines Tages in der großen Stadt auf dem großen Platz mit der bekannten Konditorei sah; im zarten Nahkampf mit einer unbekannten Schönheit.

Willkommen zurück in der Wirklichkeit Kollege Z. Oder um Tucholsky  noch einmal zu Wort  kommen zu lassen:

Es geht nicht, wenn die linde Luft weht und

die Amsel singt –

wir brauchen alle einen roten Mund,

der uns beschwingt.