Blog von buchplanet.ch | gebrauchte Bücher zu unschlagbaren Preisen

Die Bedeutung der Wörter

von Sara Grob

Etymologie ist ein Fremdwort aus dem Griechischen und bedeutet in einem umfassenderen Sinn „Erklärung der jedem Wort innewohnenden Wahrheit“.
Wörter, ihre Herkunft und ihre damalige und heutige Bedeutung finde ich sehr spannend. Ich kann bei Büchern, die sich um Sprachen, Wörter, Dialekte und eben Etymologie handeln meistens nicht widerstehen. Trotzdem haben wir in unserem Onlineshop einige Bücher zu diesem Thema im Angebot: Klicken Sie bitte hier

Vor mir liegt das Buch „Deutsche Sprachschule für Schweizer Mittelschulen“ von Otto v. Greyerz in der achten Auflage (Abdruck der erweiterten und verbesserten fünften), 1946. Aus der Einleitung möchte ich gerne einen kurzen Abschnitt zitieren.

Wenn wir einem Wort, das uns aus unsrer Mundart geläufig ist, zum erstenmal in der Schriftsprache begegnen, so legen wir ihm den Sinn bei, den es in unsrer Mundart hat. So. z.B. Korn Kraut Kohl Fichte Boden Diele Estrich, bei laufen springen fahren reiten schmecken, bei toll steif bös handlich brav fast erst bald. Aber Korn, als Name für die gebräuchlichste Brotfrucht, bedeutet in der Schweiz wie im Südwesten Deutschlands Dinkel, in Westfalen Hafer, anderswo Weizen und Roggen. Der Estrich ist bei uns der oberste Boden unterm Dach, anderswo, in engerem Anschluss an das lateinische Grundwort (astricum) ein mit Steinen ausgelegter Zimmerboden oder auch eine Gipsdecke. In letzterm Sinne meistens brauche wir das Wort Diele, das anderswo, besonders im Norden, den Hausflur, wieder anderswo die Dreschtenne bedeutet. Unser schmecken bedeutet vorherrschend riechen, daher Schmöckwasser = Riechwasser, unser reiten wird in ländlicher Mundart für: auf dem Wahren fahren gebraucht, wogegen fahren bei uns auch tanzen bedeuten kann (wir wollen einen zusammen fahren). Toll ist in der Verbindung „eine tolle Bauerntochter“ eine auszeichnende Eigenschaft, ebenso steif (z.B. ein steifes Vermögen); brav wird in ähnlichem Sinne gebraucht (ein braves Paar Schuhe); rein hat nicht den Sinn von sauber, sondern von dünn, fein (ursp. = gesiebt), und taub kommt hauptsächlich in der Bedeutung von zornig verstimmt erb0st vor.
In unzähligen Fällen wird jeder, der in landschaftlicher Mundart aufgewachsen ist, dem schriftdeutschen Worte die ihm aus der Mundart bekannte Bedeutung unterschieben, oder wenn er sich über den Unterschied nur halb klar ist, beide Bedeutungen verwischen und trüben. (Deutsche Sprachschule für Schweizer Mittelschulen, Otto v. Greyerz)

Das Buch enthält Texte und Aufgaben zu folgenden Themen, aber keine Lösungen.

  • Lautlehre
  • Wortlehre
  • Formenlehre
  • Satzlehre
  • Stillehre

Das Buch erhalten Sie einmal in unserem Onlineshop:
http://www.buchplanet.ch/pi/Deutsche-Sprachschule-fuer.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.