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Archiv vom April, 2013

30. April 2013

Vorwort zum »Tag der Arbeit «

by Strichli

Das junge Team von buchplanet.ch – dem Online-Shop für Gebrauchte Bücher -, setzt sich weitgehend aus jungen Leuten zusammen; das Durchschnittsalter mag etwa bei 30 Jahren sein. Dieses ist deshalb etwas höher als eigentlich gemäss der Definition »Junges Team« erwartet werden könnte, weil meine Arbeitskollegin, welche vis à vie von mir sitzt, und ich selber – sowieso – schon zur älteren Generation zählen. Es gibt Themen, die natürlich einwandfrei sind, sich jedoch nur unter uns besprechen lassen. Heute hat die angesprochene Dame, die selber schon einen Kriminal-Roman verfasste, unter vielen anderen Büchern auch ein Taschenbuch mit dem Titel »Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen« in unseren Bücher-Shop gestellt. Der Text stammt von Peter Bichsel. – Kurz haben wir über diesen Autoren gesprochen und stellten fest, dass der selbsternannte Sozialist der persönliche Berater und auch Freund des volksnahen – leider bereits im Alter von 65 Jahren verstorbenen – Bundesrat Willi Ritschard war. Viel länger haben wir uns über die »Milchmänner« und ihre Aufgaben – insbesondere ihrer Hauptaufgabe, nämlich Milch auszutragen -, und über die damaligen Einkaufsmöglichkeiten unterhalten.

 Josef

 

Im oben abgebildeten Büchlein erschienen im Jahr 1964 einundzwanzig Kürzestgeschichten; der Primarlehrer Peter Bichsel wurde mit diesen Texten auf einen Schlag bekannt und wurde von der Gruppe 47, den Personen, welche in den Jahren 1947 bis 1967 von Hans Werner Richter zu den deutschsprachigen Schriftstellertreffen eingeladen wurden, aufgenommen.

Inspiriert von vielen jungen Leuten finden auch wir älteren und mit mehr Lebenserfahrung ausgestatteten Personen in einem Sammelbecken von Wissen, Können, Träumen, Sehnsüchten, Erfahrungen, Freuden und Nöten einen Platz; dank der Stiftung Tosam, dank unserem Bereich – Online-Shop – und, nicht zuletzt dank unserer Kundinnen und Kunden – dank Ihnen -, Platz an einem Arbeitsplatz; und alle die vielen – zehntausende – Bücher geben uns die Würze.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

29. April 2013

Niemandsbrunnen

by Sara Grob

Erholt von zwei Wochen Ferien begann ich heute wieder mit meiner Arbeit im buchplanet.ch. Die Unmengen an Büchern, die wir im buchplanet.ch haben, zogen mich sofort wieder in ihren Bann und der Morgen verging wie im Fluge. In einer angelieferten Schachtel entdeckte ich heute drei gleich aussehende Bücher, nach kurzem Stutzen stellte ich fest, dass die Bücher zwar denselben Inhalt haben, aber in verschiedenen Sprachen geschrieben sind. Buch 1 heisst „Zürcher Brunnen“, Buch 2 heisst „Zurich’s Fountains“ und Buch 3 heisst „Les Fontaines de Zurich“.

Wussten Sie, dass Zürich zu den brunnenreichsten Städten der Welt gehört? Es hat in Zürich nämlich 1224 Brunnen, die mit Trinkwasser gespiesen werden (Mischverhältnis fürs Züri Wasser: 70% aus dem Zürichsee, 15% Quellwasser, 15% Grundwasser). In Zürich findet man alle Arten von Brunnen: prächtig verzierte Betonbrunnen, schlichte Brunnen, Notwasserbrunnen (1973 schrieb die Wasserversorgung Zürich einen Wettbewerb aus um Entwürfe für einen typisierten Trinkbrunnen zu erhalten. Aus über 100 Modellen von 51 Teilnehmern wählte die Jury den Entwurf von Alf Aebersold zur Weiterverarbeitung aus.), Märchenbrunnen und viele weitere.

Mein Lieblingsbrunnen in Zürich hat eine Verbindung zu einem Schweizer Schriftsteller und deshalb möchte ich Ihnen diesen Brunnen kurz vorstellen. Das Jahr 2011 war ein doppeltes Jubiläumsjahr für Max Frisch. Sein Geburtstag jährte sich zum 100. Mal und sein 20. Todestag war am 4. April 2011. Es gab viele Veranstaltungen zu Max Frisch in diesem Jahr. Eine neue Biografie von Max Frisch wurde veröffentlicht. Und es gab sogar eine silbrige Sondermünze und eine Sonderbriefmarke zu Ehren von Max Frisch. Über Max Frisch wurde damals viel geredet und geschrieben. Eine Erwähnung des Niemandbrunnens suchte ich in diesem Jahr aber vergebens. Deshalb möchte ich das hier in unserem Blog nachholen.

Der Rosenhof ist leider kein Rosenhof, Rosen suchen Sie dort vergebens, es ist ein ausgekernter Hinterhof zwischen Limmatquai und Niederdorfstrasse. 1967 erhielt Benedicta Huber von der Stadt Zürich den Auftrag zur Neugestaltung des Rosengartens, der Brunnen wurde vom Bildhauer Peter Meister erschaffen, der schliesslich Max Frisch anfragte für den Text auf dem Brunnen. Mit den Behörden gab es noch einige Diskussionen über den Text, er wurde schlussendlich aber genehmigt. Peter Meister sagt dazu: „Natürlich wurde dieser Text nicht ohne Diskussion von den Behörden genehmigt. Ich denke, wenn ein junger Lyriker anstatt des bekannten Max Frisch ihn geschrieben hätte, wären wir kaum durchgekommen.“
Sie fragen sich, wie denn nun der Text geht? Bitteschön:

HIER RUHT 1967

kein großer

ZÜRCHER

DENKER und

STAATSMANN

oder REBELL

weitsichtiger

PLANER

der freiheit

usw.

niemand,

kein

ZEITGENOSSE

Patriot

REFORMATOR

DER SCHWEIZ

im XX. Jahrhundert

BEGRÜNDER

der ZUKUNFT,

die trotzdem kommt

kein berühmter flücht-

ling wohnte hier oder

starb ungefähr hier zum

ruhm unsrer Vaterstadt,

kein ketzer wurde hier

verbrannt, hier kam es

zu keinem sieg, keine

sage, die uns ehrt, erfor-

dert hier ein denkmal

aus stein, hier gedenke

unserer taten heute

dies denkmal ist frei

hier ruht kein

kalter krieger

1967

dieser stein der

stumm ist, wurde

errichtet zur zeit

des krieges in

VIETNAM.

Im Buch „Zürcher Brunnen“ steht dazu: „Seine Eigenart besteht darin, dass er sich selbst widerspricht. Er will nämlich an nichts erinnern, an keinen Helden, keinen Märtyrer, keine Sagengestalt und keinen Krieg, und tut es dann doch.“

Der Standort des Brunnens, der Rosenhof, finde ich sehr, sehr passend. Zürich, die kalte, unbarmherzige Business-Stadt zeigt sich im Rosenhof nämlich von einer ganz anderen Seite. Von März bis Dezember findet im Rosenhof jeden Donnerstag und Samstag ein Kunsthandwerksmarkt statt. Künstler und Händler aus aller Welt verkaufen dann dort ihre Kostbarkeiten. (Unbedingt die ungarischen Langos versuchen, köstlich!) Es herrscht eine gelöste, familiäre und friedliche Stimmung, wirklich passend zum Niemandsbrunnen.

Leider habe ich kein Foto des Brunnens. Auf der Homepage von Zueri-Graffiti finden sich aber viele Bilder des Ronsehofs. Hier klicken

1967 schrieb „Die Zeit“ einen Text über den Brunnen. Hier klicken 

Bücher von Max Frisch im buchplanet.ch Hier klicken

Leider habe ich nun keine Zeit mehr die Brunnen-Bücher in den Verkauf zu stellen. Ich werde das morgen nachholen.

 

24. April 2013

Der schwache Moment, oder wie ein Krimi entsteht

by Simone Gröbli

Jeder von uns hat irgendwann irgendwelche schwache Momente im Leben. Solch einen schwachen Moment hatte ich im Sommer 2005. Erwarten sie aber jetzt nicht, geneigte Blog-Leser, eine grosse Lebensoffenbarung von mir. Nein, es ist eine Nummer kleiner; in diesem ominösen Sommer 2005 habe ich nämlich den Gedankenblitz gehabt nicht nur zu lesen, sondern auch zu schreiben. Aus dieser „Erleuchtung“ entstand innerhalb von 3 Monaten ein Krimi Manuskript von etwa 240 Seiten. Daraus möchte ich ihnen, geschätzte Leser die ersten Kapitel präsentieren.

Damit sie trotz Werksausschnitte, einen gwissen Geschichtezusammenhang herstellen können, zuerst einen kurzen Abriss um was bei der Handlung geht.
Eine Privatdetektive die für einen Scheidungsanwalt arbeitet, erhält den Auftrag den Hintergrund einen an für sich klaren Todesfall aufzuklären. Auftraggeberin ist eine Schulfreundin die mit dem Toten verlobt war und die ein bekanntes Fotomodel geworden ist. Aber auch deren Patenonkel, der wiederum Ermittler bei der Berner Polizei, hat Interesse das gewisse Unklarheiten geklärt werden Und mit diesen Hauptfiguren kommt eine Geschichte ins Rollen, die sich nach und nach als eine Untat entpuppt.

Hier also, geschätzte Leser die Kapitel; scheuen sie sich ja nicht, nach der Leserei ihre Kommentare und Bemerkungen „abzufeuer“!

2. Kapitel
Es war also ein wunderschöner Junitag als die Geschichte ins Rollen kam. Und zwar ein Montag und gleichzeitig mein erster von fünf Ferientagen. Ich war bereits seit 7 Uhr auf den Beinen und hatte mich zum grossen Schrecken von Stanislaus, dem seine Morgenruhe sehr wichtig war, voller Elan in die Hausarbeit gestürzt. Meine liebe Tante Gerda vertrat felsenfest die Meinung, dass sei der einzige Mann der jemals meine Türschwelle übertreten durfte; ich lasse ihr ihren Glauben. Natürlich muss ich jetzt noch hinzufügen, dass Stanislaus ein Kater der Sorte Karthäuser oder Chartreux, wie sie auch genannt werden, war. Uncharmant wurden sie oft auch als Kartoffel auf Streichhölzer bezeichnet, weil sie einen stämmigen Körperbau besitzen und dazu kurze und muskulöse Beine haben. Aber ich vermute, wie so bei vielen Dingen, dass Stanislaus über dem stand. Am besten gefielen mir sein Fell, das graublau war und seine wunderbaren gelben Augen. Ich bezeichnete unsere Gemeinschaft als ein gepflegtes Nebeneinanderherwohnen, denn meine Anwesenheit wurde von Stanislaus nur dann registriert, wenn Fress-, Spiel- oder Streichelzeit war. Da das Haus zweistöckig war, konnte jeder von uns eine Etage als sein Revier bezeichnen. Stanislaus war bezeichnenderweise im oberen Teil, dort wo der frühere Heuboden zu einer Galerie umgebaut worden war. Da befand sich links das Badezimmer, in der Mitte das Schlafzimmer und rechts das als Bibliothek umfunktionierte Gästezimmer. Somit war ich also nach unten verbannt, da wo die Küche und getrennt durch den Korridor, das Wohnzimmer sich befand.

Ich hatte also an diesem Montagmorgen meine hausfraulichen Talente eine Stunde lang sich austoben lassen und sass nun am Küchentisch und genoss meinen geliebten Kaffee. Und in diese morgendliche Idylle meldete sich nun mein Telefon. Im nachherigen Wissen, was das alles auslöste, tönte das Klingeln wie eine imaginäre Alarmglocke. Ich jedenfalls erhob mich mit einem mitleidsvollen Seufzen vom Stuhl, denn eigentlich war der einzige Kandidat für ein Telefonat um diese Zeit nur mein Vater. Anscheinend herrschte irgendwo in der Alpenruh „Land unter“ und die entsprechende Rettungszentrale konnte nur die Tochter des Hauses sein. Ich hatte demzufolge alles andere als eilig über den Flur in das schräg gegenüberliegende Wohnzimmer zugelangen. Das Telefon stand neben dem linken Türrahmen auf einem Beistelltisch und verrichtete weiterhin unverdrossen seinen Klingeldienst. Als ich den Hörer endlich am Ohr hatte, meldete ich mich nicht mit Namen, sondern mit einem, ich gebe zu, unwilligen „Ja“.
„Kannst du dich nicht wie alle anderen Leute am Telefon melden?“
Oh Schreck lass nach! Nichts von Vater am anderen Ende, sondern Philipp Taler. Nur diese Tatsache änderte nichts Wesentliches an meinem Gemütszustand, wenn ein Chef dich in den Ferien anruft, kommt selten etwas Gutes dabei heraus. Ohne auf seine Frage weiters einzugehen fragte ich patzig:
„Was gibt es? Hast du bereits berufliche Sehnsucht nach mir“.
Nun war Philipp an der Reihe nicht auf meine Fragerei einzugehen. Er kam direkt zu seinem Anliegen.
„Kannst du ins Büro kommen?“
Diese Frage wirkte sehr höflich gestellt, aber nach meiner Ansicht ein bisschen zu höflich.
„Ist das so eine Art Befehlsbitte“ gab ich zurück.
Ein einfaches „Ja“ kam vom anderen Ende der Leitung. Bevor ich darauf näher eingehen konnte fuhr Philipp fort:
„Frag jetzt nicht nach dem Grund, dazu ist die Sache, sagen wir einmal, zu komplex. Also 12 Uhr in der Kanzlei“.
Nach dieser Ansage war ich so perplex, das ich zu keinerlei Nachbohrerei mehr fähig war und mich genauso garstig von Taler verabschiedete wie ich mich am Anfang unseres Telefonats gemeldet hatte. Erstaunlich genug war schon, dass er mich fast ins Büro zitierte, aber der absolute Knaller war die Uhrzeit. Zwölf Uhr mittags; da ging Philipp in die Mittagspause, und die war ihm so heilig, wie dem Engländer sein Fünf Uhr Tee. Dieses Heiligtum dauerte bis 14 Uhr und in diesem Zeitraum war er, außer für seine Frau Paula, für niemanden erreichbar.
Der Boss hatte gesprochen und somit setzte ich um 11 Uhr brav meinen grauen Opel Omega in Gang um nach Bern zu eilen. Sie müssen jetzt nicht denken ich stehe auf Grau, weil ich neben einer grauen Katze auch ein graues Auto besitze, aber je unauffälliger nicht nur das Auto war, sondern auch die Farbe, desto höher war die Chance bei einer Personenbeschattung nicht aufzufliegen. Glauben sie mir, ich wäre auch lieber im Besitz eines flaschengrünen Jaguar „E“ Jahrgang 1961! (Fuhr nicht Jerry Cotton eine solche Karosse in Rot?)
Natürlich hatte ich in den vergangenen Stunden meine Gehirnzellen ins Rotieren gebracht. Eine komplexe Sache, das konnte alles Mögliche bedeuten! Das aberwitzigste was ich bei dieser Gehirnakrobatik zustande brachte, war, dass einer unserer Bundesräte beschlossen hatte sich scheiden zu lassen und als Anwalt Philipp Taler auserkoren hatte. Ich wiederum sollte die Noch-Ehefrau beschatten und sie nach Möglichkeit in flagranti mit ihrem Liebhaber erwischen!

3. Kapitel
Philipps Kanzlei war nicht etwa in der Berner Altstadt, was dank seiner Reputation durchaus denkbar war. Nein, er residierte nicht umweit vom Hauptbahnhof in der Speichergasse und zwar genau gegenüber dem Betreibungsamt Bern-Mitteland. Ich parkte mein Theo, sie sehen auch meinem Auto habe ich einen Namen gegeben, im Bahnhof Parkhaus. Beim Marsch zu Talers Kanzlei kam ich mir immer mehr wie eine Wanderin in der Sahara vor. Es war schlicht und einfach eine Affenhitze. Es war also kein Wunder, dass bis zur Haustür, die zu Philippes Büro führte, bei mir auf der Stirn Schweisstropfen perlten.
Neben der Eingangstür prangte dass goldmetallene Schild mit Namen, Funktion und Stockwerksangabe meines Brötchengebers. An diesem steingrauen Haus erzielte diese Art von Tafel einen ungeheuren Eindruck. Sie strahlte Seriosität und Diskretion aus, zwei unabdingbare Attribute, besonders für einen Scheidungsanwalt.
Im Hausflur herrschte wie immer ein diffuses Licht, für meine Augen war das ein hammerartiger Wechsel vom herrschenden grellen Sonnenlicht draussen in diese Dämmerung. Ich weiss, es gibt Sonnenbrillen, sie war zu Hause, weil ich irrtümlicher Weise der Ansicht war ich hätte sie beim letztmaligen Gebrauch im Auto gelassen.
Sobald ich wieder klarsichtig war, stieg ich gemächlichen Schrittes die drei Treppenabsätze in den 1. Stock hinauf. Dort zu linker Hand befand sich eine Massivholztüre, die in diesem eher schlichen Treppenhaus fast deplaciert wirkte. Das war die Eingangstüre zu Philipp Talers Kanzlei, was auch das Wandschild neben dem linken Türrahmen bewies. Normalerweise gehe ich mit Schwung durch diese Türe, aber heute wo mich möglicherweise einiges Unbekanntes erwartete, zögerte ich einen Moment. Kurz tief durchatmen und dann konnte das Spiel beginnen. Nachdem die Türe hinter mir zugefallen war, befand ich mich in einem mit blauem Spannteppich belegten Flur. Links war mein Büro, was ein sehr hochtrabender Name war, denn es war eher eine Besenkammer. Drei Schritte weiter war rechts eine Milchglastür die das Wartezimmer verbarg und direkt anschliessend das Sekretariat. Das Wartezimmer und Karin Siegrists Reich waren durch eine Verbindungstüre in Kontakt Von Karins Bürotür waren es noch etwa zwei Schritte bis zum Ende des Korridors. Und dort war das Büro des grossen „Meisters“. Die Türe, ebenfalls aus Massivholz, war wie ich sehen konnte als ich darauf zusteuerte angelehnt, Stimmengemurmel war zu hören. Sonst wurde die Mittagsstille nur noch durch die üblichen Autogeräusche von der Strasse gestört.
Als ich mein Ziel erreicht hatte, klopfte ich kurz an die Tür und streckte meinen Kopf mit einem lauten „Mahlzeit“ in das Büro. Philipp der auf dem Sofa sass, sprang sofort auf und begrüsste mich geradezu überschwänglich:
„Wunderbar Lea, dass du da bist. Komm rein!“
Sein Gast hatte sich in der Zwischenzeit ebenfalls aus seinem an der rechten Stirnseite des Salonstisches befindlichen Sessel erhoben. Er war etwa gleich gross wie ich, also eins achtzig, hatte eine graue Igelfrisur und trug einen sehr teuer wirkenden beigen Anzug mit einem farblich genau passenden Hemd, aber keine Krawatte. In Punkto Eleganz hielt mein Chef spielend mit seinem Klienten mit. Ebenfalls im Anzug aber nicht nur mit dem farblich richtigen Hemd sondern auch mit der perfekt abgestimmten Krawatte. (Und das bei annähernd 30 Grad!). Mit Jeans und T-Shirt fühlte ich mich bei so viel Schick geradezu unwohl.
Philipp stellte mir seinen Besucher vor: „Lea, Willi Lauber Stadtpolizei Bern, Kriminalpolizei / Ermittlungsdezernat.“
„Willi, Lea v. Arnegg, meine Mitarbeiterin.“
Lauber und ich tauschten einen Händedruck aus. Mein Staunen, das mit Philipps morgendlichen Telefonat begonnen hatte, setzte sich nahtlos fort; erstens was den Beruf des Willi Laubers betraf, und zweitens was seine Kleidung betraf. Anscheinend gab es nicht nur Polizisten mit Lederjacke und Jeans sondern auch solche mit Modeverstand. Ich muss Willi Lauber, sagen wir es ruhig, ziemlich blöd angeschaut haben, denn er runzelte kurz die Stirn:
„Ist etwas Frau v. Arnegg“.
„Ich wusste gar nicht, dass wir so modebewusste Polizisten in der Stadt Bern haben.“
Lauber lachte laut auf:
„Zur ihrer Beruhigung, dienstlich ziehe ich mich so an, wie es unserer Devise bei der Polizei entspricht; nämlich so unauffällig wie es nur irgendwie geht. Heute ist mein freier Tag, und ich habe mich deshalb so sprichwörtlich in die Schale geworfen, weil meine Mutter heute ihren 80. Geburtstag feiert. Der engste Familienkreis ist ins Bellevue eingeladen und in dieses Nobelhotel kommt man ohne Anzug gar nicht herein“
„Es ist aber immer noch nicht sicher ob sie dich reinlassen; die Krawatte fehlt nämlich“, meldete sich Taler genüsslich.
Wie ein Zauberer der gleich seinen besten Trick vorführen will, wedelte Lauber mit der rechten Hand oberhalb seiner rechten Jackenanzugstasche und zog übertrieben theatralisch eine fein säuberlich zusammengelegte Krawatte hervor.
„Wie heisst es doch bei den Pfadfindern; allzeit bereit“.
Nachdem wir alle unsere Lachanfälle hinter uns gebracht hatten nahmen die Herren wieder ihre Plätze ein. Ich setzte mich in den Sessel der sich gegenüber dem Sofa und dem Salontisch befand. Es war nicht direkt meine Lieblingsposition, denn die schwarze Couchgruppe befand sich links von der Bürotür und ich schätzte es überhaupt nicht, nicht zu wissen was hinter meinem Rücken geschehen könnte. Taler deutete auf die Mineralwasserflasche, die sich auf dem Tisch befand und fragte ob ich einen Schluck wolle. Ich wollte nicht.
„Also“, begann Philipp, beugte sich nach vorne und stützte seine Arme auf seine Oberschenkel, „Gehen wir in Medias res. Weißt du wer Christoph Matt ist?“
Bei mir klingelte etwas „Du meinst den Journalisten der vor etwa drei Jahren illegale Bauabsprachen im Kanton Bern aufdeckte“?
Ein Kopfnicken von Lauber bestätigte dass ich richtig lag. Taler machte weiter:
„Du hast nicht diesen Samstag die Ausgabe vom „Bund“ gelesen?“
Ich hatte keine Ahnung ob das ein Wissenstest werden sollte, deshalb antwortete ich in einem fast verteidigenden Ton:
„Ich gestehe ein, ich habe ihn nur flüchtig durchgeblättert, schliesslich habe ich am Samstag meinen Drittjob wahrgenommen.“
Mit Drittjob war die Tätigkeit als Ladendetektivin im Warenhaus Loeb gemeint. Entgegenkommender fragte ich:
„In der Zeitung stand etwas über diesen Christoph Matt?“
Philipp nickte und sagte:
„Christoph Matt wurde in der Nacht auf Freitag am so genannten Aarestrand tot aufgefunden. Diese Nachricht hat nicht nur der Bund, sondern fast alle Zeitungen der Schweiz veröffentlicht und das hatte mit dem Privatleben von Matt zu tun. Aber darauf komme ich später zurück.“
Taler machte eine kurze Pause, so als würde er hoffen, dass Willi Lauber in das Gespräch eingreifen würde. Aber Lauber schwieg, zurückgelehnt in seinen Sessel, beharrlich. Er wirkte fast schon desinteressiert. Philipp führte weiter aus:
„Die Polizei geht von der Annahme aus, dass Matt von einem Junkie überfallen wurde der dringend Geld brauchte. Daraus resultierte dann ein Kampf. Matt bekam eins auf die Nase, kam aus dem Tritt, versuchte mit einem Schritt rückwärts wieder in Position zu kommen und stiess dabei gegen eine Baumwurzel. Damit kam er völlig aus dem Gleichgewicht und fiel nach hinten. Dabei hatte er das Pech mit dem Kopf gegen einen Baumstrunk zu knallen und das hat sein Genick nicht mehr ausgehalten“.
Sachlich und nüchtern wie ein Wetterbericht der etliche Regentage vorhersagte, hatte Philipp das vorgetragen. Ich hatte nach wie vor kein Schimmer um was es hier ging. Aber ich wollte kein Spielverderber sein und stellte, jedenfalls nach meiner Ansicht, die Fragen, die auf der Hand lagen:
„Woher hat die Polizei diese Erkenntnisse und wo liegt der Pferdefuss?“
Anscheinend hatte ich für Kommissar Lauber das Stichwort geliefert um endlich in das Gespräch einzugreifen. Und das, wie mir erst jetzt bewusst wurde, mit einer so sonoren Stimme, dass mancher Radiosprecher vor Neid erblasst wäre.
„Spuren am Tatort“ Frau v. Arnegg, „aber vor allem die Prellungen im Brustbereich, Oberarmen und das gebrochene Nasenbein bei Matt. Was, wie nannten sie das wieder, den Pferdefuss betrifft, der zeigt sich in der Form einer Frage:
“Was machte Christop Matt zwischen 23 und 24 Uhr am Aarestrand. Kein rechtschaffener Bürger geht, auch wenn es eine laue Sommernacht ist, um diese Zeit an einen solchen Ort. Da gibt es verdammt noch mal lauschigere Plätze in der Stadt Bern.“
Nach diesem letzten Satz schlug Lauber auf die Sessellehne, stand auf und fing an zwischen Bürotür und dem am gegenüberliegendem Ende des Raumes stehendem Schreibtisch hin und her zu tigern. Philipp lehnte sich in seinem Sofa zurück und schaute mich warnend an, jetzt ja still zu sein. Das tat ich auch, verbunden mit der Erkenntnis, dass ich, was den Aarestrand betraf, gleicher Ansicht war wie der Polizeibeamte. Dieser Strand war nämlich eine geraume Zeit einer der Drogenumschlagplätze Berns gewesen. Vor etwa einem Jahr hatte die Polizei aber rigoros aufgeräumt. Tagsüber war er jetzt ein beliebter Tummelplatz für jede Altersgruppe, wegen dem in der Nähe liegenden Marzilibad gab es aber Badeverbot. Aber in der Nacht kommen die Ratten aus ihren Löchern. Einige Junkies und Dealer packte dann die Sentimentalität. Sie kehrten im Dunkeln an diesen Ort zurück. Auch verstärkte Polizeikontrollen konnte sie nicht davor abschrecken.
Inzwischen hatte Lauber sich wieder beruhigt, seine Wanderung beendet und sich in seinen Sessel gesetzt.
„Tut mir leid“
Diese Entschuldigung war an Philipp und mich gerichtet. Bevor einer von uns beiden etwas darauf erwidern konnten, machte der Ermittlungsbeamte weiter.
„Eigentlich ist es ja ein fast gelöster Fall, aber von meiner Seite gibt noch etwas Spezielles; nämlich eine private Komponente. Christoph Matt war mit meiner Patentochter liiert, sie wollten in zwei Wochen in der Innerschweiz heiraten und das ist auch der eigentliche Anlass, wieso diese Todesmeldung von Matt in vielen Schweizer Zeitungen zu lesen war. Denn seine zukünftige Frau ist in der Schweiz und im Ausland ein bekanntes Fotomodell.“
Lauber drehte sich zu mir und fixierte mich mit seinen Augen regelrecht:
„Sie kennen sie auch Frau v. Arnegg, sie heisst Eva Wegmüller.“

4.Kapitel
Ich war paff. Eva Wegmüller kannte ich tatsächlich, sie war die Tochter des einen Moosbachers Dorfkönigs, (der andere war mein Vater), des Architekten Karl Wegmüllers. Wir hatten nicht nur gemeinsam die gesamte Schulzeit durchgestanden, sondern waren auch richtig dicke Freundinnen gewesen. Aber wie das Leben so spielt, nach Beendigung der Schulpflicht trennten sich unsere Wege. Eva machte ihre natürliche Schönheit zu Kapital, sie wurde wie Lauber vorhin sagte Fotomodell und jettete dementsprechend in der Weltgeschichte herum. Ich wiederum machte meine Matura und den Rest meines Liedes kennen sie ja liebe Leser.
Meine Reaktion auf Kommissars Laubers Eröffnung war nicht gerade geistreich:
„Ich lese keine Klatschblätter Herr Lauber, deshalb dachte ich, Eva liege auf einer Südseeinsel am Strand oder ist sonst irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs.“
Philipp gab einen eigenartigen Laut von sich. Er ahnte oder wusste sogar dass sein Kollege, ich jedenfalls nahm es an, dass Lauber zumindest sein Kollege war, was Eva betraf sehr empfindsam reagieren konnte. Lauber ebenfalls starrte mich noch intensiver an, schluckte kurz, sagte aber nur:
„Eva hat einen Job der hat durchaus ein gewisses Verfallsdatum und es ist besser wenn dir keiner sagen muss wann es soweit ist“. Sie ist jetzt 38“, Lauber hielt kurz inne, denn er wurde sich bewusst das er indirekt auch mein Alter angesprochen hatte und als Mann der alten Schule, jedenfalls so schätzte ich ihn ein, war ihm das fast peinlich. Ich machte jedenfalls kein Geheimnis um mein Alter.
„Eva hatte also vor einem Jahr beschlossen abzutreten und hat diesen Januar eine Modellagentur in Thun eröffnet.“
Ich wusste nun auch was meine Jugendfreundin tat oder tun wollte, nämlich unter anderem das Überfallopfer Christoph Matt zu ehelichen. Aber den Zusammenhang sah ich trotzdem immer noch nicht. Dass sagte ich auch zu Lauber. Aber die Antwort lieferte Philipp.
“Wie schon gesagt, für die Polizei und die Staatsanwaltschaft ist die Sachlage eigentlich klar. Willi, ich meine Herr Lauber, kann in diesem Fall vorläufig nicht mehr viel tun, das Dossier ist auf der Prioritätenlisten weit nach hinten gerutscht und wird in den nächsten Wochen ins Nirwana verschwinden. Aber es gibt eben die eine grosse Frage und die will Eva nach Möglichkeit beantwortet haben.“
Philipp rekapitulierte sie nochmals:
„Aus welchem Anlass ging Christoph Matt letzten Donnerstagabend an den Aarestrand. Die wahrscheinlichste Variante fällt weg; Matt hatte keinen Rechercheauftrag einen Bericht über das Berner Drogenmilieu oder etwas Ähnliches zu verfassen.“
Mit diesem Satz hatte Philipp die wahrscheinlichste Antwort vom Tisch gewischt. Aber ich hatte noch einen Einwand auf Lager:
„Herr Lauber, wieso kann die Polizei dieser Frage nicht nachgehen?“
„Ganz einfach Frau v. Arnegg, es besteht kein Anlass dazu. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Christoph etwas Illegales am Aarestrand wollte, er hatte auch nichts Verbotenes dabei, ich nenne nur als Beispiel Drogen. Auch bei ihm zu Hause haben wir nichts gefunden, dass auf Unrechtmässiges schliessen lässt. Verstehen sie mich richtig, ich musste schon öfters in meiner Polizistenlaufbahn Fälle mit unbeantworteten Fragen auf die Seite legen, das empfand ich nie als persönliche Kränkung. Aber hier gibt es einfach diese persönliche Involviertheit. Mit dem meine ich Eva, sie hat mit dem Verlust schon genug zu kämpfen, aber dieses Nicht- Begreifen macht alles noch viel schwerer.“
Nach dieser Fast-Ansprache an meine Adresse, griff Lauber auf seiner rechten Sesselseite mit der Hand auf den Boden und hievte ein Schnellhefter auf seine Knie.
„Der Ball liegt jetzt bei Ihnen Frau v. Arnegg“.
Das wusste ich auch, aber zuerst wollte ich Klartext reden:
„Ich soll also Material sammeln, damit vor allem Eva begreifen kann, was ihr Liebster an einem solchen Ort tun wollte. Ich hoffe, ihr ist bewusst, dass es auch eine sehr unangenehme Kenntnis werden könnte.“
Lauber nickte, Philipp setzte, wie es zu einem guten Anwalt gehört ein Poker Face auf. Mein Auftrag war also jetzt klar definiert, jetzt wollte ich auch wissen wie ich zu dieser Ehre kam.
„Wie sind sie auf mich gekommen?“
Die Antwort kam prompt und dabei grinste Lauber verschmitzt:
“Ich kenne Philipp seit der Zeit als er in meinem Segelclub eintrat, das war vor zwei Jahrzehnten. Bei uns ist es üblich, dass ein Neumitglied in der ersten Zeit ein „Götti“ bekommt der ihm zeigt wie der ganze Laden läuft. Ich war also Philipps Begleiter und wir sind aneinander hängen geblieben, dadurch erfuhr ich auch mit der Zeit, dass er eine Mitarbeiterin für Materialbeschaffung beschäftigt.“
Eigentlich wollte ich damit mit meiner Fragerei Schluss machen, aber mir kam urplötzlich etwas in den Sinn.
„Herr Lauber, sie sagten vorhin, Eva sei vor einem Jahr aus dem Business ausgestiegen, ich nehme an, mittlerweile ist sie öfters bei ihrem Vater zu Besuch gewesen. In Moosbach kennt fast jeder mein Beruf, wieso wendet sie sich nicht direkt an mich?“
Nach Laubers Reaktion hatte ich irgendeinen heiklen Punkt angesprochen. Er fing nämlich an das Schnellhefter in seinen Händen hin und her zu drehen. Und genauso gedreht war seine Antwort:
“Eva hatte ziemlich Schwierigkeiten mit ihrem Vater, erst in diesem April fanden sie wieder zueinander. Das andere ist, ihr habt euch mindestens 19 Jahren nicht gesehen, da kam man durchaus Hemmungen entwickeln einfach anzurufen und um Rat ansuchen.“
Ich wollte gerade einen Einschub machen, als Lauber eine verneinende Handbewegung machte.
„Wenn sie genaueres über die Probleme mit ihrem Vater wissen wollen, müssen sie schon Eva selber fragen.“
Das wollte ich mit Garantie tun.
„Also?“ insistierte Lauber und streckte mir das Schnellhefter entgegen.
Ich konnte mir nichts vormachen, seit dem Zeitpunkt als Eva Wegmüller ins Spiel kam, war ich eine Gefangene dieser Geschichte. Ich nickte kurz mit dem Kopf und das wurde von Philipps Seite mit einem tiefen Aufschnaufen quittiert. Lauber gab so etwas wie ein zustimmendes Knurren von sich und deutete auf die Unterlagen:
“Hier drinnen befindet sich das alles in schriftlicher Form was wir vorhin erläutert haben, es gibt noch ein paar Ergänzungen dazu.“
„Polizeiakten spazieren führen, sie setzten ja ihren Job aufs Spiel!“
Diese Stichelei konnte ich mir nicht verkneifen. Lauber setzte wieder sein verschmitztes Grinsen auf.
„Wissen Frau v. Arnegg, ich habe aus verschiedenen Gründen beschlossen dieses Jahr mit meinen 58 Jahren den Beruf an den Nagel zu hängen. Meinen grössten Wunsch konnte ich mir erfüllen, ich habe ein Haus in Florenz erworben und dort gedenke ich meine restliche Lebenszeit zu verbringen. Darum würde ich mir wegen eigenen widerrechtlichen Handelns keine Gedanken mehr machen. Aber zu ihrer Beruhigung, das sind keine Akten, das sind nur allgemeine Notizen, die man durchaus auch der Öffentlichkeit zugänglich machen könnte.“

Buch Kriminalroman

23. April 2013

Georg und der »Welttag des Buches«

by Josef Beda

Georg, der frühchristliche Märtyrer wurde im 3. Jahrhundert in Kappadokien, dem in der Türkei liegenden Zentral-Anatolien-Gebiet geboren und ist vielen Menschen besonders durch die Drachentöter-Legende bekannt. Der heilige Georg ist jedoch auch der Schutzpatron vieler Länder, Regionen, Städte und Ritterorden sowie der Kirchenpatron ungezählter Kirchen und Klöster, Namenspatron von Schulen und Orten in aller Welt. Das Symbol des heiligen Georg ist das Georgskreuz; ein rotes Kreuz auf weissem Grund. Georg selbst, das Georgskreuz und seine weiteren Heiligenattribute sind in vielen Wappen und Flaggen enthalten. Zusammen mit dreizehn weiteren Heiligen zählt der heilige Georg – er war der Erste – zu den vierzehn Nothelfern, welche, bis auf den heiligen Ägidus, als Märtyrer umgekommen sind. Unter der Herrschaft des römischen Kaisers Diokletian wurde Georg in den Anfängen der Christenverfolgung am 23. April im 303 im heutigen Israel enthauptet. Sein Todestag wird als Georgstag oder auch als Georgitag bezeichnet; ist ein Gedenktag der von den christlichen Konfessionen – der katholischen, der evangelischen, der orthodoxen wie auch von der anglikanischen Kirche – gleichermassen, zwar regional sehr unterschiedlich, gefeiert wird. 

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Der heilige Georg wurde mit dem Drachen erst mehrere hundert Jahre nach der Zeit der Kreuzzüge und seiner Enthauptung in Verbindung gebracht. – Drachentöter wie der heilige Georg lassen sich in vielen Legenden finden, sie retten Menschen von den feuerspeienden Ungeheuern und stehen somit für Mut und Überwindung des Bösen.

Und wieder einmal ist es das Königreich Spanien, genauer beschrieben die im Nordosten Spaniens gelegene Autonome Gemeinschaft Katalonien mit ihrer Hauptstadt Barcelona, die eine Brücke zwischen der sakralen in der profanen Ebene gebaut hat. In Katalonien werden am Namenstag ihres Volksheiligen St. Georg nach einer langen Tradition Rosen und Bücher verschenkt. Diese Feierlichkeiten wurden auf Antrag der Spanier von der UNESCO aufgenommen und diese richtete infolge einen Feiertag mit der englischen Original-Bezeichnung »World Book and Copyright Day«, der nun seit dem 23. April 1995 weltweit gefeiert wird, ein.

Mehr zum »Welttag des Buches« erfahren Sie unter »http://de.wikipedia.org/wiki/Welttag_des_Buches«. Welche spezielle Aktivitäten in unserem Land stattfinden, erfahren Sie unter »http://www.journeemondialedulivre.ch/«.

Im Grundsatz können wir bei uns – buchplanet – ausschliesslich Bestellungen erledigen, die aus der Schweiz, dem Fürstentum Lichtenstein, Deutschland oder Österreich stammen. Der Grund für diese Einschränkung des Lieferkreises liegt auch in den sehr hohen Zustellgebühren. – Doch was machen wir in Ausnahmefällen? Heute am Welttag des Buches traf bei uns eine Bestellung für das Buch mit dem Titel »Die Gestaltung der Landschaft durch den Menschen · 1. Teil« ein. Es handelt sich dabei um den 7. Band der Buchreihe »Paul Schultze-Naumburg · Kulturarbeiten«. Überrascht waren wir, als wir die Adresse des Bestellers lasen; die erste Bestellung aus den Vereinigten Staaten von Amerika – aus der im Staat Illinois gelegenen Stadt Glenview. Da der Kunde sein Land, die USA, im elektronischen Bestellformular nicht anklicken konnte, wählte er als Lieferland die Schweiz. Doch die Kosten für den Transfer von der Schweiz nach den USA ist um ein vielfaches teurer als die Inlandgebühren. Nach kurzer Email-Korrespondenz überwies uns der Kunde den Differenzbetrag in Form einer Spende. Heute schicken wir das Buch auf die lange, lange, Reise zu unserem, mehr als 7000 Kilometer entfernt lebenden, Kunden.

 Josef

 

Ganz Im Sinne des heutigen Feiertages, der mit dem Namen »Welttag des Buches« von der UNESCO ins Leben gerufen wurde, wird das oben abgebildete Buch Europa verlassen und die grosse Reise über den Teich nach Amerika antreten.

Diese Ausnahmelieferung ist ein kleiner Beitrag zum »Welttag des Buches« von unserer Seite. Doch zusätzlich wollen wir natürlich auch etwas für unsere in der Schweiz und im umliegenden deutschsprachigen Ausland wohnenden Kunden tun! Ab sofort bis Dienstag, 30. April 2013 23:59:59 Uhr gewähren wir Ihnen einen Rabatt von 20% auf alle Bücher. Zu diesem »feierlichen« Preisnachlass gelangen Sie, wenn Sie den Gutscheincode 4309 9307 8960 in das dafür vorgesehene Feld im elektronischen Bestellformular einfügen; die 20% Rabatt auf den Gesamtwert der von Ihnen bestellten Bücher werden dann automatisch angezeigt und dem Rechnungsbetrag abgezogen. – Profitieren Sie von diesem »Welttag des Buches  – Angebot.« Wir wünschen Ihnen viel Freude am Bestellen und beim Lesen der Bücher!

 

Bild-Quellen:
Bild A: Bild aus Das Buch von den heiligen Namenspatronen
Bild B: Deckel des texterwähnten Buches

 

 

22. April 2013

Ferienvertretung im buchplanet

by Manuel Och

Für knapp zwei Wochen darf ich mein Büro in der Geschäftsstelle in Herisau mit dem Büro im buchplanet Flawil tauschen. Statt Kreditoren bezahlen, Rechnungen fakturieren und Unfallmeldungen bearbeiten, darf ich mich mit denverschiedensten Büchern auseinandersetzen. Nun ist bereits die erste Woche vorbei und ich konnte meine ersten Erkenntnisse sammeln. Für mich ist eine grosse Herausforderung zu entscheiden, welche Bücher wir in den Shop eingeben sollen und welche wir recyclen. Eine falsche Entscheidung hat folgen: Entweder man zerreisst ein Buch, welches wertvoll gewesen wäre oder man erfasst ein Buch, welches nicht verkauft werden kann und zum Ladenhüter wird. Zum Glück helfen mir die erfahrenen Mitarbeiter vom buchplanet. Sie leisten ohnehin einen super Job und erledigen ihre Aufgaben zuverlässig und selbstständig.

Ich habe auch etwas Zeit gefunden einige Bücher selbst im Shopsystem einzutragen. Sara hat mir eine Kiste mit Bücher über Kunst gerichtet – netterweise sogar schon mit Preisvorschlag. Diese sind nun erfasst und warten darauf entdeckt zu werden. Eines dieser Bücher stammt von einem Künstler aus der Region.

Bartholomäus Lämmler – Der Landstreicher und seine Landschaften

Bartholomäus Lämmler - Der Landstreicher und seine Landschaften

Der Appenzeller Künstler Bartholomäus Lämmler (1809-1865) gilt als Erfinder des Sennenbildes. Nebst seinen Bildern, wie man sie kennt,  ist er auch für die Möbelmalerei und seine Alp-Abfahrtstafeln bekannt. Dieses Buch beschreibt seinen Werdegang mit vielen Abbildungen seiner Werke. Für Liebhaber der Appenzeller Kunst auf jedenfalls ein Blick wert. Dieses und viele weitere interessante Bücher finden Sie in unserem Onlineshop unter der Rubrik Kunst.

Diese Woche werde ich mit auch noch der Rubrik der englischsprachigen Bücher widmen. Also schauen Sie auch dort wiedermal vorbei.

18. April 2013

Ein Liebeskampf

by Simone Gröbli

Sehr geehrte Blog-Leser

Eigentlich möchte ich jetzt das tun, für das unter anderem der Blog des buchplanet installiert ist; nämlich eine Buchvorstellung vornehmen.

Nur blödsinniger weise ist das vorzustellende Buch noch bei mir in Arbeit. Dass es noch nicht fertig gelesen ist, liegt nicht an meiner Faulheit, Bequemlichkeit oder Unzuverlässigkeit, sondern an einer sogenannten höheren Gewalt.

Das kam so; ich war auf dem Heimweg, sass im Bus von Gossau nach St.Gallen. Eigentlich Zeit für mich zum Lesen. Zu mir in die Doppelreihe gesellte sich ein junges Mädchen mit Handy am Ohr. Nichts Besonderes werden Sie jetzt, geschätzte Leser denken. Nur was jetzt folgte war ein dramatischer Liebeskampf, dessen gebannter Zuhörer mit Logenplatz ich wurde. Sie sehen liebe Leser, man muss nicht immer ins Stadttheater pilgern, um Liebesdramen zu sehen und hören.

Zurück zu meiner Privat-Vorstellung. Die junge Frau schwieg minutenlang ins Handy und in etwa bei der dritten Haltestelle in Gossau kam ihr grosser Auftritt: „ich liebe dich doch“, „ich tue alles für“, „die andere nützt dich nur aus“, du blockst immer ab“, so flötete sie ins Mobiltelefon.  Nach weiteren Haltestellen und kummervollen Schweigen ging das Lamento der jungen Dame weiter; „du kommst mit Sachen die vor zwei Jahren geschehen sind, „du behandelst mich genauso schlecht wie die andere.“

Jawohl liebe Leser so ging immer weiter, verstehen sie jetzt wieso ich mich nicht einfach meinen Buchseiten widmen konnte. Leider ist mir das Ende nicht bekannt. Die Liebesgeplagte stieg nämlich, weiterhin verzweifelt in ihr Handy palavernd, in der Schlachthofstrasse aus.

Welches Buch ich zu Gunsten dieser „Liebestragödie“ vernachlässigte?

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„Fräulein Stark“ von Thomas Hürlimann.

Wo aus einem „leisen“ Kampf eine heimliche Liebe wurde. 

Soviel kann ich verraten.

Wollen sie, geschätzte Leser, es genauer wissen. Der buchplanet hat Fräulein Stark im Angebot, aber genauso weitere bekannte Bücher von Thomas Hürlimann, wie zum Beispiel die „vierzig Rosen“.

Damit liebe Leser bis zum nächsten Mal.

Ihre geneigte Simone Gröbli

 

17. April 2013

Das Versprechen

by Josef Beda

»Das Versprechen« ist der Titel einer der drei hervorragenden – auch »etwas anderen« – Kriminalromane, die der Schweizer Schriftsteller und Maler Friedrich Josef Dürrenmatt geschrieben hat. Über diesen Roman, den ich immer wieder lese und auch den Film mit Originaltitel »The Pledge«, welche eine der fünf Verfilmungen ist, zu Gemüte führe, habe ich am 18. Dezember 2011 geschrieben. Wie in diesem Roman, in dem die Komplexibilität einer Tat und dessen Aufklärung offensichtlich wird, kann man dies auch in anderen Bereichen als der Kriminologie oftmals feststellen; so auch etwa im Bau der Eisenbahnen.

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Die Schweiz wird heute oft als »Bahnland Nummer Eins« bezeichnet, verfügt sie doch, abgesehen von den beiden Stadtstaaten Monaco und Vatikanstaat, zusammen mit der Tschechischen Republik über das weltweit dichteste Eisenbahnnetz. Bald werden wir auch den längsten Eisenbahntunnel der Welt haben. Doch eines blieb aus: Die Einlösung des historisch bedingten Ostalpen-Versprechens, welche den Ostschweizer Kantonen eine Alpenquerung via San Bernadino, Tödi-Greina oder Splügen zusichert. Interessant ist, dass – nach meinen Kenntnissen – immerhin die »Splügenbahn« als Modell existiert. Eine Vision, welches das Versprechen doch noch befriedigen könnte ist mit dem Projekt »AlpTrain« anfangs 2010 in Chur vorgestellt worden. Dieses Projekt beinhaltet zwei Elemente, eine Schnellverbindung der beiden Städte Zürich und Chur, welche die Grundlage für die Vernetzung der drei Metropolen München, Zürich und Mailand als – zweites Element – bildet. Chur wäre in dieser Vision die Drehscheibe der neuen Alpentranversalen, welche einen Tunnel von Chur-Tiefencastel-Castasegna-Colico-Lecco vorsieht.

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Ein im Jahr 1912 herausgegebenes Buch, welches sich mit den Schweizerischen Alpenbahnen in einer speziell-umfassenden, die Landesverteidigung integrierend, beschäftigt, wurde geschrieben um mit militärtechnischen Hintergründen und Argumenten den Bau der »Splügenbahn« zu verhindern; heisst es doch bereits im Vorwort: «Dieses Buch verfolgt nun als Hauptzwecke: Den Bau der Splügenbahn zu verhindern, der Schweiz ein »Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes« zuzurufen, und eine nationale Lösung der Ostalpenbahnfrage zu fördern. Nebenzwecke sind: Eine neue Orientierung über die strategische Lage der Schweiz inmitten der gegenwärtigen europäischen Bündnisgruppen zu geben und klarzulegen, welche Bedeutung dem Gebirgskrieg in der schweizerischen Landesverteidigung zukommt.

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Geschrieben hat das 181 Seiten umfassende Buch »Schweizerische Alpenbahnen – Ihre Bedeutung für unsere Unabhängigkeit, Landesverteidigung und Volkswirtschaft« ein Schweizer Offizier, dessen Name im ganzen Werk nicht vorkommt. Die Anonymität wird wie folgt begründet: «Um die Fragen der Landesverteidigung, ohne Rücksicht auf das Ausland, mit vollem Freimut behandeln zu können und von dem, was sich aus dem Studium des Geländes an Ort und Stelle, unserer Karten und der einschlägigen Literatur ergibt, nichts wesentliches verschweigen zu müssen, verzichten wir vorläufig darauf, unseren Namen öffentlich zu nennen, das bietet dem Leser die Möglichkeit, den Inhalt ohne Voreingenommenheit, frei von jeder persönlichen Beeinflussung und ausschliesslich auf Grund der niedergelegten Gedanken zu prüfen.»

 

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Mag sicher sein, dass der Inhalt sich tatsächlich am Motto, welches auf dem Buchdeckel wie auch auf der ersten Vorsatzseite abgedruckt ist: «Der Verlust des Eschentales ist vielleicht das sprechendste Beispiel aus unserer an solchen Erfahrungen reichen Geschichte zu der Behauptung, dass das Schicksal der Staaten, ganz gleich wie das des einzelnen Menschen, sehr oft von einem einzigen, kurzen Momente abhängt, der sie entschlossen oder unentschlossen zum Rechten findet.» (Hilty, Polit. Jahrbuch, 6. Jahrg., 1891.), orientiert. Dennoch, oder gerade auch deshalb, regt die Schrift an, über die durch unsere Schweiz führenden Verkehrswege klar zu debattieren und für alle in der Folge betroffenen Belange unseres inneren Zusammenlebens, unserer Sicherheit und unserer Willensäusserung gegenüber unseren Nachbarstaaten zielorientierte und punktuellen Wünschen und Ansprüchen übergeordnete Lösungen zu erarbeiten und zu finden.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel – mit Link auf den Blog »Das Versprechen – von Friedrich Dürrenmatt«
Bild B: Google – mit Link auf die Webseite der »Supervision AlpTrain«
Bild C: Buchdeckel
Bild D: Dem Buch zugebundene Karte

 

 

16. April 2013

Süsse Überraschung

by Strichli

Es kann gut vorkommen, dass eine der Bewohnerin oder einer der Bewohner unseres Planeten – buchplanet – für unsere Zehn-Uhr-Pause etwas zum Trinken oder zum Essen mitbringt. Heute Dienstag kam unser Team in den Genuss von, nicht nur sehr anmutenden, sondern auch ausserordentlich köstlichen Süssigkeiten; Konfekt aus dem Hause Roggwiler – einer der bekannten Confiserien der Kantonshauptstadt St. Gallen. Für alle war dies eine tolle Überraschung und versüsste die Pause … und den ganzen Tag. Nach der Pause nahm ich einen Stapel Bücher, um sie in unseren Online-Shop zu stellen. Eines der ausgewählten Bücher – es musste wohl so sein – beschäftigt sich unter anderem mit Konfekt.

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Das gepolsterte, gebundene, 295 Seiten umfassende Buch mit dem Titel »Schokolade, Pralinen & Co – Marken · Herstellung · Genuss«, ist eines der Fachbücher, welche vom Journalisten und Fachautor Tobias Pehle verfasst und in der Reihe »Dumonts kleines Lexikon« im Dörfler-Verlag veröffentlicht wurde.

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Im reich bebilderten Werk wird – nebst Vorwort, Register und Quellenangaben und Dankesworten – in neun Kapiteln die Geschichte der Schokolade – von den Azteken über Madame Pompadour, einer der Mätressen des französischen Königs Ludwig XV, bis heute -, Wissenswertes über den langen Weg der Kakaobohne zur Edelschokolade, Erklärungen der Fachbegriffe, Tips zum Umgang mit Schokolade in der Küche, Rezepte zum Backen, Kochen, Dekorieren und der Herstellung von Pralinen sowie vor allem der Genuss der Schokolade in ihren verschiedensten Formen so »gluschtig« beschrieben, dass, wenn nicht schon einige der Köstlichkeiten zum schwelgerischen Vernaschen bereit stehen würden, diese sofort organisiert werden müssten.

 

Bild Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: Bild aus dem Buch

 

 

11. April 2013

Suchen Sie eine Mitarbeiterin?

by Simone Gröbli

Geneigte Blog Leser

Es ist wieder einmal Donnerstag; und somit Blog-Zeit für mich.

Heute werden sie mich kennenlernen, jedenfalls zum kleinen Teil. Und dieses Kennenlernen trägt einen Hintergedanken, denn vielleicht kann ich auf diesem Blog-Weg wieder Fuß fassen auf dem ersten Arbeitsmarkt

Es geht also, wie sie geschätzte Leser vielleicht schon erraten haben, um meine Stellensuche. Die beruflichen Fakts sehen bei mir wie folgt aus; 28 Jahre Hotelfachwesen, größtenteils davon im mittleren Kader.

Diesen ausgetretenen Weg will ich aber nun verlassen und meiner grossen Leidenschaft nachgehen. Und das sind eben die Bücher. Als Startpunkt für mein neues Berufsleben, ist die Lektoren -Ausbildung bei der Medienschule Nordostschweiz angedacht. Die Finanzierung für diese Schule steht noch auf wackligen Beinen, da das Sozialamt keinerlei Hand anbietet.

An dieser Stelle kann ich mir betreffend Sozialamt eine Bemerkung nicht verkneifen; Zu Recht kann man das Verhalten der Sozialempfänger anprangern, hinterfragen und kritisieren, aber die gleiche Praxis sollte man ab und an bei den Ämtern anwenden. Ich sammle gerade fleißig Erfahrung damit

Zurück zum eigentlichen Thema; Theorie ist schön; praktische Erfahrungen aber noch schöner. Im Klartext; ich suche Arbeit in der Bücherwelt.

Also liebe Verleger, Buchhändler, Bibliothekare und Antiquitätenläden-Besitzer; wenn ihr eine motivierte, engagierte und einsatzbereite Mitarbeiterin oder Praktikantin sucht, melden sie sich über diese Blogseite bei mir.

Aber bitte nur ernstgemeinte und seriöse Interessenten, Ich bin kein humorloser Mensch, aber wenn irgendwelche Angebote eindeutiger zweideutiger Art auftauchen, finde ich das überhaupt nicht amüsant.

Und damit beende ich mein geschriebenes Wort zum Donnerstag. Besten Dank  im Voraus, dass sie diesen Blog lesen. Bis in einer Woche.

Eure geneigte Simone Gröbli

10. April 2013

Dissuasion – Spionage – Entlassung

by Josef Beda

Die drei im Titel erwähnten Wörter, welche man wahrscheinlich mit einem Museum nicht auf Anhieb in Zusammenhang stellen wird, haben auch etwas mit der Landesverteidigung zu tun. Das Wort »Dissuasion« hat lateinische Herkunft, wird bei den Franzosen für den Begriff Abschreckung verwendet und bekam vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika die eigene Definition: «Dissuasion ist dadurch zu erreichen, dass der Gegner von der Sinnlosigkeit eines Wettrüstens überzeugt wird.» Unsere Schweizer Armee, dessen Kernaufgabe die »Raumsicherung und Verteidigung« ist, setzt durch ihre stetige Kampfbereitschaft auf die abschreckende Wirkung; ein potentieller Gegner muss einen hohen Eintrittspreis für eine Besetzung oder einen Durchmarsch unseres Territoriums bezahlen. Das ist Dissuasion für die Eidgenossen! Immer wieder wird versucht – und dies wurde im Zweiten Weltkrieg sehr deutlich (entsprechende Literatur befindet sich in unserem Online-Shop) – unser Land auszuspionieren. Als Entlassung, schlussendlich, wird der Ausschied aus einer Pflicht bezeichnet.

Gebaut wurde sie in den Jahren des Zweiten Weltkriegs – von 1938 bis 1941 – und wurde erst am Ende des kalten Krieges im Jahr 1992 aus dem Militärdienst entlassen. Sie gilt als eine der sichersten Artillerie-Forts aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und wurde von 200 Soldaten betrieben. Heute ist sie ein militärisches Museum und ein historisches Beispiel dafür, wie eine starke Landesverteidigung den Frieden bewahren kann.

 Josef

 

Die Schrift wird mit einem Vorwort von Dr. rer. publ. Dr. h. c. Ernst Rüesch – von 1978 bis 1982 als Brigadier der Kommandant der Grenz Brigade 8 – eingeleitet. In seinem Vorwort schreibt er: «Der »Heldsberg« hatte auch einen gewaltigen moralischen Wert. Eine Festung, direkt an die Landesgrenze gebaut, stärkte den Abwehrwillen der Bevölkerung und der Truppe gewaltig.»

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buch-Rückdeckel