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Archiv vom März, 2013

11. März 2013

Satire & Wirklichkeit

by Josef Beda

Gestern Sonntag-Abend wurde im Schweizer Fernsehen die Satire-Sendung »Giaccobo / Müller« ausgestrahlt in der auch die erfolgreiche Sprengung des etwa fünfzig Meter hohen, zwölf-stöckigen des in den Siebzigerjahren in der Stadt Aarau gebauten »Rockwell-Hochhauses« gezeigt wurde. In einem Wortwechsel zwischen den beiden Satirikern meinte Mike Müller: «Also, man muss zu dieser Sprengung schon sagen: Sie ist etwas missglückt.» Viktor Giaccobbo stellte dann die Frage: «Wieso? Ist doch eine perfekte Sprengung?» Mike Müller antwortete darauf: «Ja, schon. Das Hochhaus ist gefallen, aber der Rest des Aargaus steht noch.» Zwar war das Gelächter im Publikum gross, bei den Aargauer-Zuschauern kam dieser Witz wohl nicht so gut an. Aber eben Satire ist Satire und kann und muss auch interpretiert werden.

Der Kanton Aargau, aus verschiedenen Territorien geschaffen und in die Schweizerische Eidgenossenschaft im Jahr 1803 aufgenommen, steht flächenmässig an zehnter, einwohnermässig an vierter Stelle aller Schweizer Kantone. Er ist in elf Bezirke mit insgesamt 216 politischen Gemeinden aufgeteilt. Aarau ist die Hauptstadt des Kantons; sie zählt mit etwa 72’000 Einwohner etwas weniger Menschen als die grösste Stadt des Kantons, Wettingen. Wirtschaftlich gesehen geht es dem Kanton gut. Nebst einem ausgewogenen Branchenmix, profitiert er – gerade auch in weniger guten Zeiten – von zahlreichen kleinen und mittelgrossen Unternehmungen; er ist zudem mit etwa 250’000 in der Industrie Beschäftigten – entspricht einem Beschäftigungsanteil von beinahe 35% – der grösste Industriekanton unseres Landes. Ebenfalls im Bereich Kultur steht der Kanton mit  an vorderer Front; er gehört mit 175 Einzelbauten, 11 Sammlungen und 56 archäologischen Fundstellen zu den Kantonen mit den meisten im KGS-Inventar verzeichneten Kulturgütern von nationaler Bedeutung.

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Das oben abgebildete Buch mit dem Titel »Aargau – Impressionen« gibt einen Einblick in die Vielfalt des Kantons Aarau. Das wunderschöne Wappen dieses Kantons, welches unten links auf dem Buchdeckel abgebildet ist, wurde nach der Gründung des Kantons eingeführt und erhielt im Jahr 1930 seine definitive Gestalt. Es zeigt links auf schwarzem Grund drei Wellen in silberner Farbe und rechts drei silberne fünfstrahlige Sterne auf tiefblauem Hintergrund. Eine Deutung des Wappens, die besonders zu diesem Kanton passt und gefällt: Die linke Hälfte repräsentiert den Kanton als Ganzes, fruchtbarer von der Aare durchflossener Boden; die rechte Hälfte verweist auf die Vereinigung der drei christlichen Konfessionen.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

6. März 2013

Bücher empfehlen

by Sara Grob

Ich machte meine Ausbildung (Lehre zur Kauffrau) in einem Onlineshop mit gebrauchten und neuen Büchern, dazu gehörte auch ein kleines Ladenlokal in Zürich. Den Laden „schmiss“ ich praktisch alleine, meine Chefin war viel abwesend. Meine Chefin hatte grossen Respekt davor anderen Leuten ein Buch oder einen Autoren zu empfehlen. Was ist wenn ich einen Krimi mit vielen blutrünstigen Details empfehle, die andere Person aber zartbesaitet ist? Was ist wenn ich ein Buch empfehle, dass einen zu expliziten Inhalt für den Leser hat? Man kann in viele Fettnäpfchen treten wenn man ein Buch empfiehlt oder verschenkt.
Deshalb möchte ich nun hier eine Autorin mit Ihnen teilen, die ich schon oft empfohlen habe und mit der ich noch nie Missfallen erregte.
Zur Geburt meines Neffen schenkte ich meiner Schwester ein Buch von Anna Gavalda mit dem Titel „Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet“. Das Buch enthält mehrere Erzählungen. (Warnung: Die erste Erzählung handelt von einer Fehlgeburt. Ich war mich nicht sicher, wie das bei meiner Schwester ankommt. Sie hatte aber zum Glück kein Problem damit.)
Total glücklich war ich diese Woche als ich sah, dass meine Schwester eine Bestellung bei buchplanet.ch aufgegeben hatte. Die Bestellung enthielt mehrere Bücher von Anna Gavalda. Da lag ich also ziemlich gut mit meinem Buchgeschenk 🙂

Momentan haben wir zwei Bücher von Anna Gavalda im Angebot.

(dieses Buch haben wir insgesamt drei Mal an Lager)

 

5. März 2013

Widerstand – Herausforderung am Limit

by Strichli

Widerstand – ein Begriff, der für vieles stehen kann. In der Elektrotechnik ist er beispielsweise ein passives Bauelement, kann auch ein komplexes solches sein – Kondensator und Spule. Oft wird Widerstand jedoch erst in der Politik recht offensichtlich, dann, wenn gegenüber der Obrigkeit der Gehorsam verweigert wird. Diese Verweigerung kann bis zu aktiven oppositionellen Handlungen führen, die sehr gefährlich für beide Seiten und tragisch, ebenfalls für beide Seiten enden können. Denken wir an die politischen Widerstände der Bevölkerung – oder Bevölkerungsgruppen –  gegen die, bereits gestürzten, Regime in den Ländern des Nahen Ostens. In unserem Land wird versucht, dies von beiden Kontrahenten, einigermassen »auf dem Boden« zu bleiben. Ich war etwa Mitte Dreissig, als ich eine Auseinandersetzung sehr genau verfolgte, zu der ich nur mit gemischten Gefühlen, wenn überhaupt, eine klare Stellung bezogen habe können: Den Widerstand gegen die Erstellung des Waffenplatzes Neuchlen-Anschwilen bei Gossau im Kanton St. Gallen.

 Josef

 

Das oben abgebildete broschierte Buch, welches von einem Autorenkollektiv herausgegeben und von Richard Butz redigiert wurde, erschien 1992 im Labyrinth Verlag Trogen. Die Bilder zu diesem eindrücklichen Buch lieferte Gaston Isoz, der am 19. August 1969 in St. Gallen geboren wurde. Infolge Dienstverweigerung wurde er am 11. März 1992 vom Divisionsgericht 7 zu elf Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt. 

Unter dem Titel »Wir bleiben, bis ihr geht!« hat Gaston Isoz eine Fotodokumentation über die an das Limit des noch Erträglichen herangeführte Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern des Waffenplatzes zusammengestellt. Der Titel des Buches ist nach meiner Auffassung etwas provokativ gewählt, denn schlussendlich: der Waffenplatz steht; keine Niederlage allerdings für die Gegner, sondern ein wichtiger Schritt, die Waffenplatz-Problematik in der Schweiz ganz fundamental zu betrachten und Lösungen zu finden. In unserer Schweizerischen Eidgenossenschaft auf der ganzen Welt einzigartig funktionierenden Demokratie wurde, auch dank der Verflechtung von Armee, Behörden und Bevölkerung – aller Bürgerinnen und Bürger dieses Landes -, ein Konsens gefunden, den man heute als wohlüberlegt bezeichnen darf. Manchmal wäre es ganz gut, wenn wir auch in persönlichen und tiefen privaten Angelegenheiten etwas mehr »Schweizerblut« zum Ausdruck und zur Geltung bringen würden!

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

4. März 2013

Struwwelpeter – gut oder schlecht?

by Sara Grob

Ich war nie ein grosser Fan vom „Struwwelpeter“. Die Geschichten finde ich grausam, sie machen Angst anstatt zu erklären weshalb ein bestimmtes Verhalten nicht in Ordnung ist. Das finde ich nicht gut. (Ich war übrigens als Kind Daumenlutscherin…)
Das Buch erschien erstmals 1845 unter dem Titel „Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3-6 Jahren“. Heinrich Hoffmann schrieb das Buch für seinen Neffen.

Von 1851 bis zu seiner Pensi0nierung am 1. Juli 1888 war Hoffmann Direktor der „Anstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt am Main. Ich habe gelesen, dass Hoffmann mit dem „Zappel-Philipp“ ein hyperaktives Kind porträtierte und mit „Hanns-Guck-In-Die-Luft“ ein Kind, welches an ADHS leidet. Auch die anderen Figuren im Buch sollen Bewohner der Nervenheilanstalt porträtieren.
Ich bezweifle dies aber, denn 1845, als das Buch erstmals erschien, unterrichtete Hoffmann noch Anatomie am senckenbergischen Institut.

Recherchieren Sie doch selbst ein wenig über die Geschichte vom „Struwwelpeter“, es ist sehr interessant…

Hier nun eine Illustration aus dem Struwwelpeter, die mir irgendwie doch noch gefällt…

 

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