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Appenzell Innerrhoden – Sein erster Bundesrat

von Josef Beda

Am Mittwoch, 10. Dezember 1986 versammelte sich die Vereinigte Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft um die beiden Nachfolger der beiden zurückgetretenen Bundesräte Kurt Furgler und Alphons Egli zu bestimmen. In der ersten Wahl ging es darum, die Nachfolge von Kurt Furgler zu wählen. Zur Wahl angetreten sind Arnold Koller und Judith Stamm. Der damalige Präsident des Nationalrates und somit auch Präsident der Vereinigten Bundesversammlung, Martin Bundi, konnte bereits nach dem ersten Wahlgang folgendes bekannt geben:

Ausgeteilte Stimmzettel: 244
Eingelangte Stimmzettel: 243
Leere Stimmzettel: 0
Ungültige Stimmzettel: 1
Gültige Stimmzettel: 242
Absolutes Mehr: 122

Gewählt ist mit 180 Stimmen: Arnold Koller

Weitere Stimmen erhielten: Judith Stamm – 49; Vereinzelte – 13

 

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Arnold Koller wurde am 29. August 1933 als Bürger von Gossau und Oberbüren in Appenzell geboren. An der Hochschule Universität – St. Gallen studierte er Wirtschaftswissenschaften, an der Universität Freiburg im Üechtland promovierte er zum lic. jur. und ergänzte seine Ausbildung mit Studien an der Universität Bereley in Kalifornien.

Es war ein Glanzresultat für Professor Dr. jur. Arnold Koller, der als erster Bürger des Kantons Appenzell Innerrhoden Einsitz in den Bundesrat nahm. Koller stand während zwei Jahren dem Eidgenössischen Militärdepartement und danach, bis zu seinem Rücktritt per 30. April 1999 dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement vor. In den Jahren 1990 und 1997 war er Bundespräsident. Seine politische Karriere startete Arnold Koller als Vertreter des Kantons Appenzell Innerrhoden, welcher nur einen Sitz beanspruchen kann, im Nationalrat. Diesem Rat, den er 1984/85 präsidierte, gehörte er von 1971 bis 1986 an.

Zum 65. Geburtstag von Professor Dr. jur. Arnold Koller erschien im »Stämpfli Verlag AG Bern« mit Unterstützung eines seiner ehemaligen Schülers die von Bernhard Ehrenzeller, Josi J. Meier und Carlo Schmid herausgegebene Festschrift mit dem Titel »Arnold Koller – Für eine starke und solidarische Schweiz – Ausgewählte Reden und Standpunkte«.

 

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Das Bild, welches aus dem eben erwähnten Buch stammt, zeigt Arnold Koller mit seiner Gattin Erica Koller bei einem Besuch auf Schloss Vaduz zusammen mit Fürst Hans Adam II. und Fürstin Marie von und zu Liechtenstein.

Auszug aus dem Vorwort der Herausgeber: »Arnold Kollers Reden sind aber keine blossen Wegwerfartikel. Sie wurden nicht nur für den Augenblick geschrieben. Sie weisen immer wieder über das Tagesereignis hinaus. Der Redner weiss gründlich Bescheid in politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen. Wir, seine Weggefährten, entschieden uns daher, einen Teil dieser Reden allen politisch Interessierten zugänglich zu machen.
Wir waren zur Auswahl gezwungen. Herkunft, Lebensstationen, beruflicher Werdegang und politische Wurzeln des Politikers und Staatsmannes Arnold Koller werden aus ihr sichtbar. Sein Reden und Handeln wird durch zwei Leitmotive geprägt: Politischer Grundkonsens und Solidarität. Beides immer neu zu suchen und zu üben macht die Schweiz aus, macht sie stark. In unserer Demokratie mit all ihren Minderheiten und Interessengruppen steht Arnold Koller ein für Konkordanz, nicht für Konkurrenz. Daher ist ihm der Konsens über die Grundwerte unseres demokratischen, föderalen und freiheitlichen Rechts-Staates ebenso wichtig wie der Konsens über unser kollegiales Regierungssystem, die Rolle des Staates in einer sozialen Marktwirtschaft oder die Bedeutung der humanitären Tradition der Schweiz.«

 

Bild-Quellen:
Bild A: www.academia-engelberg.ch
Bild B: Fotografie aus dem beitragerwähnten Buch

 

 

 

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