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Satire & Wirklichkeit

von Josef Beda

Gestern Sonntag-Abend wurde im Schweizer Fernsehen die Satire-Sendung »Giaccobo / Müller« ausgestrahlt in der auch die erfolgreiche Sprengung des etwa fünfzig Meter hohen, zwölf-stöckigen des in den Siebzigerjahren in der Stadt Aarau gebauten »Rockwell-Hochhauses« gezeigt wurde. In einem Wortwechsel zwischen den beiden Satirikern meinte Mike Müller: «Also, man muss zu dieser Sprengung schon sagen: Sie ist etwas missglückt.» Viktor Giaccobbo stellte dann die Frage: «Wieso? Ist doch eine perfekte Sprengung?» Mike Müller antwortete darauf: «Ja, schon. Das Hochhaus ist gefallen, aber der Rest des Aargaus steht noch.» Zwar war das Gelächter im Publikum gross, bei den Aargauer-Zuschauern kam dieser Witz wohl nicht so gut an. Aber eben Satire ist Satire und kann und muss auch interpretiert werden.

Der Kanton Aargau, aus verschiedenen Territorien geschaffen und in die Schweizerische Eidgenossenschaft im Jahr 1803 aufgenommen, steht flächenmässig an zehnter, einwohnermässig an vierter Stelle aller Schweizer Kantone. Er ist in elf Bezirke mit insgesamt 216 politischen Gemeinden aufgeteilt. Aarau ist die Hauptstadt des Kantons; sie zählt mit etwa 72’000 Einwohner etwas weniger Menschen als die grösste Stadt des Kantons, Wettingen. Wirtschaftlich gesehen geht es dem Kanton gut. Nebst einem ausgewogenen Branchenmix, profitiert er – gerade auch in weniger guten Zeiten – von zahlreichen kleinen und mittelgrossen Unternehmungen; er ist zudem mit etwa 250’000 in der Industrie Beschäftigten – entspricht einem Beschäftigungsanteil von beinahe 35% – der grösste Industriekanton unseres Landes. Ebenfalls im Bereich Kultur steht der Kanton mit  an vorderer Front; er gehört mit 175 Einzelbauten, 11 Sammlungen und 56 archäologischen Fundstellen zu den Kantonen mit den meisten im KGS-Inventar verzeichneten Kulturgütern von nationaler Bedeutung.

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Das oben abgebildete Buch mit dem Titel »Aargau – Impressionen« gibt einen Einblick in die Vielfalt des Kantons Aarau. Das wunderschöne Wappen dieses Kantons, welches unten links auf dem Buchdeckel abgebildet ist, wurde nach der Gründung des Kantons eingeführt und erhielt im Jahr 1930 seine definitive Gestalt. Es zeigt links auf schwarzem Grund drei Wellen in silberner Farbe und rechts drei silberne fünfstrahlige Sterne auf tiefblauem Hintergrund. Eine Deutung des Wappens, die besonders zu diesem Kanton passt und gefällt: Die linke Hälfte repräsentiert den Kanton als Ganzes, fruchtbarer von der Aare durchflossener Boden; die rechte Hälfte verweist auf die Vereinigung der drei christlichen Konfessionen.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

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