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Archiv vom März, 2013

26. März 2013

Sammeln – Kleben – Bewahren

by Josef Beda

Sie immer wieder von neuem gelesen und angeschaut hat man in meiner Kindheit die schönen Sammelbild-Alben, welche streng behütet in einem Regal gestanden haben. – Es gab damals wohl wenige Schokoladenfabriken, die zu ihren Erzeugnissen nicht Bilder mitgegeben haben, die man sammeln konnte. Und wenn dann beinahe alle Bildchen beieinander waren freute man sich auf das Einkleben. Sollte eines gefehlt haben hat man »tüschlet« – irgendeine Klassen-Kameradin oder ein Kamerad hatte es sicher, und vielleicht fehlte ihr oder ihm gerade das Bild, was man selber doppelt oder mehrfach besass.

Heute habe ich ein Buch entdeckt, welches als dritter von insgesamt siebzehn Sammelbild-Alben nach dem Zweiten Weltkrieg von der Chocolat Tobler AG anfangs der 1950-er Jahre herausgegeben wurde. Es trägt den ganz einfachen Titel »Märchen«. In viel kleinerer Schrift steht davor der Name des Erfinders der fünf im Buch abgedruckten Märchen: Hans Christian Andersen; der Name des wohl bekanntesten und berühmtesten Dichters und Schriftstellers Dänemarks. Die fünf Märchen zählen zu den schönsten die ich von Andersen kenne: »Däumelinchen«, »Der standhafte Zinnsoldat«, »Die Prinzessin auf der Erbse«, »Der Schweinehirt« und »Das hässliche junge Entlein«.

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Für dieses Buch musste man 80 verschiedene Bildchen – besonders schöne –  sammeln. Alle Bilder im vorliegenden Album wurden von Margrit Braegger, wie leicht zu erkennen ist, sehr liebevoll gezeichnet und gemalt. Je ein Bildchen eines jeden der fünf Märchen, begleitet mit einem kleinen Textauszug, möchte ich Ihnen hier zeigen:

 

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«Das ist eine reizende Blume!» sagte die Frau und küsste sie auf die schönen roten und gelben Blätter, aber gerade als sie sie küsste, öffnete sich die Blume mit einem großen Knall. Es war eine wirkliche Tulpe geworden, aber mitten in der Blume auf dem grünen Fruchtknoten sass ein winzig kleines Mädchen, so fein und lieblich; sie war nicht grösser als ein Daumen, und deshalb wurde sie «Däumelinchen» genannt.

 

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Ein Soldat sah dem anderen zum Verwechseln ähnlich, nur ein einziger war ein wenig anders; er hatte nur ein Bein, denn er war zuletzt gegossen worden, und da hatte das Zinn nicht mehr ganz gereicht. Doch er stand ebenso fest auf seinem einen Bein wie die anderen auf ihren zweien, und gerade er war es, der etwas Besonderes wurde.

 

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Am andern Morgen fragte man sie, wie sie geschlafen habe. «Ach, ganz entsetzlich schlecht!» sagte die Prinzessin. «Ich habe fast die ganze Nacht kein Auge zugetan! Es muss etwas in meinem Bette gewesen sein, wer weiss, was das war! Ich bin ganz blau, so hart bin ich gelegen! Es ist ganz entsetzlich!» Da konnten sie sehen, dass es eine richtige Prinzessin war, weil sie durch die zwanzig Matratzen und die zwanzig Eiderdaunendecken hindurch die eine, kleine, runde Erbse gespürt hatte. So empfindlich konnte nur eine richtige Prinzessin sein.

 

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Der Prinz jedoch liess sich nicht einschüchtern. Jetzt erst recht nicht! Er schmierte sich braune Farbe ins Gesicht, zog eine Mütze über den Kopf und klopfte an das Schlosstor. «Guten Tag, Kaiser!» sagte er, «habt Ihr nicht eine Stelle für mich frei?» «Ach, es gibt so viele, die eine Stelle bei uns suchen», sagte der Kaiser, «aber lass dich einmal sehen! Ich brauche einen Schweinehirten, denn Schweine haben wir viele!» Und so wurde der Prinz kaiserlicher Schweinehirt. Er bekam eine schlechte Kammer unten beim Schweinestall, und dort musste er bleiben; und da sass er den ganzen Tag und arbeitete.

 

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Und der Winter wurde so kalt, so kalt; das Entlein musste im Wasser umherschwimmen, damit es nicht ganz zufrieren konnte, und doch wurde jede Nacht das Loch, in dem es schwamm, schmäler und schmäler; die Eisdecke krachte in der Kälte. Das Entlein musste ständig die Beine gebrauchen, damit das Wasser sich nicht schliessen konnte; zuletzt wurde es matt, lag ganz still und fror dann im Eis fest. Früh am Morgen kam zum Glück ein Bauer; er sah es, ging hinaus und schlug mit seinem Holzschuh das Eis in Stücke und trug dann das Entlein heim zu seiner Frau. In der Wärme wurde es wieder belebt.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Bild auf dem Schutzumschlag
Bild B: Bild aus dem Märchen «Däumelinchen«
Bild C: Bild aus dem Märchen »Der standhafte Zinnsoldat«
Bild D: Bild aus dem Märchen »Die Prinzessin auf der Erbse«
Bild E: Bild aus dem Märchen »Der Schweinehirt«
Bild F: Bild aus dem Märchen »Das hässliche junge Entlein«

 

 

 

25. März 2013

Traumfrau aus dem Osten

by Sara Grob

Es ist mir schon passiert, dass ich bei der unsäglichen Serie „Traumfrau gesucht“ hängen geblieben bin. Die Macher nennen das Format der Sendung „Doku-Soap“, also eine Vermischung zwischen Fantasie und Realität. Als ich diese Sendung zum ersten Mal sah, dachte ich nur noch: „Nein, das kann doch nicht sein. Bitte lass es nicht wahr sein, dass es wirklich solche Männer gibt!“ Diese Sendung verwirrt mich immer sehr, einerseits möchte ich nicht, dass es Realität ist, andererseits möchte ich auch nicht, dass jemand eine solch schreckliche Fantasie hat.
Sie fragen sich nun bestimmt weshalb ich das Niveau unseres qualitativ hochwertigen Blogs mit der Erwähnung dieser schrecklichen Sendung senke? Als ich das folgende Buch gesehen habe, kam mir sofort diese unsägliche Sendung in den Sinn. Ich hoffe das Buch ist auf einem höheren Niveau geschrieben als die Serie…

22. März 2013

Der Kreis • Teil 4 von 6

by Strichli

Archimedes versuchte sich dem Kreis mit Vielecken anzunähern. Er berechnete eine untere und eine obere Schranke von Pi, indem er dem Kreis ein regelmässiges 96-Eck umschrieben und ein solchees auch einbeschrieben hat. und stellte fest, dass 3,1408450 kleiner als Pi und 3,1428571 grösser als Pi sein muss. Chinesische und persische Wissenschaftler erhöhten die Anzahl der Ecken der regulären dem Kreis  einbeschriebenen und umschriebenen Vielecke und so konnte der chinesische Mathematiker und Astronom Zu Chong-Zhi die untere Grenze und die obere Grenze von Pi derart berechnen, dass sie in den ersten 6 Stellen nach dem Komma übereinstimmten. Der persische Wissenschaftler Dschamschid Mas ud al Kaschi führte die Berechnungen mit Vielecken mit 3 · 228 Ecken weiter und gewann eine Übereinstimmung der unteren mit der oberen Grenze in 16 Stellen nach dem Komma. Ludolph van Ceulen errechnete 35 übereinstimmende Stellen nach dem Komma, indem er seine Berechnungen von Archimedes an Vielecken mit 264 Ecken weiterführte.

 

Wir wollen nun das Vorgehen der grossen Mathematiker etwas näher betrachten, indem wir nicht wie sie eine obere und eine untere Grenze für Pi angeben, sondern, um uns Pi zu nähern, den Arithmetischen Mittelwert beider Grenzen bilden:

Der Umfang eines Kreises berechnet sich mit UK = 2r · π daraus folgt, dass π = UK/2r sein muss. Eine Näherung an die Zahl π kann beispielsweise mit dem Arithmetischen Mittel der beiden Umfänge eines dem Kreis einbeschriebenen und eines dem Kreis umschriebenen regelmässigen n-Eckes gefunden werden. In nachstehender Zeichnung ist für das dem Kreis einbeschriebene, wie auch für das dem Kreis umschriebene regelmässige Vieleck ein regelmässiges 6-Eck gewählt.

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Wir rechnen nun die Umfänge des einbeschriebenen regulären 6-Ecks, UI und des umschriebenen regulären 6-Ecks UA aus. Diese beiden Umfänge addieren wir und teilen die Summe durch Zwei.

π = UK /2r

und für die Annäherung an Pi:

π ≈ 0,5 (UI + UA)/2r

UI  = 6 · sI,6   = 6 · r

UA = 6 · sA,6  = 6 · 2r / √3

π   ≈ 0,5 · 6 · [(r + 2r / √3)]/2  = 1,5 · [r · (1 + 2/√3)]

Am Einheitskreis mit r = 1 ergibt sich:

π   ≈ 1,5 · (1 + 2/√3) ≈ 3,232

Dieses Resultat ist natürlich weit von der Zahl π entfernt. Nachfolgend wollen wir zeigen, dass wenn die Anzahl der Ecken der einbeschriebenen und umschrieben regulären Vielecke grösser gewählt wird, der Zahl π immer näher gekommen werden kann. Unter Beizug der Winkelfunktionen geht es auch für nicht »spezielle« regelmässige Vielecke viel einfacher. Sei UI der Umfang des dem Kreis einbeschriebenen regulären Vielecks mit nI Ecken und UA der Umfang des dem Kreis umschriebenen Vielecks mit nA Ecken. Als Bedingung wählen wir nI = nA = n und als Radius wählen wir r = 1, also den Einheitskreis. Um die Zusammenhänge besser zu zeigen, betrachten wir in nachfolgender Zeichnung nur eines der von den durch die Ecken des Vielecks gehenden Diagonalen gebildeten Segmente.

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Für die Winkel δ, der durch die durch den gemeinsamen Mittelpunkt der Vielecke und des Kreises verlaufenden Diagonalen gebildeten Kreissegmente, ergibt sich:

δ = 360o / n         und daraus für den Winkel α:    α =  δ/2 = (360/2n)o

Eine jede Seite des einbeschriebenen Vielecks lässt sich mit den Winkelfunktionen der Trigonometrie wie folgt bestimmen:

sI   = 2r · sin α

Für den Umfang folgt:  UI = n · 2r · sin α

und da  r = 1  folgt:        UI = 2n · sin α

Eine jede Seite des einbeschriebenen Vielecks lässt sich mit den Winkelfunktionen der Trigonometrie wie folgt bestimmen:

sA  = 2r · tan α

Für den Umfang folgt:  UA = n · 2r · tan α

und da  r = 1  folgt:        UA = 2n · tan α

Der Mittelwert der beiden Umfänge errechnet sich nach:

[(2n · sin α) + (2n · tan α)] : 2 = n (sin α + tan α)

Daraus folgt für die Annäherung an die Zahl π:

π ≈ n/2 (sin α + tan α)

Wählt man die Anzahl Ecken des Vieleckes n = 6 ergibt sich für die Annäherung an die Zahl π:

π ≈ 3 · [ sin (360/12)o + tan (360/12)o]

≈ 3 · (0,5 + 0,5773502691896) ≈ 3,2320508

Wählt man die Anzahl Ecken des Vieleckes n = 12 ergibt sich für die Annäherung an die Zahl π:

π ≈ 6 · [ sin (360/24)o + tan (360/24)o]

≈ 6 · (0,2588190451025 + 0,2679491924311) ≈ 3,16060943

Wählt man die Anzahl Ecken des Vielecks n = 180, ergibt sich für die Annäherung an die Zahl π:

π ≈ 90 · [sin  (360/360)o + tan (360/360)o]

≈ 90 · (0,0174524064373 + 0,0174550649282) ≈ 3,14167242

Wählt man die Anzahl Ecken des Vielecks n = 2700, ergibt sich für die Annäherung an die Zahl π:

π ≈ 1350 · [sin (360/5400)o + tan (360/5400)o]

≈ 1350 · (0,0011635525721 + 0,0011635533598) ≈ 3,14159301

Man erkennt aus diesen vier Betrachtungen, dass wenn die Anzahl Ecken der beiden Vielecke in Richtung unendlich gross gewählt werden, man der Kreiszahl π immer näher kommt.

 

Bild-Quellen:
Bild A: JBS
Bild B: JBS

21. März 2013

Lesezeichen 23 und 24

by Sara Grob

Zwei Lesezeichen aus unserer grossen Sammlung teile ich heute mit Ihnen.

 

Lesezeichen (23)

Eine schöne Rose. Den Schriftzug kann ich leider nicht genau entziffern. Es handelt sich wohl um ein Werbe-Lesezeichen?

Lesezeichen (24)

 

Ein religiöses Lesezeichen. Den Spruch darauf schreibe ich Ihnen hier ab:

Wenn wir von Tag zu Tagen, was da ist, überschlagen und rechnen dann die Menge, so sind wir im Gedränge. Doch wenn wir voll Vertrauen ihm auf die Hände schauen, so nähret allerwegen uns ein geheimer Segen. Wie dieses mag geschehen, das kann man nicht verstehen. Allein, man sieht am Ende: es ging durch Gottes Hände.
Ph. Fr. Hiller.

 

20. März 2013

Der Kreis • Teil 3 von 6

by Strichli

Die eigentlich harmlose Frage: «In welchem Verhältnis steht der Umfang eines Kreises zu seinem Durchmesser?», löste bei den Menschen, schon vor den Griechen, eine wahre Suche nach der geheimnissvollen Proportionalitäts-Konstante aus. Aus dem Alten Testament sind die Worte bekannt: »Und er machte ein gegossenes Meer, von einem Rand bis zum andern zehn Ellen weit, rundumher, und fünf Ellen hoch; und ein Mass von dreissig Ellen mochte es umher begreifen.« Das meint, dass der Umfang des Kreises als das Dreifache seines Durchmessers gemessen wurde. Doch bereits tausend Jahre vorher kannten die Babylonier mit dem Wert Pi = 3 + 1/8 = 3,125 ein genaueres Verhältnis.

Um was für eine Zahl in der Menge aller Zahlen sich es bei Pi handelt war unklar. Kann sie mit einem Bruch dargestellt werden? Ist es also eine rationale Zahl oder nicht? Mit der Zahl √2 war es den damaligen Mathematikern und Philosophen bekannt, dass es Zahlen gibt, die nicht durch einen Bruch dargestellt werden können, also es sich dabei um irrationale Zahlen handelt. Im Jahr 1761 hat der schweizerisch-elsässische Mathematiker, Physiker, Logiker und Philosoph Johann Heinrich Lambert (* 26. August 1728; † 25. September 1777) die Irrationalität von Pi bewiesen und vermutete zudem, dass Pi und die Eulersche Zahl e nicht nur irrationale, sondern sogar transzendente Zahlen sind. Dies wurde später durch verschiedene Mathematiker mehrfach bewiesen.

Die anfangs durch Schätzungen und Messungen festgestellten Werte der Zahl Pi wurden mit der Zeit durch viele mathematische Betrachtungen abgelöst.

19. März 2013

Der Kreis • Teil 2 von 6

by Strichli

Man mag sich vielleicht noch an die gestellte Aufgabe aus dem Beitrag »Der Kreis • Teil 1 von 5« erinnern: zuerst legen wir um einen Kreis mit einem Meter Durchmesser eine Schnurr, diese verlängern wir um einen Meter und legen die verlängerte Schnurr zentrisch um den ursprünglichen Kreis. Wir messen den Abstand zwischen der Schnurr und dem Kreis. Gleiches machen wir – in Gedanken – mit der Erde, indem wir um den Äquator eine Schnurr spannen, diese wiederum um einen Meter verlängern und diese verlängerte Schnurr zentrisch um den Äquator legen. Wiederum messen wir den Abstand zwischen dem ursprünglichen Kreis, dem Äquator und der Schnurr. – Wie verhalten sich nun die beiden gemessenen Abstände zueinander?

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Man kann das für jeden der beiden Fälle ausrechnen, wenn man will. Statt dessen wollen wir eine allgemein gültige Gleichung entwickeln und werden zu einem nicht ganz so »sonnenklaren« Resultat gelangen:

a
sei der gesuchte Abstand zwischen der um einen Meter verlängerten Schnurr und dem ursprünglichen Kreis

d0
sei der Durchmesser des ursprünglichen Kreises

dV
sei der Durchmesser des Kreises, welcher die um einen Meter verlängerte Schnurr bildet

UV
sei der Umfang des Kreises, welcher die um einen Meter verlängerte Schnurr bildet

 

Es kann dann für den gesuchten Abstand a die Gleichung wie folgt aufgestellt werden:

a = 0,5 (dV – d0)

dV = UV / π

UV = d0 ∙ π + 1      =>      dV = (d0 ∙ π + 1) / π = d0 + 1/π

Für den Abstand gilt nun allgemein:

a = 0,5 • ((d0 + 1/π) – d0) = 0,5 • 1/π = 1/

Man erkennt, dass in unserer Aufgabenstellung – in beiden Fällen – der gesuchte Abstand a = 1/2π ≈ 0.16 ausmacht. – Dies ist immer so, unabhängig davon wie »gross« der ursprüngliche Kreis gewählt wird! In den nächsten Teilen wollen wir versuchen die Zahl Pi zu berechnen. Geht das, wie kommt man auf diese Zahl?

 

Bild-Quellen:
Bild A: JBS

 

 

18. März 2013

Ein Buch, das ich selbst bestellen möchte

by Sara Grob

Fränzi hat heute ein sehr interessantes Buch in unseren Onlineshop gestellt. Am liebsten würde ich das Buch aus dem Shop löschen und nach Hause mitnehmen. Das mache ich aber natürlich nicht! Ich lasse die Chance unseren Kundinnen und Kunden.

Das Buch ist in sehr gutem Zustand (wie neu) und es hat einen Halbleineneinband mit verstärkten Ecken.

Ich freue mich, wenn dieses Buch jemandem helfen kann seine Kreativität zu entdecken.

14. März 2013

Keine schlechte Sucht

by Josef Beda

Süchte gibt es wohl genug auf dieser Erde. Es kann vielleicht festgestellt werden: «Alles was übertrieben wird, wird zur Sucht.» Ganz so einfach wird es wohl doch nicht sein. Und wenn Sucht, dann gibt es immer noch die eher schlechteren und die eher besseren; natürlich je nach Einschätzung und Verständnis. So kann auch Lesen zu einer Sucht werden: man kann den Krimi nicht mehr weglegen, bis er zu Ende gelesen ist, man muss das Buch fertig lesen, weil es so spannend, so lehrreich, genial, interessant, und fantastisch geschrieben ist, zum Nachdenken anspornt, dass es der Geist – der innere Zwang – nicht zulässt, das Buch loszulassen. Diesem Thema – und etwas drumherum – haben sich die beiden Zeichner Achim Greser und Heribert Lenz, welche unter dem Firmennamen »Greser & Lenz« für verschiedene Zeitschriften und für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« ihre Witze zeichnen, gewidmet.

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Ein Witz aus dem kleinen Büchlein mit dem Titel »Lesen? Das geht ein, zwei Jahre gut, dann wird man süchtig« hat mich ganz besonders angesprochen. Er erinnert an real existierende Tatsachen, die in der heutigen Zeit alltäglich sind – und eben nicht so lustig sind, wie der Witz selbst.

 

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Und noch ein Gedichtchen aus dem Vorwort des kleinen Werkes, geschrieben von Gerhard Henschel: Tri-Top, Tinte, Tusche, Tesa, das benutzt Herr Achim Greser. Kuli, Füller, Feder, Flens, das gebraucht Herr Ibert Lenz. Vorschub leisten alle beide allgemeiner Schadenfreude.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: Zeichnung aus dem Buch

 

 

 

13. März 2013

In Memoriam

by Josef Beda

Hört man Musik, schaut sich einen Film an, geht man ins Theater, in die Oper, an ein Konzert oder in das Kabarett, so werden sehr oft viele Erinnerungen, nicht nur an die Musiker, Sänger, Schauspieler – die Künstler -, sondern auch an Gegebenheiten und Personen mit denen man zusammen Zeit und Wirken verbracht hat, wach. Gleiches geschieht, wenn man ein Buch liest oder nur schon den Titel eines Buches erwähnt weiss.

Heute ist mir ein grosses Buch auf den Tisch gelegt worden, welches den Titel »In Memoriam« trägt. – »In Memoriam« ist eine lateinische Phrase und bedeutet »zum Gedenken an«, was meint »Erinnerungen an einen verstorbene Person«. – Das erwähnte, im Jahr 1950 erschienene von der Schweizerischen Industrie-Bibliothek herausgegebene Buch ist der dritte Band des Biographischen Lexikons verstorbener Schweizer.

 

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Das Buch enthält von vielen verstorbenen Persönlichkeiten aus verschiedenen Teilen unseres Landes Kurzbiographien, die meistens mit einem Bild dieser biographierten Persönlichkeit ausgestattet sind. Es werden ganz verschiedene Menschen, aus allen Bereichen und Sparten – der Wirtschaft, der Industrie, der Politik, der Bildung, des Militärs der Theologie, der Medizin, dem Ingenieurwesen, der Justiz … vorgestellt. Am Schluss des 521 Seiten umfassenden Werkes ist ein Namensverzeichnis der porträtierten Persönlichkeiten vorhanden.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

12. März 2013

Appenzell Innerrhoden – Sein erster Bundesrat

by Josef Beda

Am Mittwoch, 10. Dezember 1986 versammelte sich die Vereinigte Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft um die beiden Nachfolger der beiden zurückgetretenen Bundesräte Kurt Furgler und Alphons Egli zu bestimmen. In der ersten Wahl ging es darum, die Nachfolge von Kurt Furgler zu wählen. Zur Wahl angetreten sind Arnold Koller und Judith Stamm. Der damalige Präsident des Nationalrates und somit auch Präsident der Vereinigten Bundesversammlung, Martin Bundi, konnte bereits nach dem ersten Wahlgang folgendes bekannt geben:

Ausgeteilte Stimmzettel: 244
Eingelangte Stimmzettel: 243
Leere Stimmzettel: 0
Ungültige Stimmzettel: 1
Gültige Stimmzettel: 242
Absolutes Mehr: 122

Gewählt ist mit 180 Stimmen: Arnold Koller

Weitere Stimmen erhielten: Judith Stamm – 49; Vereinzelte – 13

 

Download

Arnold Koller wurde am 29. August 1933 als Bürger von Gossau und Oberbüren in Appenzell geboren. An der Hochschule Universität – St. Gallen studierte er Wirtschaftswissenschaften, an der Universität Freiburg im Üechtland promovierte er zum lic. jur. und ergänzte seine Ausbildung mit Studien an der Universität Bereley in Kalifornien.

Es war ein Glanzresultat für Professor Dr. jur. Arnold Koller, der als erster Bürger des Kantons Appenzell Innerrhoden Einsitz in den Bundesrat nahm. Koller stand während zwei Jahren dem Eidgenössischen Militärdepartement und danach, bis zu seinem Rücktritt per 30. April 1999 dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement vor. In den Jahren 1990 und 1997 war er Bundespräsident. Seine politische Karriere startete Arnold Koller als Vertreter des Kantons Appenzell Innerrhoden, welcher nur einen Sitz beanspruchen kann, im Nationalrat. Diesem Rat, den er 1984/85 präsidierte, gehörte er von 1971 bis 1986 an.

Zum 65. Geburtstag von Professor Dr. jur. Arnold Koller erschien im »Stämpfli Verlag AG Bern« mit Unterstützung eines seiner ehemaligen Schülers die von Bernhard Ehrenzeller, Josi J. Meier und Carlo Schmid herausgegebene Festschrift mit dem Titel »Arnold Koller – Für eine starke und solidarische Schweiz – Ausgewählte Reden und Standpunkte«.

 

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Das Bild, welches aus dem eben erwähnten Buch stammt, zeigt Arnold Koller mit seiner Gattin Erica Koller bei einem Besuch auf Schloss Vaduz zusammen mit Fürst Hans Adam II. und Fürstin Marie von und zu Liechtenstein.

Auszug aus dem Vorwort der Herausgeber: »Arnold Kollers Reden sind aber keine blossen Wegwerfartikel. Sie wurden nicht nur für den Augenblick geschrieben. Sie weisen immer wieder über das Tagesereignis hinaus. Der Redner weiss gründlich Bescheid in politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen. Wir, seine Weggefährten, entschieden uns daher, einen Teil dieser Reden allen politisch Interessierten zugänglich zu machen.
Wir waren zur Auswahl gezwungen. Herkunft, Lebensstationen, beruflicher Werdegang und politische Wurzeln des Politikers und Staatsmannes Arnold Koller werden aus ihr sichtbar. Sein Reden und Handeln wird durch zwei Leitmotive geprägt: Politischer Grundkonsens und Solidarität. Beides immer neu zu suchen und zu üben macht die Schweiz aus, macht sie stark. In unserer Demokratie mit all ihren Minderheiten und Interessengruppen steht Arnold Koller ein für Konkordanz, nicht für Konkurrenz. Daher ist ihm der Konsens über die Grundwerte unseres demokratischen, föderalen und freiheitlichen Rechts-Staates ebenso wichtig wie der Konsens über unser kollegiales Regierungssystem, die Rolle des Staates in einer sozialen Marktwirtschaft oder die Bedeutung der humanitären Tradition der Schweiz.«

 

Bild-Quellen:
Bild A: www.academia-engelberg.ch
Bild B: Fotografie aus dem beitragerwähnten Buch