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Potz Tuusig!

von Strichli

«Potz Tuusig!» Das waren vielleicht Worte und Gedanken, die nebst vielen anderen, durch die Gehirne der Schweizerinnen und Schweizer rauschten, als bekannt wurde, dass der per 22. Februar 2013 zurücktretende Verwaltungsratpräsident und in den Jahren 1999 bis 2010 äusserst erfolgreiche CEO der Novartis AG, Daniel Vasella im Zusammenhang mit einem Konkurrenzverbot 72’000’000 Franken als Abgangsentschädigung bekommen wird. Man beachte, dass Vasella ein Jahresgehalt von etwa 13 Millionen Franken bezogen hat, und damit die horrende Abgangsentschädigung durch diesen Fakt im Grundsatz gerechtfertigt ist, denn immerhin kann er in seinen letzten fünf noch »erwerbspflichtigen Jahren« gar nicht mehr arbeiten. Was soll er denn tun für sein Gehalt, wenn er sein Können, sein Wissen, seine Energie, seine Schaffensfreude und seine unternehmerische Genialität vertraglich festgelegt nirgendswo mehr einbringen darf?

»Potz Tuusig!« dann zum erneuten Mal. Daniel Vasella gab heute bekannt, auf die Entschädigung von 72 Millionen Franken zu verzichten. Damit wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch das auferlegte Konkurrenzverbot stillgelegt. – Welche der beiden Varianten ist jetzt schlauer? Ein Rechtsstreit ist ohnehin angesagt. Dieser wird wohl auch einiges kosten und nützt – wenn überhaupt – allenfalls nur wenigen »Playern« etwas. Obwohl ich die angesagte »Rente« als unermessslich hoch einschätze, muss ganz klar festgehalten werden, dass die für fünf Jahre ausgelegte Abfindung gerademal einen Prozent des im letzten Jahr erwirtschafteten Gewinnes der Novartis AG ausgemacht hätte. Man bedenke, dass manch eine Person Entschädigungen für »Misswirtschaft« erhalten hat und wohl auch in Zukunft erhalten wird.

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Oben abgebildetes Buch mit dem Titel »Potz Tuusig – Rund ums Geld für Gross und Klein« widmet sich jenen Menschen in unserem Land, die am Ende jedes Monats die letzten Franken noch einteilen müssen, weil es ihnen trotz grossem Willen und Anstrengungen in der ersten zwei Monatsdritteln nicht gelingt, auf den letzten Drittel hin zu sparen. – Nicht die vorgesehene Abfindung an Herrn Daniel Vasella empfinde ich als ungerecht, sondern das Ganze System. «Schade, Herr Dr. Dr. h. c. Vasella, dass Sie auf Ihr Einkommen verzichten!»

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

 

 

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