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Archiv vom Januar, 2013

29. Januar 2013

Tagebuch der Armut

by Sara Grob

In der Primarschule war ich „DIE LESERATTE“ meiner Klasse. Niemand las schneller als ich, niemand verschlang mehr Bücher als ich. Den grössten Teil meiner Lektüre bezog ich damals aus dem Brockenhaus Flawil und dem Brockenhaus Degersheim. Unsere Familienausflüge in die Brockenhäuser gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Meine Eltern liessen mich meine Bücher selbst auswählen und redeten mir da nicht rein. Es war mir früh klar, dass die Welt nicht so heile ist, wie es den kleinen Kindern gerne weisgemacht wird. Früh kam ich deshalb weg von der „Heile-Welt-Kinderliteratur“ und wandte mich spannenderen und tiefgründigeren Büchern zu.

Etwa in der fünften Klasse (ich war damals 11 Jahre alt) durften wir in der Schule einen Vortrag zu einem freigewählten Thema halten. Mein Thema war mir sofort klar: Die Favelas in Brasilien. Selbstverständlich mussten wir die Themenwahl von unserer Lehrerin bestätigen lassen. Ich sagte zu meiner Lehrerin also: „Ich werde einen Vortrag über die Favelas in Brasilien halten.“ Antwort meiner Lehrerin: „Ach, das sind doch diese Mini-Pferde…“
Nein, die argentinische Miniaturponyrasse interessierte mich nicht im Geringsten und sollte bestimmt nicht das Thema meines Vortrags sein. Mein Thema sollten die Favelas, die Armen- und Elendsviertel in Brasilien sein.
Glücklicherweise war meine Lehrerin mit meiner Wahl einverstanden auch wenn es sich nicht um süsse Ponys sondern um traurige Fakten handelte.

Wie kommt ein 11jähriges Mädchen auf die Idee einen Vortrag über Favelas zu machen? Indem es „Das Tagebuch der Armut“ von Carolina Maria de Jesus im Brockenhaus kauft und liest. Dieses Buch hat mir wahnsinnig Eindruck gemacht. Noch jetzt, mit 24 Jahren, denke ich noch oft an Carolina Maria de Jesus und ihr Leben.

Zuerst ein Zitat aus dem Vorwort von Audálio Dantas:

„Die grosse Gestalt dieses Buches ist der Hunger. Von der ersten bis zur letzten Seite erscheint er mit zermürbender Beständigkeit. Die weiteren Personen sind Folgen des Hungers: Alkoholismus, Prostitution, Gewalttaten, Diebstahl. Carolina beschreibt ihren Hunger und den Hunger ihrer Nachbarn, sie fotografiert direkt, roh, ohne Beiworte, was das Elend ist. Aber ihr Buch ist trotz allem eine Botschaft des Glaubens, weil sie nicht müde wird, während sie die Tragödien der Favela erzählt, eine bessere Welt herbeizusehnen.“

Und nun lasse ich Carolina Maria de Jesus sprechen. Einige Auszüge aus dem Buch „Tagebuch der Armut“:

…Ich ging beim Schlachter vorbei, um ein halbes Kilo Beefsteak zu kaufen. Der Preis war 24 und 28. Die Preisunterschiede machten mich nervös. Der Schlachter erklärte mir, dass das Filet teurer ist. Ich dachte an das Missgeschick der Kuh, die eine Sklavin des Menschen ist. Sie verbringt ihr Leben in der Wildnis, nährt sich von Pflanzen, mag gern Salz, aber der Mensch gibt ihr keines, weil es teuer ist. Nach ihrem Tode wird sie zerteilt. Das Fleisch wird sortiert und den Preisvorschriften entsprechend eingeteilt. Und sie stirbt, wenn der Mensch es will. So lange sie lebt, verdient der Mensch an ihr. Und wenn sie stirbt, bereichert sich der Mensch. Letzten Endes ist die Welt so, wie der Weisse will. Ich bin keine Weisse, und diese Desorganisation geht mich nichts an.

Ich habe Kaffee gekocht und Wasser geholt. Ich hörte einen Schrei und ging hin, um zu sehen, was es sei. Odete stritt sich mit ihrem Freund. Sie sagte: „Dona Carolina, holen Sie die Polizei!“ Ich riet ihr, sich zu beruhigen. „Odete, Sie sind in anderen Umständen!“ Sie hielten einander fest. Ich bin schon seit elf Jahren in der Favela, und es ekelt mich, diesem Schauspiel beizuwohnen. Odete war halb nackt; die Brüste waren zu sehen. Sie streiten, ohne zu  wissen, weshalb sie streiten. Die Nachbarinnen erzählten mir, dass Odete ihrem Freund kochendes Wasser ins Gesicht gespritzt habe.

… Ich bin Papier sammeln gegangen. Ich war entsetzt über das Schauspiel, das Alexandre am Morgen gegeben hatte. Ich habe viel Eisen und wenig Papier gesammelt. Als ich am Zeitungsstand vorbeiging, stolperte ich und fiel hin. Da ich sehr schmutzig war, schrie ein Mann: „Das ist Hunger!“ Und man gab mir Almosen. Aber ich bin hingefallen, weil ich müde war.

Wie ist es doch entsetzlich, morgens aufzustehen und nichts zu essen zu haben! Ich habe sogar daran gedacht, Selbstmord zu begehen. Wenn ich Selbstmord begehen sollte, dann wegen der Leere im Magen. Und weil ich darüber unglücklich bin, hungrig aufgewacht zu sein.

Heute bin ich froh. Ich habe Geld verdient. Ich habe bis zu 300 Cruzeiros gezählt! Heute werde ich Fleisch kaufen. Wenn ein Armer heutzutage Fleisch ist, lacht er unentwegt.

Mit einem Klick aufs Bild gelangen Sie zur Verkaufsseite des Buches.

28. Januar 2013

Buchvorschläge

by Sara Grob

Heute habe ich viel Zeit für den Newsletter von buchplanet.ch verwendet. Falls Sie unseren Newsletter noch nicht abonniert haben, sollten Sie das unbedingt hier nachholen.

Ich stelle Ihnen im heutigen Blogeintrag drei Bücher aus unserem Sortiment vor, die ich spannend und interessant finde.

 Zum Inhalt:  (2Bde. in einem Buch)

Im 1. Band (Die lustigen Abentueer des Rößlein Hü) erzählt Ursula Williams, wie das Rößlein Hü in die Welt hinauszieht, um dem alten Spielzeugschnitzer Peter zu helfen.

Im 2. Band (Das Rößlein Hü fährt wieder in die Welt) berichtet Franz Caspar, wie das Rößlein Hü allen Kindern, die ihm auf seiner großen Reise geholfen haben, die versprochenen Holzpferdchen bringt, die Onkel Peter inzwischen geschnitzt hat.

Hier bestellbar.

 

Vrinelisgärtli.

Schwyzertüütschi Värs (Glarner Mundart). Mit einer ganzseitigen handschriftlichen, datierten und signierten Widmung des Verfassers

 Hier bestellbar.

 

 

 (Der komplette Titel lautet: Nunmehr folgen in Druck gebracht die Legenden aus Formentera. So sind es Erzählungen von Begebenheiten, eher volkstümlich und wundesam denn historisch und wahrheitsgetreu; sie beziehen sich auf die kleinere der zwei wichtigsten Pityuseninseln.) Mit einer Landkarte

Hier bestellbar.

24. Januar 2013

Die lieben Steuern

by Sara Grob

Vor mir liegt das Buch „Trostbüchlein für Steuerzahler“. Das Buch ist 1958 im Münchner Buchverlag erschienen, bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um eine Lizenzausgabe für den Schuler Verlag in Stuttgart. Es enthält 37 Holzschnitte von Hildegard Mössel.
Vom Zustand her wäre dieses Buch eigentlich ein Fall für den Abfall gewesen. Weil ich aber letzte Woche erst meine Steuerrechnung erhielt und diese Woche die Steuererklärung 2012, sprach mich dieses Büchlein natürlich an. Das Buch enthält sehr viele Sprüche und Anekdoten zum Thema „Steuern“.

Hier einige Ausschnitte aus dem Buch:

Auf die Frage, wer ihm in seiner Laufbahn die härtesten Schläge versetzt habe, zuckte der Schwergewichtsboxer Rocky Marciano die Achseln: „Das ist doch klar – der Finanzminister!“ (Aus „Das Beste aus Reader’s Digest)

„In dieser Welt gibt es nichts Sicheres als den Tod und die Steuern.“ (Benjamin Franklin an Leroy, 1789)

Psychiater mit einer Stimme tiefster Besorgnis zu einem Patienten: „Und wann merkten Sie zum ersten Male, dass es Ihnen Spass macht, Steuern zu zahlen?“

Bei der Steuerbehörde in der kalifornischen Stadt San Perdro ging dieser Tage ein Postpaket ein. Die Steuerbeamten öffneten es und zogen ein völlig zerfetztes Hemd heraus. Auf einem beigelegten Zettel war zu lesen: „Nehmen Sie dies auch noch. Mein Geld haben Sie schon.“

Ich wäre ein gemachter Mann, wenn mich alle so hoch einschätzten wie mein Finanzamtz. (W.F.K.)

Man soll seine Steuern dem Staat zahlen, wie man seiner Geliebten einen Blumenstraus schenkt. (Novalis)

Arbeite mit aller Kraft, spare wo du kannst, vielleicht bringst du es noch einmal so weit, dass du deine Steuern auf einmal auf den Tisch legen kannst. (Aus einem Kalender)

Finanzier seind Saugethier. (Frankreich)

Das Büchlein finden Sie ab morgen einmal in unseren Onlineshop. Einfach „Trostbüchlein für Steuerzahler“ ins Schnellsuchfeld eintippen.

22. Januar 2013

Erinnerungen an die 7. Division

by Strichli

Per Ende 2003 wurde sie aufgelöst, die Divison, welche am 22. Oktober 1988 ihr fünfzigstes Jubiläum feiern konnte. Damals hat sie unter dem Namen Felddivision 7, nachdem sie bis zum unter der Bezeichnung Grenzdivision 7 Bestand hatte, existiert. Gegründet wurde die 7. Division – zum zweiten Mal – 1938 aufgrund der neuen Truppenordnung, welche insbesondere den Grenzschutz durch die Schweizerische Armee aufwertete.

Alle die unzähligen Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere die in der 7. Division, welche sich durch Kameradschaft auszeichnete, mögen sich an die verschiedenen Dienstleistungen erinnern. Es wurden eine ganze Reihe von Büchern in den Handel gebracht, dessen Autoren und Fotografen sich diesen Erinnerungen auf verschiedenste Weise widmen. Eines der Bücher trägt den Titel »Die 7. Division – Geschichte der Ostschweizer Truppen«. Es wurde anlässlich der Jubiläumsfeier im Jahr 1988 herausgegeben.

 Josef

 

Das Buch wird mit einem Geleitwort vom Chef des Eidgenössischen Militärdepartements – Bundesrat Dr. Arnold Koller -, einem Geleitwort vom Kommandanten des Feldarmeekorps 4 – Josef Feldmann -, einem Vorwort des Kommandanten der Feldivision 7 – Kurt Lipp -und einem Vorwort der Projektleitung eröffnet.

21. Januar 2013

Informationsfilm(e)

by Sara Grob

Der WinWin-Markt in Herisau ist ein bekannter und beliebter Betrieb der Stiftung Tosam. Immer wieder schwärmen mir Bekannte aus Herisau vom einzigartigen Service dieser Recyclingstelle vor. Im WinWin-Markt werden viele Wünsche befriedigt: entsorgen Sie bequem Ihren Abfall ohne, dass Sie sich die Finger schmutzig machen müssen – flanieren Sie durch das grosszügige secondhand Einkaufszentrum – besuchen Sie auch das Nebenhaus „Hölzli“, das ebenfalls ein Paradies für Secondhandfreunde ist – und zum Schluss erholen Sie sich mit einem Kaffee und z.B. einem Stück Fladen im Café des WinWin-Markt.
Wenn Sie den WinWin-Markt noch nie besucht haben, können Sie wohl nicht viel mit meiner Beschreibung anfangen. Ich freue mich deshalb sehr, dass man den WinWin-Markt nun auch in einem zweiminütigen Film kennen lernen kann. Den Film finden Sie hier oder geben Sie: www.winwinmarkt.ch in Ihren Browser ein.

Was erwarten Sie (als Aussenstehende) von einem Werbe- / Informationsfilm über einen sozialen Betrieb? Welche Informationen / Filmsequenzen würden Sie in einem Video über buchplanet.ch erwarten? Haben Sie Fragen an buchplanet.ch, die Ihnen noch nicht beantwortet wurden? Interessieren Sie sich mehr für unsere Abläufe, unsere Mitarbeiter, unser System oder unsere Büro- und Lagerräumlichkeiten?

Ich bedanke mich schon jetzt für die Kommentare und Antworten und wünsche allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in die neue Woche.

Ein Bild aus dem buchplanet.ch :)

Ein Bild aus dem buchplanet.ch 🙂

15. Januar 2013

Erhöhte Sicherheit dank »Lausbub«

by Strichli

Schon viele Jahre sind es her, als ich als Techniker im Aussendienst arbeitete. Einer der mir für Unterhalt und Reparaturdienst zugeteilten Computer stand in der Gepäcksortierhalle des Flughafens Zürich-Kloten. Der Computer steuerte die Wege der zu sortierenden Gepäckstücke für alle Passagiere, die den Flughafen als Passagiere benutzten. Der Zugang zum riesigen Raum war überwacht, oft durch Personen des Sicherheitsdienstes, immer aber durch Lichtschranken. Ohne einen Alarm auszulösen war es – nach meinen damaligen Erkenntnissen – unmöglich den »Underground« zu betreten noch zu verlassen.

 

Einige Jahre später – ich arbeitete seit fünf Jahren nicht mehr im Aussendienst – machten ein Kollege und ich am Flughafen Zürich-Kloten ab, um dann gemeinsam zu einem Konzert von Joe Cocker nach Oerlikon zu fahren. Der junge Mann wollte mir etwas zeigen und so folgte ich ihm in die unterste öffentlich zugängliche Etage des Terminals. «Schau, hinter dieser Türe ist die Gepäcksortierung», erklärte mit Marco voller Stolz. «Ok», erwiderte ich und ergänzte, dass der Zutritt ohne Begleitperson des Sicherheitsdienstes oder einen Alarm auszulösen unmöglich sei. «Falsch», erwiderte Marco und fuhr fort: «Heute vielleicht. Doch vor einem Jahr sprang ich über den Lichtstrahl und betrat die Gepäcksortierung ohne einen Alarm auszulösen. Ich wurde jedoch bald entdeckt und dem Chef Sicherheit vorgeführt. Ich musste ihm ausführlich berichten, wie ich in den Raum gekommen bin. Der Mann hinter dem grossen Bürotisch war mehr als nur erstaunt über meine Geschichte und liess mich unbestraft gehen.»

 

9. Januar 2013

Herzlich Willkommen, du liebes neues Jahr!

by Sara Grob

Ich habe das neue Jahr noch gar nicht gebührend begrüsst und möchte das nun mit diesem Blogeintrag nachholen. Hallo, liebes 2013, wir freuen uns dich kennen zu lernen. Was hältst du echt für uns bereit? Ist es mir erlaubt einige Wünsche an dich zu richten?

Liebes 2013, bitte bringe uns gute Bücher. Was wir besonders gerne haben: Antiquarische Kostbarkeiten, Esoterik, Schweizer Kultur und Geschichte, Krimis in gutem Zustand, schöne Kochbücher.

Liebes 2013, sorge bitte auch dafür, dass die Bücher bestellt werden. Nichts ist grausamer für uns als ein Tag ohne Bestellung. Es ist immer eine grosse Freude für uns, wenn die die „neuen“ Bücher bestellt werden bevor wir sie in die Regale einsortiert haben.

Liebes 2013, bitte lass uns weiterhin so fröhlich und friedlich sein. Das Arbeitsklima im buchplanet.ch schätze ich sehr. Die Mitarbeiter nehmen Rücksicht aufeinander, arbeiten zusammen und nicht gegeneinander und manchmal wird unser Tag auch durch einen Witz aufgelockert. Echt toll!

Liebes 2013, bitte lass es Geld auf dem buchplanet.ch regnen. CHF 60’000.00 Spendengelder soll buchplanet.ch im 2013 erhalten (ist auch so budgetiert). Das ist eine grosse Aufgabe für uns.

Liebes 2013, schenk uns doch einen Antiquar. Per Ende 2012 musste uns leider unser langjähriger Mitarbeiter (war schon beim Aufbau des buchplanet.ch dabei), der für die Rubrik „Rar & Antiquarisch“ zuständig war, verlassen. Dies ist ein grosser, ein schmerzlicher Verlust für buchplanet.ch Wir würden uns sehr freuen wieder einen Antiquar in unserem Team begrüssen zu dürfen.

Liebes 2013, schütze unsere Webseite. Wir sind sehr froh, dass unsere Webseite bisher so wenig Ausfälle hatte und (mehr oder weniger) reibungslos funktioniert. So soll es auch im neuen Jahr weitergehen.

Liebes 2013, gib uns Glauben, Durchhaltevermögen und Kraft. Wir glauben an die Zukunft des buchplanet.ch und wollen auch alles geben um diese Zukunft erfolgreich mitzugestalten. Aber leider gibt es manchmal Tage, an denen uns der Glaube fehlt. Also liebes 2013, sorge bitte dafür, dass wir nicht schlapp machen.

Liebes 2013, schenk unseren Kundinnen und Kunden, unseren Gönnerinnen und Gönnern, Friede, Freude, Gesundheit und Liebe.
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8. Januar 2013

Bit, Byte und Bier

by Strichli

In meinen frühen Berufsjahren hatte ich oft die Gelegenheit mich zusammen mit anderen Kollegen aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und den Beneluxländern in Computertechnik weiterbilden zu lassen. Der damals zweitgrösste heute nicht mehr existierende Hersteller von Rechneranlagen, die »Digital Equipment Corporation«, ermöglichte es uns, sehr interessante, für die Ausübung unseres Berufes zudem notwendige, Kurse zu besuchen. Meistens fanden diese irgendwo in Deutschland, in Frankreich oder in England statt.

Am besten hat es uns jeweils in Deutschland gefallen. Dies nicht etwa wegen den dort lebenden Menschen, dem Land, den Städten oder dergleichen – natürlich auch umgekehrt; nein -, nur des Bieres wegen. Das zur damaligen Zeit in England und Frankreich erhältliche Bier schmeckte einfach nicht, und so genossen wir die Abende viel lieber in einer Hotelbar in München oder Köln.

In diesen »Stuben« lernten wir allerdings mit einem neuen Problem umzugehen. Bestellten wir ein Pils, ging das so lange, dass der erste der es bekam, dieses bereits leer hatte bis auch der letzte so ein schön abgezapftes Pils bekam. Ein weit verbreitetes Bier in Deutschland ist das wunderbare Pils der Bitburger Brauerei, einer der grössten Bierhersteller dieses Landes. Das untergärige, hopfenreiche Getränk »Bit« , die Abkürzung für ein Bitburger Pilsner Bier, wurde von den Bardamen und den Barherren in einer beinahe zur Verzweiflung anstiftender Langsamkeit ausgeschenkt. Zwar war es nachher super anzuschauen und auch äusserst wohlbekömmlich. Oft kamen wir in Versuchung die Bedienung zu fragen, ob denn das Bier bereits gebraut sei, oder ob wir den Job übernehmen sollen. Doch neben der erforderlichen Zeit fehlte uns auch das Buch mit dem Titel »Selbst gemacht schmeckt besser – Bier brauen – Das Praxisbuch«.

 

 

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Infolge entschlossen wir uns die Art eine Bestellung zu tätigen zu ändern. Statt jeweils ein »Bit« um das andere zu bestellen, erinnerten wir uns an die Kurse – auch an unsere Arbeit – und fragten jeweils gleich nach einem »Byte«: acht »Bit«.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel

7. Januar 2013

Rätsel in Reimen

by Sara Grob

Im buchplanet.ch haben wir heute wieder mit dem Normalbetrieb angefangen. Viele Mitarbeiter – und auch ich – genossen einige Tage Ferien zwischen Weihnachten und Neujahr. Ich wurde einige Male gefragt, ob buchplanet.ch zwischen den Feiertagen „offen“ ist. Es gibt eine ganz einfache Faustregel: immer wenn die Post geöffnet ist, versendet buchplanet.ch die Pakete und stellt neue Bücher in den Onlineshop. Weil die Post am 2.Januar 2013 geschlossen war, haben auch wir an diesem Tag eine Feiertag eingelegt.
Wir hoffen, dass Sie die Feiertage geniessen konnten und wünschen Ihnen fürs neue Jahr nur das Beste.

Beim Sortieren heute bin ich auf eine süsse Broschüre gestossen, der Titel lautet „Kreuz und Quer durchs Schweizerland. 200 Rätsel. Ein geographisch-ethnographisches Büchlein zur Unterhaltung und Belehrung“.
Das Büchlein wurde 1913 von der Buchdruckerei D. Kübler in Trogen herausgegeben.

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Ich stelle Ihnen einige Rätsel aus dem Büchlein. Die Auflösung finden Sie nach dem Klick auf „Weiterlesen“.

(1)
Sie sind weit weg von Europa,
In Asien und in Afrika,
Dort leben sie im heissen Land,
mit Gott und Heiland nicht bekannt.
Ich bin im ganzen Schweizerland
Und sonst noch weit herum bekannt
als schöner Kurort, in der Höh‘,
Mit Aussicht auf den Bodensee.

(2)
Die Silbe eins ist stets voran,
Die zweit‘ liegt immer still;
Das ganze wird passiert, wenn man
Hinauf nach Göschenen will.

(3)
Das Erste will der Schweizer sein,
So lang er leben tut
Setzt seine Kraft er dafür ein,
Manchmal mit Heldenmut;
Im Zweiten einst gewohnet hat
Der Graf und der Baron;
Das Ganze nennt dir Land und Stadt
Von einem Schweizerkanton

(4)
Die Erste macht der Bleicher,
Die Zweite macht dich rein;
Das Ganze wird ein Kurort
Im Innerrhoden sein.

(5)
Das Erste lebt im Walde dort;
Aus dem es selten geht;
In zwei und drei verrichtet gern
Der Fromme sein Gebt.
Das Ganze eine Grotte ist
im Appenzellerland,
Sie ward zu zwei, drei ausgeschmückt,
Ist weit herum bekannt.

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