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Ostern in Sicht!

von Strichli

Noch sind wir in der Adventszeit und begehen diesen vorweihnachtlichen Jahresabschnitt in Besinnung auf die Geburt unseres Herrn, welche wir nächste Woche in Frieden und Freude – so hofft man doch – feiern dürfen. Doch in den Schokoladenfabriken läuft bereits die Produktion von Osterhasen auf Hochtouren. Als ich in meiner Lehrzeit als Elektromonteur bei der damals zu den grössten Unternehmungen der Elektro-Branche der Ostschweiz zählenden »Grossenbacher & Co. Holding AG« über ein Jahr hinweg bei der Schokoladenfabrik »Maestrani«, damals produzierend in St. Georgen bei St. Gallen, meine Berufskenntnisse in einer, nicht nur wegen der frei zugänglichen Schokolade, angenehmen und sehr freundschaftlichen Umgebung aneignen und erweitern konnte, habe ich dieses Phänomen selber miterleben können. Die zeitlichen Abläufe von Privat und Beruf stimmten nicht überein, was vielleicht auch einen Teil meines Denkens dahingehend beinflusst hat, dass mit der Geburt Jesus auch sein Tod am Kreuz unmittelbar verbunden ist. Gerade in der Weihnachtszeit, die durch Freude, Erwartungen und Feststimmung gekennzeichnet, jedoch meist nur, bis tendenziell ausschliesslich, im kommerziellen Bereich zu finden ist, wird die Geschichte von Christus nur partiell vorgenommen.

Auf meinem Arbeitstisch lag heute das kleine, sehr schöne Büchlein mit dem Titel »Die Passion«, welches in den Jahren 1935 bis 1945 entstanden ist – besser erklärt, dessen siebzehn abgedruckte Bilder in dieser Zeitspanne von Willy Fries gemalt wurden. Erschienen ist das Werk in der »Zwingli-Bücherei Zürich«. Das Büchlein wird mit einem Text eingeleitet und beendet, und auch jedes der Bilder wird mit einem kleinen Text begleitet. Alle diese Texte stammen – als Auszüge – aus dem Alten oder aus dem Neuen Testament.

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Mit dem Gemäldezyklus »Die Passion« – oben abgebildet eines der siebzehn Bilder, welches im Buch mit dem Text «Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen» begleitet ist -, auch mit anderen Gemäldezyklen und vielen seinen Werken fand Willy Fries in der Schweiz, und im Ausland grosse Beachtung, Anerkennung. Für sein künstlerisches Wirken wurde Willy Fries verschiedentlich geehrt. – Im Jahr 1970 erhielt er den Rembrandtpreis der Johann Wolfgang Goethe-Stiftung in Salzburg und die Evangelisch-theologische Fakultät der Universität Bern verlieh Willy Fries im Jahr 1972 die Ehrendoktorwürde.

Willy Fries wurde am 26. Mai 1907 in Wattwil, einem Dorf im Toggenburg (Kanton St. Gallen) geboren, besuchte die Primar- und Sekundarschule, maturierte an der Kantonsschule St. Gallen und studierte anschliessend an der Universität Zürich, allerdings nur ein Semester lang, Kunst- und Literaturgeschichte. Er reiste nach Paris und Berlin, setzte in diesen Städten sein Studium fort und unternahm Studienreisen nach Italien und Holland. Im Jahr 1935 kehrte Willy Fries nach Wattwil zurück. Nach vielen Jahren seines künstlerischen Schaffens als Kunstmaler und Buchautor verstarb Willy Fries am 18. Juli 1980 in seiner Geburtsgemeinde, Wattwil.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchseite

 

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