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Ein »Roter Faden« – Anleitungen zum Selbstverständnis

von Strichli

Mag sein, dass die heutige Jugend ganz andere Probleme hat als jene, die nun im Alter etwas fortgeschritten sind. Die Umwelt, die Gesellschaft, die Zusammensetzung dieser auch, die Globalisierung, der zugenommene Luxus – Auswahl, Möglichkeiten, Wege zur Erfüllung der Ansprüche -, Öffnung und – dies gleichzeitig – Eingrenzung der Verhaltensweisen, …, haben sich in den letzten Jahren geändert – im Sinne Plus oder Minus. Doch die Jugend ist die Jugend – die Erwachsenen sind die Erwachsenen, dies war, ist und wird so in allen Zeiten bleiben. Der Generationenkonflikt, welcher nicht anzugreifen, nicht wegzuschaffen, sondern notwendig ist, auch dann, wenn er der einen oder der anderen »Seite« an die »Nieren« oder auf den »Geist« gehen kann, existiert.

Im Jahr 1970, ich war gerade sechzehn Jahre alt – in den besten Flegeljahren -, kam im »Verlag Neue Kritik« als Übersetzung des im »Hans Reizels forlag« erschienen Büchleins mit dem Titel »Den lille rode bog for skoleelever« das von Peter Jacobi und Lutz Maier bearbeitete und adaptierte Taschenbuch mit dem Titel »Das kleine rote Schülerbuch« heraus – roter Einband, roter Schnitt.

 

 

Das Büchlein – also natürlich die drei Autoren, wie auch die beiden Bearbeiter, welche einige Abschnitte sogar neu geschrieben haben -, spricht Klartext; ohne »Schnörkeleien« und »Verblümelungen«, ohne Rücksicht auf bestehende oder zu erwartende Tabus, es wird gesagt, was gesagt werden muss. Das, nach meiner Auffassung, immer noch aktuelle »Miniaturbuch«, welches in jede Hosen- oder Rocktasche, in jede Kapuzenjacke oder jeden Trainer passt, kann bei uns im »Online-Shop für Gebrauchte Bücher« – buchplanet.ch – bestellt werden. – Dieses der 68-er-Bewegung nahestehende »Handbuch für Schüler« erschien als deutsche Übersetzung in acht Auflagen und wurde innerhalb von drei Jahren beinahe 200’000 Mal verkauft. Das Buch wurde in verschiedenen Ländern, aufgrund der Ermutigungen »soziale Normen in Frage zu stellen und zu durchbrechen«, verboten. 

Wenn ich nun einige Texte aus diesem Buch lese, wird es klar, was die dänischen Autorn Bo Dan Andersen, Soren Hansen und Jesper Hansen unserer Generation auf den Weg mitgeben wollten. – Der Abschnitt mit dem Titel »Was ist betrunken?« sei ein Beispiel dafür. Es handelt sich dabei um den Originaltext in der in diesem Büchlein verwendeten Rechtschreibung:

»Wenn man nur ein bisschen alkohol trinkt (2-3 schnäpse),  wird man leicht betrunken. Das ist normalerweise ein recht angenehmer zustand. Man fühlt sich leichter, man verliert  einige der normalen hemmungen, z.b. verlegenheit, und das kann nett sein, weil man manche dinge wagt, zu denen man lust hat und die man sich sonst nicht traut. Ein leichter rausch kann das gespräch und das Zusammensein anregen. • Wenn man fortfährt zu trinken – und das tut man oft, wenn man einen leichten rausch hat, gerade weil man nicht so klar denkt – wird man blau. Man verliert langsam die kontrolle über sich selbst, man kann nur noch schwer reden,  die sehkraft lässt nach. Vielleicht sieht man auch alles doppelt. Die stimme wird laut, einige werden äusserstreizbar. Man verliert viele hemmungen, so dass man leicht etwas tut oder sagt, was man nachher bereut. • Wenn man weitertrinkt – und das tut man oft – besitzt man nur noch sehr wenig kontrolle über sich – dann wird man besoffen. Man bekommt eine richtige alkoholvergiftung. Dann taumelt man herum, verliert völlig die kontrolle über bewegungen und sprache und kotzt meistens gewaltig. Man weiss nicht, was man tut und oft hat man gedächtnislücken. Man kann sich überhaupt nicht daran erinnern, was geschehen ist während man besoffen war.«  [Wie wahr! ☺]

 

Bild-Quelle:
Bild A: Buchdeckel

 

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