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Wer hätte sonst noch gewählt werden können?

von Strichli

Letzten Samstag-Abend – 27. Oktober 2012 – strahlte das Schweizer Fernsehen – SF1 – die dritte Sendung der vierteiligen Samstagabend-Show »Gipfelstürmer« aus. In dieser Sendung wurden die dreissig grössten Schweizer-Legenden präsentiert. Den dreissigsten Platz belegte dabei der grosse Entertainer Vico Torriani, es folgten Künstler, Sportler, der Architekt Le Corbusier, Figuren – Heidi und der Geissenpeter, Globi -, und ihre Schöpfer, der Clown Dimitri, Unternehmer und Pioniere. General Henri Guisan – der Oberbefehlshaber der Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg – belegte den zehnten Rang. Nach all den vielen Persönlichkeiten war ich gespannt auf die drei Erstrangierten. Platz drei ging an Willhelm Tell, Platz zwei an die lebende Tennis-Legende Roger Federer und den ersten Platz erhielt Albert Einstein, der einstige Patentanwalt, der mit seiner Formel E = mc² die Welt der Physik revolutionierte.

 

»Der private Albert Einstein – Gespräche über Gott, die Menschen und die Bombe«; ein Buch geschrieben von Peter A. Bucky, Sohn von Gustav Peter Bucky und Frida Bucky-Sarasohn. Gustav Peter Bucky, ein bedeutender Radiologe und Erfinder der nach ihm benannten, für die Ausfilterung von unerwünschten Nebenstrahlen bei Röntgengeräten eingesetzte Bucky-Blende, war ein Freund und der Arzt von Albert Einstein. Peter A. Bucky, ebenfalls Radiologe, wurde vor allem durch das Buch, worin er die Freundschaft seines Vaters mit der Familie Einstein beschrieb, bekannt.

Alle diese Menschen haben mit Sicherheit den Titel »Top-Legende« verdient. Nicht vergessen sollten wir, dass es davon weit mehr als dreissig gibt, solche die noch leben, andere, die schon gestorben sind, vielleicht schon so lange, dass man sich nicht mehr an ihre Leistungen, ihren Mut und ihren Pioniergeist erinnert – oder doch?

Den Grundstein unserer Schweizerischen Eidgenossenschaft legten die Vertreter von Uri – Walter Fürst, von Schwyz – Werner Stauffacher, von Unterwalden – Arnold von Melchtal mit dem Rütlischwur im Jahr 1291; Bruder Klaus, unser National-Heilliger hielt das Bündnis anlässlich des Stanser-Verkommnis zusammen; Arnold Winkelried opferte sein Leben für den Sieg in der Schlacht bei Sempach; Leonard Euler, einer der bedeutensten Mathematiker überhaupt, ebnete mit seinen Entwicklungen – Begründung der Analysis und Erweiterungen zur Zahlentheorie – die Lösungen für mathematische Probleme; Pfarrer Ernst Sieber bahnte mit seinem unermüdlichen Einsatz für viele Menschen den Weg aus der »Hölle« zurück in die Gesellschaft – nachhaltig; Gottfried Egg beendete mit seinen offiziellen Jass-Regeln die Streitkultur in diesem Sport – er war der »Jasskönig«, der »Jasspapst« sogar; Heinrich Pestalozzi, der grosse Pädagoge, Philanthrop, Philosoph, Politiker und Reformer des Schul- und Sozialwesens; der charismatische Staatsmann Kurt Furgler, der mit seiner geradlinigien und dennoch visionären Politik als Bundesrat für die Gründung des Kanton Jura kämpfte; der unermüdliche Pionier Johann Heinrich Alfred Escher, der Politiker mit unternehmerischem Denken, Gründer der Eidgenössischen Technischen Hochschule, der Schweizerischen Kreditanstalt und der Gotthardbahn; Jürg Janetsch, Benedikt Fontana, Charles-Ferdinand Ramuz, die grossen Frauen, wie Emilie Lieberherr, die führende Persönlichkeit im Kampf um das Stimm- und Wahlrecht für die Frauen; Elisabeth Kopp, unsere erste Bundesrätin; …

 

In ihrem Buch »Kopp & Kopp – Aufstieg und Fall der ersten Bundesrätin« schildert Catherine Duttweiler die Geschichte von Elisabeth Iklé und Hans Kopp; der Kampf gegen den Kommunismus führte die beiden zusammen – im Jahr 1960 heirateten sie. Der Vater von Elisabeth Iklé war Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung und Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank. Unmittelbar nach der Einführung des Frauenstimmrechtes im Kanton Zürich wurde Elisabeth Kopp zur Gemeindepräsidentin der Stadt Zumikon gewählt. Nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Bundesrat Rudolf Friedrich wurde sie am 2. Oktober 1984 von der Vereinigten Bundesversammlung als erste Frau in den Bundesrat gewählt. Kopp war eine starke Bundesrätin, umsichtig, intelligent und besonnen. In einer Parlamentsrede zur Asylgesetzrevision sagte sie: «Mit Hass, Intoleranz und Fanatismus wurden auf dieser Welt noch nie Probleme gelöst, nur unzählige neue geschaffen. Erforderlich sind Besonnenheit, Festigkeit, gepaart mit Menschlichkeit sowie Mut und Phantasie für neue Lösungen.» (Zitat aus Wikipedia)

Ein kleines Land – unsere Schweiz – hat Söhne und Töchter hervorgebracht, die mit ihren Leistungen, ihren umgesetzten Visionen in mancherlei Hinsicht die Schweiz in das allerbeste Licht rückten. – Eine wirklich tolle von Nik Hartmann moderierte Sendung; unterhaltsam, äusserst spannend, lehrreich, und sie regt auf positive Weise auch zum Nachdenken an.

 

Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: Buchdeckel

 

 

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